Wohnungsbau

Im Süden sind neue Sozialwohnungen Mangelware

Foto: Zoltan Leskovar / FUNKE Foto Services

DuisburG-Süd.   Vier Großprojekte im Süden: Nur im Neubaugebiet 6-Seen-Wedau ist öffentlich geförderter Wohnraum mit rund 300 Wohnungen fest eingeplant

3140 neue Wohnungen und Häuser sollen im Duisburger Süden in vier Großprojekten in den nächsten Jahren entstehen: Am Alten Angerbach, am Rahmerbuschfeld, im Wohnpark Neuenhof und, natürlich, in 6-Seen-Wedau. Nur für eines dieser Projekte gibt es aber schon Pläne und Zahlen, die den sozialen Wohnraum betreffen.

Am Alten Angerbach

Die Pläne für das Baugebiet gegenüber des Angerbogens I sind schon recht detailliert. Kein Wunder, will die Gebag doch noch in diesem Jahr in die Vermarktung einsteigen. 320 Wohnungen sollen auf der bisherigen 16 Hektar großen Freifläche entstehen; größtenteils in Form von Einfamilien-, Doppel- und Apartmenthäusern. Dazu kommt eine Kindertagesstätte. Die Kaufpreise der Grundstücke beziffert die Gebag mit 400 bis 700 Euro pro Quadratmeter. Ob dort auch sozialer Wohnungsbau entsteht, ist laut Stadt „bislang nicht entschieden“. Im Bebauungsplan wird es dazu keine Aussage geben.

Rahmerbuschfeld

Die Planungen für dieses Gebiet sind noch nicht sehr konkret. Bislang bekannt ist lediglich, dass zwischen 60 und 88 Einfamilienhäuser gebaut werden sollen, dazu ein Nahversorger. Das hat der Rat der Stadt 2015 beschlossen. Auch auf Nachfrage kann die Stadt keine genaueren Angaben machen; auch nicht zur Anzahl etwaiger geplante Sozialwohnungen. „Das Projekt ist noch in einer sehr frühen Phase“, lautet die Begründung. So früh, dass wohl noch nicht hundertprozentig sicher ist, ob überhaupt gebaut wird: „Bauleitplanverfahren sind immer ergebnisoffen.“

6-Seen-Wedau

Es ist das größte Stadtentwicklungsprojekt in Duisburg. Etwa 2700 Wohneinheiten sollen hier entstehen: neben der Villa mit Seeblick auch sozialer Wohnungsbau. Bis zu 300 Wohnungen sollen dem öffentlich geförderten Wohnraum vorbehalten bleiben, immerhin eine Quote von gut zehn Prozent. Die Entscheidung für diesen vergleichsweise hohen Anteil ist laut Stadt mit dem Amt für Wohnen getroffen worden. Dem Team Wedau – eine Kooperation zwischen der DB Immobilien Region West, der BEG NRW und der Stadt – sei „ein breites Angebot an alle Bevölkerungsschichten“ wichtig. Wo auf dem Gelände die Sozialwohnungen entstehen sollen, kann die Stadt noch nicht sagen.

Wohnpark Neuenhof

Im Teil B des Wohnparks sollen auf knapp 15 Hektar Fläche 42 Häuser entstehen. Gebaut werden Einzel- und Doppelhäuser und sogenannte Ketten-Atriumhäuser, die vergleichbar mit einem Bungalow sind. Eine Festlegung zum sozialen Wohnungsbau gibt es im Bebauungsplan nicht. Da es sich, wie die Stadt auf Nachfrage betont, um „eine reine Einfamilienhausbebauung“ handelt, ist nicht von öffentlich gefördertem Wohnraum auszugehen.

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160 Haushalte mit Wohnberechtigungsschein

Bei Sozialwohnungen darf die Miete höchstens 5,25 Euro pro Quadratmeter kosten. Wer zu diesen günstigen Preisen wohnen möchte, muss einen Wohnberechtigungsschein (WBS) vorweisen. Um den zu bekommen, darf der Mieter Einkommensgrenzen nicht überschreiten.

Bei einem alleinstehenden Angestellten sind das in NRW knapp 29 000 Euro brutto. Es spielen aber auch soziale Kriterien wie Familiengröße oder Behinderung eine Rolle. Im Süden verfügen 160 Haushalte über einen gültigen WBS

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