6-Seen-Wedau

Häuser sollen mindestens 26 Meter Abstand zum Seeufer haben

Thomas Lennertz, Geschäftsführer der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (Mitte) erläuterte interessierten Bürgern die Pläne für die Bebauung des alten Rangierbahnhofs vor Ort. Hier soll das Neubaugebiet 6-Seen-Wedau entstehen.

Thomas Lennertz, Geschäftsführer der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (Mitte) erläuterte interessierten Bürgern die Pläne für die Bebauung des alten Rangierbahnhofs vor Ort. Hier soll das Neubaugebiet 6-Seen-Wedau entstehen.

Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Wedau.   BEG kontert Kritik an 6-Seen-Wedau: Grünflächen sollen sich fast verdoppeln. Die Seeseite bleibt für alle zugänglich – aber nicht mit dem Auto.

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Manfred Cuypers, Vorsitzende der CDU Wedau-Bissingheim, führte jetzt eine rund 25-köpfige Besuchergruppe über das Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs, auf dem demnächst 3000 neue Wohneinheiten gebaut werden. Fachkundiger Begleiter war Thomas Lennertz von der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (BEG), der über den aktuellen Planungsstand berichtete.

Noch ist auf der Brachfläche zu beobachten, wie sich die Natur das ehemalige Betriebsgelände der Bahn zurückerobert hat, das offensichtlich auch gerne als wilde Müllkippe genutzt wird. Damit wird aber bald Schluss sein.

Seniorenzentrum will auf der neuen Fläche wachsen

Lennertz legte einen ersten Stopp am Seniorenzentrum ein. Dort, an der Ecke Wedauer Straße/ Masurenallee, ist eine der drei Zufahrten zum Wohngebiet vorgesehen. Der BEG-Geschäftsführer informierte auch darüber, dass der Betreiber eine Erweiterung der Einrichtung plant und Interesse an einem entsprechenden Grundstück geäußert hat.

In Höhe des denkmalgeschützten Wasserturms erläuterte Lennertz, wo nördlich davon das Nahversorgungszentrum entstehen wird. Klar ist: „Es wird zuerst gebaut.“ Zwischen Wasserturm und dem erhaltenswerten Stellwerk ist zudem ein öffentlicher Platz vorgesehen. Lennertz: „Dabei können die Räume des alten Stellwerks neu genutzt werden, Kirchen und karitative Institutionen haben da bereits Interesse bekundet.“

BEG: Die Grünfläche wird fast verdoppelt

Durch die noch bestehende Kleingartenanlage – für die Verlagerung werden neue Parzellen im Süden des Areals eingerichtet – ging es dann zu einem der bisweilen heftig diskutierten Knackpunkte. Das ist der bisher als Bade- und Grillwiese genutzte Bereich am Masurensee. Diese Fläche soll laut BEG nicht nur erhalten bleiben, sondern – dann unter dem Namen Uferpark – sogar noch erweitert werden. In dem Zusammenhang macht Lennertz deutlich: „Aktuell gibt es auf der gesamten Planungsfläche 24.800 qm Grün, nach der Bebauung werden es 40.800 qm sein.“

Die gesamte Seeseite wird zudem für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben, allerdings nicht mit dem Auto. Lennertz: „Im Wohngebiet wird es für Tagestouristen keine Parkmöglichkeiten geben.“

Bürger: zu viele Häuser zu nahe am Masurenseeufer

Der Großenbaumer Hendrik Thomé zeigte sich erfreut, dass die Badewiese erhalten bleibt, wünscht sich aber auch „vernünftige Zugangswege“. Mit der geplanten Bebauung ist er so nicht einverstanden: „Die Verdichtung ist viel zu hoch.“

Kritische Stimmen gab es auch zu der Uferbebauung, die „viel zu nahe am Wasser geplant“ sei. Klaus-Dieter Büttner (BEG) widerspricht: „Je nach Ufer-Verlauf beträgt der Abstand 26 bis 40 Meter.“

Thomas Lennertz bekannte, dass man mit dem Projekt natürlich auch Geld verdienen müsse, „schließlich werden damit auch zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen finanziert“, denn: „Die Stadt Duisburg ist finanziell außen vor.“

<<< VKM HOFFT AUF INKLUSIVES WOHNEN

Anette Käbe vom Duisburger Verein für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung (VKM) sieht bei dem Neubauprojekt die Chance, auch „inklusives Wohnen“ möglich zu machen.

„Wir sind mit der Gebag im Gespräch, dort zeigt man durchaus Interesse“, so Anette Käbe. Für die VKM-Geschäftsführerin wäre das einfach „gut für das Zusammenleben in der Gesellschaft“, wenn inklusives Wohnen beim Projekt 6-Seen-Wedau berücksichtigt würde.

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