Verkehrssicherheit

Grundschüler lernen die Gefahr des Toten Winkels kennen

Der Bezirksbeamte Polizeihauptkommissar Ralf Thewes zeigt den Kinder, dass sie im Toten Winkel eines Lkws nicht gesehen werden.

Der Bezirksbeamte Polizeihauptkommissar Ralf Thewes zeigt den Kinder, dass sie im Toten Winkel eines Lkws nicht gesehen werden.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Duisburg-Bissingheim.  Der Förderverein der GGS Hermann-Grothe-Straße hat fürs Sicherheitstraining einen Lkw angemietet. Unfälle mit Schulkindern sind oft folgenschwer.

Auf dem Schulhof der Gemeinschaftsgrundschule Hermann-Grothe-Straße parkt ein großer Lkw. Geordnet stehen die Kinder vor dem Fahrzeug. „Wer weiß denn, wo der Tote Winkel ist?“, fragt Polizeihauptkommissar Ralf Thewes, der Bezirksbeamte aus Wedau/Bissingheim. Sechs Kinder positionieren sich schnell neben dem großen Lkw – kein Kind steht an der richtigen Stelle.

„Daran sieht man doch schon, wie wichtig diese Aktion ist“, sagt Marion Schwiening, die Schulleiterin der Bissingheimer Grundschule. Ins Leben gerufen hat das Sicherheitstraining der Förderverein der GGS Herrmann-Grothe-Straße. „In den letzten Monaten haben sich die Meldungen über verunglückte Fahrradfahrer, die von abbiegenden Lkw übersehen wurden, so sehr gehäuft, dass wir uns überlegt haben, dieses Training anzubieten“, sagt Marion Desoye, die Vorsitzende des Fördervereins. Zusammen mit Elke Funnemann hat sie den Lkw gemietet, abgeholt und den Termin mit der Polizei vereinbart. In den Schulstunden der dritten und vierten Klassen wurde zur Vorbereitung der Tote Winkel besonders behandelt.

Die Kinder erfahren selber, dass der Lkw-Fahrer sie nicht sieht

„Anhand des parkenden Fahrzeuges können die Kinder genau sehen, dass der Lkw-Fahrer sie eben nicht sieht“, erklärt Thewes. „Die Kinder verschwinden vollständig neben dem Fahrzeug. Der Fahrer kann sie weder durchs Beifahrerfenster noch im Spiegel erkennen.“ Erst wenn die Schüler weiter am Fahrzeug nach hinten gehen, erscheinen sie langsam in den Spiegeln. Dabei erklärt der Polizei-Bezirksbeamte, der auch das Fußgänger- und Fahrradtraining an der Grundschule begleitet, dass der Lkw auf dem Schulhof mit Zusatzspiegeln ausgestattet ist, diese aber in Deutschland noch nicht Pflicht sind. „Hier hat der Fahrer also eher die Chance, Euch zu erkennen“, sagt Thewes. „Das ist aber leider nicht bei allen Lkw der Fall. Also immer aufpassen“, warnt Thewes.

„Die Kinder werden im Laufe der Grundschulzeit ja erst langsam vom Fußgänger zum Radfahrer“, sagt der Bezirksbeamte. „Wir versuchen hier also in erster Linie zu vermitteln, dass Kinder immer die Schwächeren sind und Warten die richtige und einzige Lösung ist.“

Kein Kind erkennt, wo der Tote Winkel ist

Nach und nach kommen alle Kinder auf den Schulhof, und wirklich keines hat den Toten Winkel erkannt. „Ich hoffe, dass etwas bei den Kindern hängen geblieben ist“, sagt Schwiening.

Die Gesamtzahl der 2018 in Deutschland von der Polizei aufgenommenen Verkehrsunfälle beläuft sich auf 2,4 Millionen. Oft sind Verkehrsunfälle folgenschwer, gerade wenn Schulkinder betroffen sind. Besonders Abbiege-Situationen, in denen wegen des Toten Winkels der Fahrer Bereiche hinter dem Fahrzeug und auch seitlich nicht per Rückspiegel einsehen kann, bergen ein besonderes Unfallpotenzial.

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