Zurück aufs Land

Großstädter bauen auf dem Acker vom Bauern selber Gemüse an

Charlotte, Lilly und Laurens helfen fleißig mit. Das Gartengerät wird vor Ort in einem Schuppen gelagert.

Foto: Frank Oppitz

Charlotte, Lilly und Laurens helfen fleißig mit. Das Gartengerät wird vor Ort in einem Schuppen gelagert. Foto: Frank Oppitz

Duisburg-Serm.   Rund 50 Hobbygärtner eröffnen die „Meine Ernte“-Saison bei Bauer Blomenkamp. Zum guten Wetter gehört bei ihnen auch Regen dazu.

Mit Gummistiefeln stapfen rund 50 Hobbygärtner im Gänsemarsch über das trockene Feld an der Sermer Straße. Sie haben bei Bauer Blomenkamp ein Stück Land gepachtet. 45 Quadratmeter, um genau zu sein. Der Landwirt hat in Kooperation mit dem Anbieter „Meine Ernte“ wieder einen Acker in 60 Gärten geteilt. „Die Leute haben Spaß und lernen die Natur kennen“, erklärt Blomenkamp, warum er zum dritten Mal mit dabei ist. Nun hoffen alle auf gutes Wetter. Also viel Sonne und dann und wann ein bisschen Regen, damit das Gemüse wächst und gedeiht. „So gut war das Wetter noch nie. Das wird bestimmt ein gutes Jahr“, wünscht sich Nathalie Kirchbaumer, Mitgründerin von „Meine Ernte“.

Wiederholungs-Gärtner geben den Anfängern Tipps

Kleine Schilder signalisieren, wem die Parzelle gehört. Die Gärten heißen „Ackerparadies“ oder „Sonnenblümchen“. „Wir haben auch Sonnenblumen gepflanzt“, erklärt Isabel Walther, die mit ihrem Mann Danny bereits zu den Wiederholungstätern gehört. Die Organisatoren haben entsprechende Aufkleber verteilt, solche für alte Hasen und welche für Neulinge. „Uns hat es einfach gut gefallen, deshalb sind wir wieder dabei“, erzählt Isabel Walther.

Gemüse wächst in der Reihe, Unkraut tanzt heraus

Eine andere Gärtnerin rät den Neulingen: „Bloß nicht am Anfang zu viel Unkraut schubbeln, dann rupft man sich vielleicht auch Möhren oder andere Pflanzen raus.“ Auf einem Plakat ist notiert, wie die sogenannten Unkräuter aussehen, die man besser rausrupfen sollte. Schwarzen Nachtschatten zum Beispiel, Stechapfel und Vogelmiere. Die Profis haben einen Tipp parat: „Das Gemüse wächst in einer Reihe. Beikraut ist alles, was aus der Reihe tanzt.“ Für alle, die sich dennoch unsicher sind, bietet Blomenkamp eine Gärtnersprechstunde an.

Salatblätter schauen schon aus der Erde. In einer anderen Reihe lässt sich erahnen, dass dort einmal Spinat zu ernten ist. 20 Gemüsesorten wurden bereits in den vergangenen Monaten gesät, darunter Radieschen, Rucola, Portulak, Hokaido, Ackerbohnen oder Gurken. Und natürlich Kartoffeln, Blomenkamps Spezialität. Zudem kann jeder in einem so genannten Wunschbeet seine eigenen Pflanzen setzen. Isabel Walther hat auf jeden Fall namensgebende Sonnenblumen gesät.

<<< KURZENTSCHLOSSEN ZUM EIGENEN ACKER

Einige wenige Quadratmeter sind auf dem Sermer Feld noch frei. Wer spontan mitgärtnern möchte, kann sich noch anmelden.

Nähere Informationen gibt es im Internet auf der Seite meine-ernte.de oder telefonisch unter der Rufnummer 0228/286 17 119.

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