Hochhausbrand

Nach dem Feuer: Große Resonanz auf Hilfsaktion für Bewohner

Die Wohnung im ersten Stock des Hochhauses am Uhlenbroicher Weg brannte aus. Brandsachverständige suchen jetzt nach der Ursache.

Die Wohnung im ersten Stock des Hochhauses am Uhlenbroicher Weg brannte aus. Brandsachverständige suchen jetzt nach der Ursache.

Foto: Lars Heidrich

Duisburg-Grossenbaum.  Viele wollen nach dem Hochhausbrand in Großenbaum helfen. Aktuell keine weiteren Spenden erforderlich. Ein Mann schwebt noch in Lebensgefahr.

Jetzt ist die Duisburger Kripo am Zuge. Sachverständige versuchen, die Ursache des Brands im Hochhaus am Uhlenbroicher Weg zu klären. Zentrale Frage ist, ob ein technischer Defekt oder Fahrlässigkeit der Bewohner eine Rolle gespielt haben, als in der Nacht zum Samstag in einer Wohnung im ersten Obergeschoss des Hochhauses Feuer ausbrach.

Die Bewohner, ein Ehepaar mittleren Alters, konnten sich aus der Wohnung retten. Eine 66 Jahre alte Nachbarin kam durch das Einatmen von Rauchgasen ums Leben. Ihr Ehemann (77) schwebte nach Angaben der Polizei am Montag noch in Lebensgefahr. Die meisten anderen Bewohner des Mehrfamilienhauses konnten in ihre Wohnungen zurückkehren.

„Wir könnten drei Wohnungen einrichten.“

Die Wohnung, in der das Feuer ausbrach, ist unbewohnbar. Die Mieter, die derzeit in einem Hotel untergekommen sind, konnten gerade noch ihr Portemonnaie schnappen. Alles andere fiel den Flammen zum Opfer.

Doch auf die Hilfsaktion, die ein Nachbar von gegenüber unverzüglich auf Facebook startete, haben zahlreiche Leute reagiert. „Wir könnten drei Wohnungen einrichten“, sagt Patrick Ko, der Initiator des Aufrufs in der Großenbaumer Facebook-Gruppe: „Die Resonanz war überwältigend.“ Betten, Fernseher, Geschirr, Sofas, ganze Wohnungseinrichtungen von der kürzlich verstorbenen Schwiegermutter wurden angeboten.

Eine Spenderin kam extra mit dem Zug aus Dortmund

Die Hilfsbereitschaft war so groß, dass Patrick Ko potenzielle Spender bittet, vorläufig abzuwarten: „Wir müssen erst mal die ganzen Sachen sichten, die bereits angeboten wurden, und dann sehen, was genau gebraucht wird.“ Denn die ausgebrannten Mieter haben eine Wohnung mit eingerichteter Küche in Aussicht. „Wenn es gut läuft, kann der Vertrag in den nächsten Tagen unterschrieben werden“, weiß Ko, der mit der Tochter der beiden in Verbindung steht.

Mit Kleidung ist das Paar inzwischen versorgt. Die Frau war schnell ausgestattet. Für den Mann, der eine Übergröße trägt, war’s komplizierter. Doch am Montag reiste eine Frau extra im Zug aus Dortmund an, mit drei Bananen-Kartons voll mit Männerkleidung der Größe 5 XL im Gepäck.

Die Ermittlungen können wochenlang dauern

Die Katze des Ehepaars bleibt weiterhin verschwunden. Patrick Ko hat beobachtet, wie das Tier, das als scheu gilt, in der Brandnacht aus der Wohnung im ersten Stock sprang und davon rannte. Seitdem wurde die schwarz-weiße Katze nicht mehr gesehen.

Die Ermittlungen zur Brandursache können einige Wochen dauern. Experten müssen akribisch nach der Brandursache forschen. Es geht auch darum, ob durch den Brand die Statik des Hauses betroffen ist. Wegen der vielen offenen Fragen kann die Polizei derzeit noch keine Angaben zur Schadenshöhe machen.

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INFO: Zuständig ist zunächst die Staatsanwaltschaft

Die Zuständigkeit für die Brandursachenermittlung liegt zuerst bei der Staatsanwaltschaft, um festzustellen, ob eine Brandstiftung vorliegt. Was eher selten der Fall ist.

Nach Freigabe durch die Staatsanwaltschaft konzentriert sich die Ermittlung von Brandursachen darauf, die Haftung für entstandene Schäden zu regeln.

Bei der Brandursachenforschung geht es außerdem um vorbeugenden Brandschutz.

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