Rahmerbuschfeld

Für oder gegen Neubaugebiet: Bürgerverein ist unentschlossen

Bisher beginnt hinter den Häusern in Duisburg-Rahm das Idyll. Das Landschaftsschutzgebiet (links) Rahmerbuschfeld soll nun aber auch bebaut werden. Dagegen protestiert die Initiative „Naturerhalt Rahmerbuschfeld“.

Bisher beginnt hinter den Häusern in Duisburg-Rahm das Idyll. Das Landschaftsschutzgebiet (links) Rahmerbuschfeld soll nun aber auch bebaut werden. Dagegen protestiert die Initiative „Naturerhalt Rahmerbuschfeld“.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Duisburg-Rahm.  BV Großenbaum/Rahm sieht Argumente für und gegen das Neubaugebiet. Vorstand ist irritiert über die Initiative „Naturerhalt Rahmerbuschfeld“.

Der Bürgerverein Großenbaum/Rahm begrüßt die Aktivitäten der kürzlich gegründeten Bürgerinitiative „Naturerhalt Rahmerbuschfeld“ durchaus. Dort soll auf einer derzeit noch als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesenen Fläche ein Neubaugebiet entstehen, inklusive eines neuen Nahversorgers. Beim Bürgerverein herrscht allerdings Verwunderung darüber, dass die Bürgerinitiative das Thema jetzt erst aufgreift – und dass bislang niemand aus der Initiative den Kontakt zum Bürgerverein aufgenommen hat. Der behandelt das Thema schon seit 2015.

Karsten Held, der Vorsitzende des Bürgervereins Großenbaum/Rahm, kennt das Problem um die geplante Bebauung aus zahlreichen Veranstaltungen, bei denen der Bürgerverein bereits mit den städtischen Planungen befasst war. „Wir hatten das Thema bereits seit 2015 auf der Tagesordnung. Anlass war die Änderung des Flächennutzungsplans im Rahmen des Strategiekonzepts ,Duisburg 2027’, das dem Bürgerverein vorgestellt und in dem Zusammenhang auch öffentlich diskutiert wurde“, sagt Held. Seitdem stand die Umwandlung des derzeit als Pferdekoppel genutzten Landschaftsschutzgebietes an der Angermunder Straße immer wieder auf dem Zettel des Bürgervereins und wurde dort durchaus kontrovers diskutiert. Ein eindeutiges Pro oder Contra fällt dem Bürgerverein schwer. Karsten Held: „Wir haben dazu im Vorstand keine einheitliche Meinung, aus diesem Grund fällt es schwer, uns eindeutig zu positionieren.“

Argument der Bauprojekt-Befürworter: die Nahversorgung sichern

Für die Befürworter der Bebauung ist wichtig, dass mit der vorgesehenen Teilbebauung des Rahmerbuschfelds die Nahversorgung gesichert ist. Das sieht auch der 2. Vorsitzende Norbert Broda so: „Es gibt die klare Aussage, dass der Edeka-Markt an der Rahmer Kirche geschlossen wird. Auf dem früheren Schützenplatz am Rande des vorgesehenen Neubaugebiets will Edeka einen größeren Supermarkt mit dem entsprechenden Parkplatzangebot realisieren.“

Nach Stand der Dinge ist der Supermarkt an dieser Stelle aber planungsrechtlich nur in Verbindung mit dem neuen Wohngebiet umzusetzen. So wäre laut den Befürwortern die Versorgung vor Ort gesichert. Broda: „Das ist für uns das entscheidende Motiv, der Bebauung zuzustimmen.“ Dass Edeka (mit dem vermuteten Betreiber Tonscheidt) durchaus ein geschäftliches Interesse daran hat, den Supermarkt mit einer heute zeitgemäßen Verkaufsfläche an dieser Stelle neu zu bauen, ist auch den Vertretern des Bürgervereins klar. Der immer wieder ins Spiel gebrachten kleinen Supermarktlösung an alter Stelle in der Dorfmitte gibt Karsten Held keine Chance: „Dafür findet sich heute kein Betreiber mehr, manches Kleinprojekt dieser Art ist in der Vergangenheit gescheitert.“

Argument der Bauprojekt-Gegner: Häuser zu nah am Naturschutzgebiet

Auch der Bürgerverein sieht den zusätzlichen Flächenverbrauch durchaus kritisch, Dass die Bewohner der vor einigen Jahren gebauten Eigenheime nördlich des Hochhauses an der Angermunder Straße über die Entwicklung nicht glücklich sind, versteht Karsten Held durchaus: „Es ist ja verständlich, dass man sich den schönen Ausblick erhalten möchte.“

Der Bürgervereinsvorsitzende erhofft sich, dass durch das Engagement der BI „Naturerhalt Rahmerbuschfeld“ rechtliche Klarheit geschaffen wird. Auch für Held grenzt die derzeit geplante mittlere Bebauungslösung noch zu dicht an das FFH-Gebiet Überanger Mark: „Der Abstand von 80 Metern ist zu gering, die bisher verworfene kleine Lösung hätte einen größeren Abstand zu dem Naturschutz-Habitat und wäre die bessere Variante.“

Norbert Broda und Karsten Held sind schon verwundert, dass die Initiatoren der Bürgerinitiative bisher noch keinen Kontakt zum Bürgerverein aufgenommen haben, im Gegenteil. „Bei der letzten Bürgervereinsveranstaltung wurden wir von Petitions-Befürwortern kräftig beschimpft“ erinnert sich Karsten Held ungern an die eher unerfreuliche Begegnung.

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