Verkehr

Experte: Parken an Mündelheimer Straße zu unrecht erlaubt

Peter Schneider

Foto: Jörg Schimmel

Peter Schneider

Duisburg-Huckingen.   Seit kurzem dürfen Autos entlang der Mündelheimer Straße wieder auf dem Gehweg parken. Zu unrecht, sagt ein Experte: Es bleibt zu wenig Platz.

Der schwarze Fiat lässt gerade noch genug Platz zwischen Beifahrertür und Hecke – allerdings nur, weil er mit den linken Reifen bereits auf dem Streifen für Radfahrer steht. Der weiße Mercedes dahinter lässt Fußgängern an der Mündelheimer Straße kaum noch Raum zum Passieren. „Die Fahrzeuge dürften hier gar nicht stehen, weil der Gehweg dadurch schmaler wird, als er sein dürfte“, kritisiert Peter Schneider. Er wohnt in der Nähe der Großbaustelle an der Mündelheimer Straße und kennt als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Verkehrswacht Düsseldorf die Vorschriften.

Seit kurzem ist Parken auf dem Gehweg wieder erlaubt

Vor rund zwei Wochen wechselten Bagger und Bauarbeiter die Seite und leiteten den Verkehr auf die rechte Fahrbahnhälfte in Richtung Ungelsheim um. Seitdem ist der 3,20 Meter breite Gehweg zum Parkstreifen geworden – mit Genehmigung der Stadtverwaltung, wie Sprecherin Gabi Priem auf Nachfrage bestätigt. In Kürze sollen wieder entsprechende Schilder angebracht werden.

Doch Schneider misst nach und widerspricht: „In der Straßenverkehrsordnung steht, dass zwei Personen problemlos aneinander vorbeigehen können müssen. Die vorgeschriebene Breite ist 2,20 Meter, inklusive Sicherheitsabstand zu Fahrbahn und Grundstücksgrenzen. Die Autos lassen aber höchstens 1,20 Meter Platz“, sagt der 70-jährige.

Er sieht eine Gefahr für schwächere Verkehrsteilnehmer. „Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, kommen hier nur schwer vorbei. Und Kinder auf dem Rad müssen bis acht Jahre sogar den Gehweg benutzen – das ist definitiv zu wenig Platz.“ Dazu kommt der starke Wuchs der Hecke. Sie wuchert bereits in den Bereich des Gehwegs und erschwert das Vorbeilaufen zusätzlich. Auch der Radweg sei zu schmal: „Geht man davon aus, dass man auch hier noch einen Sicherheitsabstand zur Fahrbahn einbeziehen muss, reicht das eigentlich auch nicht aus.“

Zu breiten Autos droht aber ein Bußgeld

Die Stadt will allen Verkehrsteilnehmern gerecht werden, indem sie die Markierungen für die Parkflächen nur zwei Meter breit werden lässt. „Generell dürfen nur Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von 2,8 Tonnen auf dem Gehweg parken. Außerdem müssen sie in die markierten Parkflächen passen“, sagt Priem. Fahrern von Fahrzeugen mit mehr als zwei Metern Breite drohe ein Bußgeld.

Doch selbst bei einer nur zwei Meter breiten Parkfläche bleiben Fußgängern und Rollstuhlfahrern nur 1,20 Platz zum Passieren. Der starke Bewuchs solle in ein paar Tagen durch den Grundstückseigentümer zurückgeschnitten werden. „Der Platz reicht dann aus“, sagt Priem. Schließlich müsse noch berücksichtigt werden, dass auf der Mündelheimer Straße deutlich weniger Fußgänger unterwegs seien als auf einer belebten Einkaufsstraße.

Eine rechtliche Grundlage fürs Parken nennt die Stadt nicht

Die Stadt toleriert die zahlreichen Autos an der Mündelheimer Straße offensichtlich nur. Eine rechtliche Grundlage, nach der ein 120 Zentimeter schmaler Gehweg erlaubt ist, nennt sie nicht.

„Bei der Breite von Autos bezieht man die Außenspiegel mit ein. Geländewagen passen da definitiv nicht mehr drauf, und auch für alle anderen wird es knapp“, sagt Peter Schneider.

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