Sekten-Vorwürfe

Evangelischer Kirchenkreis distanziert sich von Wera-Leitung

Superintendent Armin Schneider.

Superintendent Armin Schneider.

Duisburg.  Experten stufen die Duisburger Wera-Gemeinde als Sekte ein. Jetzt übt der Evangelische Kirchenkreis deutliche Kritik an der Gemeindeleitung.

Der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg, Armin Schneider, reagiert auf die Einschätzung von Experten, bei der Wera-Gemeinde handele es sich um eine Sekte. „Die Aussagen ehemaliger Mitglieder dieser Gemeinschaft, die uns vorliegenden Dokumente und die aktuelle Berichterstattung in den Printmedien und im Fernsehen lassen uns daran zweifeln, dass die Gemeindeleitung noch auf dem Boden des Evangeliums steht“, heißt es in einer Mitteilung des Superintendenten.

Aussteiger: Kontaktverbot bis in die eigene Familie

In den vergangenen Monaten sind etwa 80 Mitglieder aus der Wera-Gemeinde ausgetreten. Viele von ihnen haben schwere Vorwürfe erhoben; sie sprechen immer wieder von Kontrolle, Überwachung und Kontaktverbot gegenüber Kritikern bis in den eigenen Familien- und Freundeskreis hinein. Dazu stellt Armin Schneider für den evangelischen Kirchenkreis Duisburg klar: „Wir verurteilen ausdrücklich jede Form von Druck und Zwang, von christlichem Fundamentalismus und geistlichem Machtmissbrauch.“

Der Evangelische Kirchenkreis lehnt daher den Kontakt zur Wera-Leitung ab. Laut Schneider „kann es keinen Kontakt zu einer Gemeindeleitung geben, deren Verkündigung des Evangeliums die Menschen unfrei macht, ausbeutet, in Abhängigkeit führt und das christliche Gottesbild verzerrt.“

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