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ETuS Bissingheim kann seinen Kunstrasenplatz bald einweihen

Christian Fischer (links) und Enzo Altomonte haben das Projekt Kunstrasenplatz für den ETuS Bissingheim maßgeblich vorangebracht.

Christian Fischer (links) und Enzo Altomonte haben das Projekt Kunstrasenplatz für den ETuS Bissingheim maßgeblich vorangebracht.

Foto: Jörg Schimmel

Duisburg-Bissingheim.   Drei Jahre Arbeit stecken im neuen Kunstrasenplatz des ETuS Bissingheim. Auf dem Weg dahin gab’s Hindernisse – und den original WM-Pokal.

Die Bagger sind schon seit über einer Woche im Dauereinsatz, die Asche ist längst abgetragen und neue Bodenschichten glatt gewalzt: Der ehemalige Ascheplatz beim ETuS Bissingheim ist für den wichtigsten Arbeitsschritt vorbereitet. „Es fehlt jetzt noch die Verdichtungsschicht, und dann kann schon der Kunstrasen verlegt werden“, freut sich Vincenco Altomonte, genannt Enzo. Der Geschäftsführer des Vereins kann kaum glauben, dass in Bissingheim bald auf Kunstrasen gekickt werden kann.

Eigentlich war der Tennenplatz der Bissingheimer noch in einem recht guten Zustand, die Asche war gerade einmal 14 Jahre alt. Dennoch haben die Bissingheimer 2016 die Arbeitsgruppe „Kunstrasen“ ins Leben gerufen. „Uns war klar, dass wir einen modernen Kunstrasen brauchen, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt Christian Fischer, der die AG vor drei Jahren gegründet hat. „In den Vereinen in unserer direkten Umgebung haben alle entweder schon einen Kunstrasen bekommen oder waren gerade bei der Planung“, weiß der Jugendkoordinator der Fußballabteilung. „Mit einem Ascheplatz kann man nur schwer Spieler von auswärts locken.“

Die Coca-Cola-Aktion brachte das Projekt in Schwung

So richtig in Gang gebracht wurde das Projekt dann vor zwei Jahren. Der Vorstand hatte sich verjüngt und mit Enzo Altomonte, einem echten Bissingheimer Eigengewächs, kam der neue Geschäftsführer ins Spiel. „Wir haben dann alles ins Rollen gebracht. Konzepte für die Banken geschrieben, die Werbetrommel gerührt, eine Kunstrasen-Internetseite erstellt, den Antrag bei der Stadt eingereicht – und dann kam Coca-Cola“, grinst Enzo Altomonte.

20.000 Euro hat der Verein bei der Sammelaktion gewonnen – und einen Tag mit dem WM-Pokal. „Der ganze Verein, ganz Bissingheim und viele Menschen aus ganz Deutschland haben uns bei der Sammelaktion der Coca-Cola-Deckel unterstützt“, sagt Christian Fischer. „Es kam zum Beispiel eine große Kiste mit Deckeln aus Frankfurt. Die Aktion war einfach ein Volltreffer“, erinnert sich Fischer, der den Verein auf das Gewinnspiel aufmerksam gemacht hatte.

Comedian Markus Krebs sicherte sich den Mittelkreis

Von da an reihten sich verschiedene Aktionen im Dorf Bissingheim zugunsten des Kunstrasenprojekts aneinander. Parzellen des neuen Kunstrasenplatzes wurden symbolisch an Spender vergeben, so hat sich zum Beispiel Comedian Markus Krebs den Mittelkreis gesichert. Haare wurden zugunsten des Kunstrasens geschnitten oder Pizza und Brötchen verkauft. „Im Moment bieten wir Pullover und Shirts mit dem Aufdruck ‘Bissingheimer’ an. Es sind schon über 100 Teile bestellt worden“, sagt Fischer.

Im Herbst 2018 stand plötzlich alles auf der Kippe

Einen kurzfristigen Dämpfer hinsichtlich des Kunstrasenplatzes gab es im Herbst letzten Jahres. „Zwischen Februar und September 2018 gab es eine enorme Preissteigerung. Die Summe hätten wir niemals stemmen können“, sagt Altomonte. Und dann ist etwas passiert, was der Geschäftsführer niemals für möglich gehalten hätte. „Die Turnerschaft Rahm, die auch gerade ihren Kunstrasenplatz baut, und wir haben denselben Architekten. Und der hat uns den Vorschlag gemacht, doch gemeinsam mit dem Bauunternehmen zu verhandeln“, ist Altomonte noch immer begeistert. „Ohne die Zusammenarbeit mit Martin Kleinen, dem Vorsitzenden der TS Rahm, hätten wir das Projekt nicht stemmen können und hätten wieder ganz von vorne anfangen müssen.“ So war die Zuteilung der Fördermittel von Duisburg Sport im Februar dann doch der Startschuss zum Baubeginn.

Im Juli soll der neue Platz eingeweiht werden

Die vereinsübergreifende Kooperation ist für beide Süd-Vereine ein Gewinn. „Bei uns in Rahm musste das Bauunternehmen viel mehr tun. Beim EtuS, der im Vorfeld schon viel bessere Platzverhältnisse hatte, konnte die Strabag dann die Arbeiten quasi nebenbei erledigen. Und profitiert haben so alle“, sagt Kleinen, der über den ständigen Austausch mit Enzo Altomonte auch sehr glücklich ist. „Wir beide stecken halt tiefer in der Materie als die restlichen Leute im Verein. Das macht schon viel aus.“

Wenn alles wie geplant läuft, soll im Juli die Einweihungsfeier des neuen Kunstrasenplatzes auf der Anlage Vor dem Tore stattfinden. Bis dahin sollen sich die Zielvorgaben von Enzo Altomonte erfüllt haben: „Ich hoffe, dass wir durch den Kunstrasenplatz unsere Mitgliederzahl halten und am liebsten noch ausbauen können“, sagt der Geschäftsführer und Spieler der ersten Mannschaft. „Wir wollen für den Duisburger Süden ein moderner und attraktiver Verein sein“, führt er weiter professionell aus. „Und ich hoffe doch sehr, dass wir dann in der neuen Saison auf Kunstrasen auch noch in der Kreisliga A spielen werden.“

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