Kirche

Es geht um die Zukunft der katholischen Gemeinden

Fünf von zehn katholischen Kirchen im Duisburger Süden werden wohl geschlossen. Welche dies betrifft, ist noch nicht öffentlich. Das Foto von  St. Franziskus in Großenbaum ist symbolisch gemeint.

Foto: Jörg Schimmel

Fünf von zehn katholischen Kirchen im Duisburger Süden werden wohl geschlossen. Welche dies betrifft, ist noch nicht öffentlich. Das Foto von St. Franziskus in Großenbaum ist symbolisch gemeint. Foto: Jörg Schimmel

Duisburg-Süd.   Welche der zehn Kirchen geschlossen werden, ist noch nicht öffentlich. Im Workshop ging’s ums Pastorale. Sparzwang als Chance zur Erneuerung

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„Wenn ich merke, dass mir der Mantel zu groß geworden ist, dann muss ich mich um einen neuen Mantel kümmern“. So anschaulich bringt Norbert Lepping vom Bistum Essen den Pfarrentwicklungsprozess auf den Punkt.

Das Ruhrbistum muss bekanntlich sparen. Auch im Duisburger Süden, wo wahrscheinlich fünf von zehn Kirchen bis zum Jahr 2030 geschlossen werden. „Doch wir blicken nicht nur durch eine ökonomische, sondern auch durch eine pastorale Brille“, sagt Norbert Lepping. Darum, wie die Pfarrei St. Judas Thaddäus im Jahr 2030 aussehen soll, ging es beim Workshop im Sermer Pfarrzentrum, den Lepping als Vertreter des Bistums begleitete.

Die Zeiten voller Kirchen sind vorbei

Die Frage, welche Kirchen der Pfarrei geschlossen werden, wurde dabei ausgeklammert. Es gibt wohl schon konkrete Ideen, die aber noch nicht beschlossen sind. Aus diesem Grund will Pfarrer Winkelmann sich auch noch nicht öffentlich dazu äußern. Das letzte Wort spricht ohnehin Bischof Franz-Josef Overbeck.

Selbst Pfarrer Winkelmann glaubt nicht daran, dass die vorhandenen zehn Kirchen im Süden jemals wieder so voll werden wie vor Jahrzehnten: „Das halte ich für unrealistisch, diese Zeiten sind vorbei“.

„Es braucht oft Zwänge von außen, damit eine Diskussion in Gang kommt“

Norbert Lepping sieht die derzeitige Situation auch als Chance, die Trägheit der letzten Jahre zu durchbrechen: „Es braucht oft Zwänge von außen, damit eine Diskussion in Gang kommt“. Wie so oft ist dies auch im Fall der katholischen Kirche der Zwang zu sparen.

Wie soll sich die katholische Kirche im Duisburger Süden verändern? Wie bleibt sie lebendig oder wird im Idealfall sogar wieder lebendiger? Derzeit ist es in manchen Gemeinden so, dass man mehr Menschen bei den Beerdigungen als in der Kirche trifft - mal von Weihnachts-Gottesdiensten und Erst-Kommunionfeiern abgesehen.

Dialog in allen 42 Pfarreien des Ruhrbistums

Der Dialog zur Zukunft von Judas Thaddäus wurde anhand eines Konzeptes geführt, das Ruhrbischof Overbeck unter dem Motto „Du bewegst Kirche“ entwickelt hat. Dieser Dialog findet derzeit in allen 42 Pfarreien des Bistums statt.

Für den Duisburger Süden machten sich neben Pfarrer Winkelmann rund 35 Vertreter aus dem Pfarrgemeinderat sowie den verschiedenen Gemeinderäten von St. Judas Thaddäus, aus der Arbeitsgemeinschaft zum Pfarrentwicklungsprozess und die Kirchenvorstände darüber Gedanken.

Mehr Menschen erreichen

Im Workshop überlegten die Teilnehmer, wie man wieder mehr Menschen erreichen kann. Lepping: „Und vor allem, wie die Menschen merken, dass die Botschaft Gottes, etwas mit ihrem eigenen Leben zu tun hat.“ Wie genau man dieses Ziel, etwa in der Jugendarbeit, schaffen könnte, wurde noch nicht besprochen.

Das inhaltliche Konzept soll Ende des Jahres stehen. Danach könne man darüber reden, an welchem der Standorte dieses Konzept zu verwirklichen sei, so Winkelmann. Klar ist wohl, dass katholische Kirchen im Süden schließen werden. Aus finanziellen Gründen geht daran kein Weg vorbei.

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