Motorrad-Gottesdienst

Erster Motorrad-Gottesdienst in Großenbaum

Egal ob dicke Harley oder windschnittiges Rennbike: Im Gottesdienst beteten alle Motorradfahrer zusammen, unter anderem für ihre Sicherheit auf der Straße.

Egal ob dicke Harley oder windschnittiges Rennbike: Im Gottesdienst beteten alle Motorradfahrer zusammen, unter anderem für ihre Sicherheit auf der Straße.

Foto: Jörg Schimmel

Duisburg-Großenbaum.  Mit viel PS und Gottes Segen unterwegs: In der evangelischen Kirche an der Lauenburger Allee predigt Pfarrer Ernst Schmidt in Motorradkluft.

Am Sonntag predigte Pfarrer Ernst Schmidt in einer etwas anderen Kluft. Statt eines Talars trug er in der Versöhnungskirche der evangelischen Kirche Großenbaum-Rahm eine Motorradhose. Ihm gleich taten es viele Besucher des ersten Motorradgottesdienstes. Unrecht hatte die Gemeinde in ihrer Ankündigung, die von Rennkombis und Harley-Fahrern sprach, nicht: Es fanden sich tatsächlich so unterschiedliche Motorradfahrer ein, wie es Maschinen gibt. Während manche mit klassischen schwarzen Lederwesten kamen, hatten andere bunte Textiljacken an – oder gleich Warnwesten von anderen Motorradgottesdiensten. Rund ein Viertel der Besucher war in Leder- oder Textilkombis gehüllt. Denn sie kamen auch mit ihren motorisierten Zweirädern, die aufgereiht rund um das Gotteshaus positioniert waren.

200 Besucher bei der ersten Motorradmesse

Insgesamt waren rund 200 Menschen zur Messe gekommen. Die hatte natürlich auch viele Bezüge zum Motorradfahren. So ging es in den Fürbitten zum Beispiel um das umsichtige Fahren im Straßenverkehr.

„Für das erste Mal sind wir hochzufrieden“, sagte Schmidt, der selbst mehr als 35 Jahre begeisterter Motorradfahrer ist und die Idee zu der Veranstaltung hatte. Ansonsten war der Gottesdienst geprägt von modernen rockigen Liedern mit christlichem Hintergrund. Das etwas wechselhafte Wetter dürfte aber dafür gesorgt haben, dass einige Biker ihre Maschine lieber in der Garage gelassen haben. „Wir wollten auch Menschen ansprechen, die sonst nicht zum Gottesdienst kommen.“ Das seien Männer im Alter zwischen 40 und 60 Jahren – das klassische Alter vieler Motorradfahrer. Sie seien sonst nur ganz schwierig zu erreichen. „Aber auch Menschen, die sich einen Motorradgottesdienst einfach mal anschauen wollen, ohne eigenes Motorrad, waren eingeladen.“

Im Anschluss an eine Stärkung nach dem Gottesdienst ging es für die Bikergruppe noch zu einer Fahrt an den Niederrhein. Dafür wurden extra grüne Erkennungsbändchen ausgegeben, die jeder an seiner Maschine befestigen konnte.

Nächster Termin im April 2020

Der Motorradgottesdienst fand in diesem Jahr zum ersten Mal in Großenbaum statt. „Bevor so etwas eine Marke ist, muss es erst vier bis fünf Mal stattfinden“, so Schmidt. Daher soll es im nächsten Jahr, wohl Ende April, eine Fortsetzung geben.

Die Gottesdienste in der Kirche finden sonst um 10 Uhr statt. Besondere Messen beginnen allerdings um 11.15 Uhr – so wie der Motorradgottesdienst. „Der Gottesdienst um Viertel nach Elf folgt keiner festgelegten Liturgie“, heißt es dazu bei der Gemeinde.

Er stehe immer unter einem aktuellen Thema und wird von einem Team von Gemeindegliedern vorbereitet und gestaltet - oft auch mit interessanten Aktionen. So gab es Gottesdienste zum Thema Kunst, Wein oder zu einer Pilgerreise. Die Gottesdienstreihe lebe von der Vielfalt, heißt es in den Reihen der Gemeindemitglieder.

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