Mädchen

Erster Internationaler Mädchentag an Hauptschule Knevelshof

Emeni Dridi und Badusha Stöckhert (von links) von der Hauptschule Knevelshof nehmen das Schönheitsideal für Mädchen nicht ernst.

Emeni Dridi und Badusha Stöckhert (von links) von der Hauptschule Knevelshof nehmen das Schönheitsideal für Mädchen nicht ernst.

Foto: Lars Fröhlich

Duisburg-Wanheim.   Der 11. Oktober ist Internationaler Mädchentag. Zum ersten Mal fand er in Duisburg an der Hauptschule Knevelshof statt – und zum letzten Mal.

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Nachdem Schulleiterin Sabine Wiese die Teilnehmerinnen des Aktionstages an ihrer Schule begrüßt hatte, ging es erst mal auf die Tanzfläche. In den Räumen der Wanheimer GHS Knevelshof fand in diesem Jahr die Duisburger Ausgabe des weltweit begangenen Internationalen Mädchentags statt, mit Schülerinnen aus fünf Schulen: Neben den Knevelshof- Schülerinnen waren noch die Förderschule Eschenstraße, die Christian-Zeller-Schule, die Gesamtschule Mitte und das Mercator-Gymnasium vertreten.

Die Hauptschule läuft am Ende des Schuljahres aus

„Wir haben ja jetzt viel Platz, die Schule läuft Mitte des nächsten Jahres aus“, schildert Sabine Wiese die aktuelle Situation. Den Mädchen-Tag sieht sie noch mal als aktuelles Highlight, dass man auf ihre Schule zugekommen ist, freut sie richtig: „Da sind wir gerne dabei, das Thema ist ja auch sehr wichtig, auch bei uns.“

Das kann Petra Kurek von Mabilda, dem Mädchenzentrum Obermarxloh, nur bestätigen: „Auch hier gibt es Diskriminierung und sexuelle Übergriffe.“ Erschreckend sei, dass viele Mädchen das hinnähmen und als normal empfänden.

Mädchen in Entwicklungsländern müssen Tiere hüten

Imke Häusler von der Kindernothilfe hatte einen Parcours zum Thema Kinderarbeit aufgebaut. Saskia und Celina hatten keine Mühe, in einer Fühl-Box Arbeitsgeräte zu ertasten, mit denen Gleichaltrige in den armen Ländern täglich zu tun haben. Dazu gehörten ein Hirtenstab, ein Wasserkanister, eine Hacke und auch Kaffee. Die Mitarbeiterin der Kindernothilfe erklärte auch direkt, was die Kinder in den Entwicklungsländern damit machen: nämlich Tiere hüten, für die Familie Wasser von weit entfernten Wasserstellen holen, Schwerstarbeit in einer Ziegelei verrichten oder auf einer Plantage arbeiten.

Spülmaschine einräumen? Ok. Teppich knüpfen? Nicht.

An einer Zettelwand mit vorgefertigten Aussagen über Kinder-Tätigkeiten sollten diese nach den Kategorien „in Ordnung“ oder „inakzeptabel“ eingeordnet werden. Dass das Einräumen einer Spülmaschine nicht unbedingt „Sklavenarbeit“ ist, sehen die Jugendlichen durchaus ein. Aber dass Kinder in Fabriken Teppiche knüpfen müssen, ist für alle einfach ein „No Go“.

In einem anderen Raum wurde ein Film über das öffentlich propagierte weibliche Schönheitsideal gezeigt. Badusha (14) hat dazu eine erstaunlich abgeklärte Meinung: „Das darf man alles nicht ernst nehmen, das ist doch nur Fantasie. Man sollte seinen Körper so lieben, wie er ist, gesund leben und auf seine Gefühle achten.“

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