Deutsche Post

Erst jetzt Post zum Outlet-Center im Briefkasten

In letzter Zeit stapelte sich die Post im Duisburger Süden öfter mal. Manche Kunden bekommen ihre Briefe nur einmal in der Woche zugestellt.

In letzter Zeit stapelte sich die Post im Duisburger Süden öfter mal. Manche Kunden bekommen ihre Briefe nur einmal in der Woche zugestellt.

Foto: Oliver Berg

Duisburg-Süd.   Zahlreiche Leser bestätigen Ärger bei der Briefzustellung. Huckinger hätte beinahe eine Beerdigung verpasst. Oft bleibt die Post Montags aus.

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Nicht nur Nicole Müller hat Probleme mit der Postzustellung. Nach unserer Berichterstattung über das Chaos in Hüttenheim erreichen die Redaktion zahlreiche Leserreaktionen. Zur Erinnerung: Nachdem die Hüttenheimerin eine Woche lang überhaupt keine Post bekommen hatte, auch die dringend erwarteten Dokumente nicht, quoll ihr Briefkasten am achten Tag über.

Auch Steuerberaterin Sonja Müller hat ihre Post in letzter Zeit oft nur einmal die Woche bekommen - obwohl der Duisburger Süden nicht am Pilotprojekt (siehe unten) teilnimmt. Einmal musste die Vertreterin des Stamm-Briefträgers die Post persönlich bei ihr abgeben, weil der Berg an Briefen unmöglich in den Briefkasten passte.

Innerhalb von drei Tagen üblich

„Obwohl ich bei Datev elektronisch einsehen kann, dass Anfang der Woche Auswertungen per Post an mich versandt wurden, sind sie bis heute nicht zugestellt“, schrieb Sonja Müller am Samstag. Und sie fügt hinzu: „Behörden unterstellen, das Briefe innerhalb von maximal drei Tagen zugestellt werden, davon kann seit Anfang Dezember keine Rede mehr sein.“

Auch Manfred Roitzsch aus Huckingen hat schlechte Erfahrungen gemacht. Erst mit erheblicher Verspätung fand er Sendungen in seinem Briefkasten. „Das hätte in einem Fall beinahe dazu geführt, dass wir von einer Beerdigung zu spät erfahren hätten“, schreibt Roitzsch. Zudem habe er den Einsatz von zwei Postboten an nur einem Tag beobachtet, von denen einer die aktuelle Post zustellte, der andere die Sendungen vom Vortag. Für Roitzsch zeichnen sich die Probleme bei der Zustellung schon seit Ende 2016 ab.

Post vom 24. September 2017 erst jetzt im Briefkasten

Eine weitere Leserin berichtet von einem wirklich abstrusen Fall. Sie bekam erst in der vergangenen Woche die Wahlbenachrichtigung zum Bürgerentscheid über das Designer Outlet Center (DOC) im September 2017.

Nicole Böllert fragt auf Facebook provokant, ob die Post auch für die Gebühren für Mahnungen aufkommt? Auch sie wartet dringend auf einen Brief.

Etliche Leser im Duisburger Süden bekommen in letzter Zeit offenbar vor allem Montags und Samstags keine Post mehr zugestellt. Sabrina Schroeder schreibt: „Montags kommt schon lange keine Post mehr und samstags auch nur selten. Das einzige, was bei uns zuverlässig jeden Tag kommt, ist die Tageszeitung“. Letzteres freut die Redaktion natürlich, wobei die Zeitung durch unsere eigenen Boten geliefert wird.

Eine positive Rückmeldung

Eine Leserin kann die Erklärung der Postsprecherin nicht recht nachvollziehen. Die Pressesprecherin führt das Chaos in Hüttenheim in erster Linie auf den Ausfall des Stammzustellers zurück.

Es gab übrigens auch eine positive Rückmeldung. Und zwar von Rolf Basse aus Rahm. Er kann über seinen Postboten nur Positives berichten: „Unsere Post kommt bei Wind und Wetter seit Jahren regelmäßig. Das sollte auch einmal gesagt werden.“

Pilotprojekt: Zustellung maximal drei Mal die Woche

Die Post hat am 31. Dezember 2017 ein umstrittenes Pilotprojekt beendet. Dabei bekam ein zuvor ausgewählter Kundenkreis Briefe nur noch an einem oder drei Wochentagen zugestellt. Das Vorhaben hatte vorab viel Kritik ausgelöst. Aussagen zu Ergebnissen seien noch nicht möglich, sagte eine Sprecherin.

In einem anderen Projekt wurde in Bad Hersfeld die Zustellung mit Unterstützung von Robotern getestet. Dabei folgt ein vierrädrige Gefährt, das 150 Kilo tragen kann, den Zustellern auf Schritt und Tritt.

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