Historie

Erinnerung an Errungenschaften aus dem Mittelalter

Andrea Ahlemann (Mitte) und ihr Ehemann Dietmar (2.v.r.) sind stolze Schildpaten und weihen die Tafel mit dem Bürgerverein und weiteren Gästen ein.

Foto: Tanja Pickartz

Andrea Ahlemann (Mitte) und ihr Ehemann Dietmar (2.v.r.) sind stolze Schildpaten und weihen die Tafel mit dem Bürgerverein und weiteren Gästen ein. Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Huckingen.   Der Bürgerverein Huckingen hat am Freitag ein Edelstahlschild für das Bodendenkmal Böckumer Leitgraben in Duisburg eingeweiht.

Stolz hat der Bürgerverein Huckingen jetzt ein neues Schild am historischen Wanderweg im Angerland eingeweiht. Bereits 19 davon hat er im Stadtteil aufgestellt, um auf Denkmäler aufmerksam zu machen. Die Edelstahltafel für das Bodendenkmal Böckumer Leitgraben, die an der Düsseldorfer Landstraße steht, ist das erste seit gut acht Jahren. „Das Schild einzugraben, war eine Maloche ohne Ende“, sagt der Vorsitzende Rolf Peters. Schließlich haben aber Freiwillige aus dem Verein den steinigen Boden bezwungen.

Doch nicht nur Muskelkraft brauchte es, sondern auch einen Sponsor. Denn der Bürgerverein trägt nur die Hälfte der Kosten, die zweite übernimmt als Schildpatin die Familie Ahlemann. „Es gibt in Huckingen Gerüchte, es gebe von Böckum bis zum Steinhof geheime Tunnel“, sagt Andrea Ahlemann. „Der Leitgraben ist für mich ein Anhaltspunkt, warum sich diese Gerüchte so hartnäckig halten.“ So weiß ihr Ehemann Dietmar, dass der Graben bereits im 15. Jahrhundert unter der Anger durchgeführt habe. „Schön, dass wir jetzt eine Erinnerung haben, dass schon im Mittelalter Wasserwirtschaft betrieben wurde, um Felder zu bewässern.“

„Der Leitgraben ist das verkannteste Denkmal in Duisburg“

Ohnehin freut sich Dietmar Ahlemann besonders, ein Schildpate des Leitgrabens zu sein. „Er ist das verkannteste Denkmal in Duisburg. Als er unter Schutz gestellt wurde, haben die Politiker darüber gelacht.“

Allerdings nicht die Untere Denkmalbehörde, die den Graben seit 2013 schützt. „Wir begrüßen ausdrücklich, dass auf unsere Bodendenkmäler aufmerksam gemacht wird“, sagt Behördenmitarbeiterin Anke Kreidelmeyer, die ebenso wie Bezirksmanager Friedhelm Klein am Donnerstag zur Einweihung des Stahlschildes gekommen ist, auf dem auch das Duisburger Stadtwappen prangt. „Ich finde es sehr schön, wie sich in Huckingen um Bodendenkmäler gekümmert wird“, sagt Kreidelmeyer. „Ich würde mir das auch für andere Stadtteile wünschen.“

Wegmarken und Zwischenziele für Wanderer

Der Bürgerverein freut sich jedoch nicht nur darüber, dass die Erinnerung an Huckingens Vergangenheit mit den Schildern entlang des historischen Wanderwegs wachgehalten wird, sie würden auch Touristen locken.

So wolle beispielsweise der Alpenverein an dieser Strecke gut zwölf Kilometer durch und um Huckingen wandern und die Schilder als Wegmarken und Zwischenziele nutzen.

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