Einschulung

Hüttenheimer Moschee lädt i-Dötzchen zum Einschulungsgebet

Ein wenig überwältigt, aber stolz wie Oskar: Die neuen Erstklässler im Gebetsraum der Hüttenheimer Moschee.Fotos:Zoltan Leskovar

Ein wenig überwältigt, aber stolz wie Oskar: Die neuen Erstklässler im Gebetsraum der Hüttenheimer Moschee.Fotos:Zoltan Leskovar

Duisburg-Hüttenheim.   Alle Kinder, egal ob Moslems, Christen oder Atheisten, waren in der Hüttenheimer Moschee zur gemeinsamen Einschulungsfeier willkommen.

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Die Einschulung, ein spannender Moment. Für jedes I-Dötzchen, ganz egal welcher Religion; Aufregung, Vorfreude und natürlich auch Stolz machen den Beginn des Schülerlebens zu einem wichtigen Tag für jedes Kind. Grund genug zu feiern, deshalb lud die Hüttenheimer Moschee am Sonntag zu ihrem Einschulungsgebet - „für alle Kinder, ob Moslems, Christen, Atheisten oder was auch immer“, betont Gülsen Cengiz, Vorsitzende des Bildungskomitees. Deshalb seien Gäste auch jederzeit willkommen, nicht nur während besonderer Anlässe. Die Moschee will Vorbehalte aufgrund von Unwissenheit abbauen. Das gelingt am Sonntag, mit einem entspannten, bilingualen Gebet und zwei ganz besonderen Ehrengästen. Die Pfarrer Kaspers und Köhler-Miggel sind dabei, als die Kinder mit warmen Worten und Gebeten auf die kommenden Schuljahre eingestimmt werden.

Einstimmung auf die kommenden Schuljahre

„Es sind natürlich Glückwünsche dabei, aber wir wollen die Kinder auch motivieren, zu lernen“, erklärt Gülsen Cengiz. Zirka 16 Kinder hören sich brav die Gebete und Koranrezitationen an, schielen natürlich aber schon mit einem Auge auf die bunten Rucksäcke, die die Gemeinde für sie organisiert hat. Personalisiert mit dem eigenen Namen und bis zum Rand gefüllt mit Stundenplänen, Schulmaterialien und (gesunden!) Leckereien. Die kleinen Geschwisterkinder gehen natürlich auch nicht leer aus, für die gibt es kleine Schultüten. Imam Merve Yildirim freut sich darüber, dass „solche Anlässe gemeinsam gefeiert werden.“ Und weil es ja schließlich um die Kinder geht, nimmt sich Yildirim auch der Probleme und Sorgen an, die für Erwachsene vielleicht gar nicht so groß wirken, den Alltag der Kleinen aber doch entscheidend mitbestimmen. „Stehe mir bei, meine Hausaufgaben zu meistern“, betet Merve Yildirim vor, und die Kinder antworten „im Namen Gottes“.

Appell an die Eltern: Bitte auch untereinander Deutsch sprechen

Und auch um gute Freunde bittet die Gruppe, schließlich ist die Schulzeit alleine nur halb so schön. Auch Pfarrer Rainer Kaspers aus der Ungelsheimer Auferstehungsgemeinde ist es wichtig, dass sich die Kinder mit ihre Problemen verstanden fühlen. Kaspers erzählt eine Geschichte von Jesus, der auch im Koran als Prophet eine wichtige Rolle spielt. Eltern seien mit ihren Kinder zum Beten zu Jesus gekommen, aber der wollte lieber nur mit den Kindern arbeiten. „Die Großen können auch eine ganze Menge von den Kleinen lernen, das dürfen wir nicht vergessen.“ Auch Dietrich Köhler-Miggel, Pfarrer in Buchholz, appelliert an die kindliche Unschuld der I-Dötzchen. „Spielt mit allen, egal wie sie aussehen, streitet euch und vertragt euch wieder. Nur zusammen könnt ihr die Schule lebendig machen.“ Auch an die Eltern hatte der Pfarrer eine Bitte. „Sprechen Sie auch untereinander Deutsch, wenn sie in der Schule sind. Die Kommunikation in der Elternschaft ist so wichtig, und es kann den Kindern nur helfen.“

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