Miet-Ärger

Einsatz für die Mieter der Uhrenturmsiedlung

Martin Krampitz und Manfred Helten von der CDU haben sich in der Uhrenturmsiedlung genau umgesehen.

Foto: Fabian Strauch

Martin Krampitz und Manfred Helten von der CDU haben sich in der Uhrenturmsiedlung genau umgesehen. Foto: Fabian Strauch

Duisburg-Hüttenheim.   Bezirkspolitiker trafen sich zu Gesprächen mit Vertretern der Wohnungsgesellschaft Vonovia. Mängel, Mietpreise und der Umgang waren Thema.

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Nach der Mieterversammlung Mitte April standen jetzt die Gespräche zwischen den Vertretern der Politik und der Wohnungsgesellschaft Vonovia an. Das Dauerthema: Die Situation in der denkmalgeschützten Uhrenturmsiedlung in Hüttenheim. Die Bewohner beschweren sich seit geraumer Zeit, dass das Wohnungsunternehmen die Siedlung verkommen lasse.

Bezirksbürgermeister Manfred Helten hat sich nun mit Sebastian Hiese-Brakonier, Regionallleiter, und dem Vonovia-Unternehmens-Sprecher Christian Gaumitz getroffen und einige Punkte in einem Rundgang abgearbeitet. „Nachdem sich die anfänglich etwas gereizte Stimmung beruhigt hatte, waren wir in der Lage, etliche Mängel an den Häusern aufzuzeigen“, sagt Manfred Helten. „Allerdings hatten die beiden Vertreter der Vonovia nicht wirklich ein offenes Ohr oder Auge für die doch offensichtlichen Mängel.“ So seien zum Beispiel die Briefkastenanlagen „wohl erst aktuell“ nicht mehr ordnungsgemäß befestigt und nicht – wie mehrere Mieter beklagten – schon seit mehreren Monaten beschädigt. Die defekten Fensterläden würden nach und nach von einem Schreiner instandgesetzt, der letzte Anstrich sei vor zehn Jahren erfolgt. „Angeblich ist jetzt kein weiterer Anstrich der Fassade mehr möglich“, sagt Martin Krampitz, Sprecher der CDU-Fraktion. „Sonst würden die alten Anstriche mit von den Wänden kommen. Viele reparierte Fensterläden haben wir auch nicht gesehen.“

Gereizte Stimmung bei beiden Treffen

Auch Sebastian Ritter, stellvertretender Bezirksvorsteher der Grünen, hat sich mit Christian Gaumitz und Sebastian Hiese-Brakonier getroffen. Er berichtet ebenfalls von einer „nicht nur netten Gesprächsatmosphäre.“ Als Sebastian Ritter von einigen Fällen erzählte, die Mieter ihm zugetragen hatten, gab es direkt Gegenwind. „Die beiden Vonovia-Vertreter haben sich schnell ungerecht behandelt gefühlt. Dabei müssten sie eigentlich nur das Gegenteil beweisen“, sagt Ritter. Er habe versucht, Hiese-Brakonier und Gaumitz das Versprechen abzuringen, Schäden innerhalb von zwei Tagen zu beheben. „Das wollten sie aber nicht. Mir ist das unverständlich“, sagt der Grünen-Politiker. Zudem kritisiert er, dass Mieterhöhungen für Menschen mit geringem Einkommen nicht einfach zu stemmen sind. „Wenn dann Schreiben kommen, in dem Vonovia Druck auf die Mieter auszuüben versucht, fühlen sich diese verunsichert. Statt den Missstand zu beheben, schickt die Firma eine Inkasso-Drohung. Das zeigt, wie wenig Empathie dieses Unternehmen für die Menschen übrig hat.“

Gegenüber Manfred Helten haben Hiese-Brakonier und Gaumitz versucht klarzustellen, dass eine Mieterhöhung von elf Euro pro Wohnung und Monat nach zweieinhalb Jahren doch gerechtfertigt ist. „Dass das Unternehmen allerdings gerne inkauf nimmt, dass Mieter ausziehen, um so die Miete beim nächsten Bewohner deutlich zu erhöhen, wollten sie nicht so stehen lassen“, sagt Helten. „Da sich die Vonovia allerdings vehement gegen die Einführung eines Mietpreisspiegels und somit gegen eine Transparenz für die Mieter stellt, sagt das doch einiges aus.“

Vonovia will keinen Mietpreisspiegel

Ähnliches hat auch Sebastian Ritter zu berichten: „Die Mieten werden immer stückweise angehoben, gegenüber den Mietern gibt es aber kein Entgegenkommen dafür.“ Die Forderung, den Mietspiegel einheitlich festzulegen, wurde auch gegenüber dem Bezirksvorsteher der Grünen brüsk zurückgewiesen. Äußerungen des Unternehmens wie „Dann suchen Sie sich eben eine andere Wohnung“, seien „absolut übergriffig“, kritisiert Ritter. „Das sind die eigenen vier Wände und ein Eingriff in die Intimsphäre. So eine Einstellung ist inakzeptabel.“

Allerdings gab Vonovia in beiden Gesprächen auch Fehler zu: „Die Rückerstattung der Müllgebühren hätte besser laufen müssen, das wissen sie. Ebenso, dass die interne Kommunikation verbessert werden muss, wenn es um das Melden von Schäden geht“, sagt Ritter.

Was das Engagement seitens der Politik nun gebracht hat, „werden wir mittelfristig sehen müssen“, sind sich Ritter und Helten einig.

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