Tierisch

Eine Huckinger Siedlung ist im Eulenfieber

Johanna Ewert mit Rosa, Willi und Paula (von links) in ihrem Garten, der auch ein Zuhause für eine Eulenfamilie ist.

Foto: Nina Meise

Johanna Ewert mit Rosa, Willi und Paula (von links) in ihrem Garten, der auch ein Zuhause für eine Eulenfamilie ist. Foto: Nina Meise

Duisburg-Huckingen.  Bei Familie Ewert im Garten hat sich eine Eulenfamilie niedergelassen – mitten im Wohngebiet in Duisburg. Jetzt ist Tierbeobachtung angesagt.

Nachts, wenn es dunkel wird, wird es laut im Garten von Johanna Ewert. Ein mysteriöses Geräusch ist zu hören – laut, unheimlich, immer wieder. Halloween ist noch hin; Geister können es also keine sein. Nach nächtlicher Detektivarbeit und weiterer Recherche im Internet ist sich Johanna Ewert sicher: Das, was nachts in ihrem Garten sein – nein, nicht Unwesen – Wesen treibt, ist: eine Eule.

Genauer gesagt, vier Eulen. Denn inzwischen haben Johanna Ewert und ihre Familie die Quelle des Geräuschs auch zu sehen bekommen: eine große Eule – und drei kleine. Eulenküken. Mitten im Wohngebiet in Duisburg-Huckingen hat sich eine Eulenfamilie angesiedelt.

Recherche in Garten und Internet

„Sie sind flügge“, hat Ewert beobachtet. Und: Sie erweitern ihr Revier. Jede Nacht fliegen sie weiter, kommen die seltsamen Geräusche von weiter her. „Das klingt wie eine quietschende Schwengelpumpe.“ Nachdem sie die Urheber einmal ausgemacht hatte, war Johanna Ewert schnell klar: Es sind die Jungtiere, die diesen Ruf ausstoßen. Dann, wenn die Abenddämmerung einsetzt – klar, Eulen sind nachtaktiv. Ewert wollte es genauer wissen – was für Eulen? – und verlegte die Recherche vom Garten ins Internet. „Ich hab’ mir gefühlt 100 Vogelstimmen angehört.“ Dann fand sie den quietschenden Pumpenschwengel. Ihre akustische Ferndiagnose lautet: „Es ist eine Waldohreule.“

Angefangen hat das nächtliche Treiben „vor fünf, sechs Wochen“. Ein paar Nächte hörten sich die Ewert das an. „Dann haben wir uns ab 22 Uhr auf die Lauer gelegt.“ Mit Erfolg: Auf einem Baum im Garten erspähten sie schließlich die Eulen – und konnten sie sogar fotografieren.

Mit dem Fernglas ins Dachfenster

Abends läuft bei den Ewerts kein Fernseher; sie haben ihren ganz eigenen Tierfilm im Garten. „Die Kinder sitzen mit dem Fernglas im Dachfenster“, beschreibt es Johanna Ewert. Wer noch zu jung ist, um bis zur Eulendämmerung wach zu bleiben, bittet: „Weckst Du mich, wenn die Eulen kommen?“ Die Ewerts haben jetzt auch häufig Übernachtungsbesuch – von menschlichen Küken aus der Nachbarschaft, die ihre gefiederten Altersgenossen sehen wollen. „Die ganze Nachbarschaft ist im Eulenfieber.“

Was Johanna Ewert besonders freut, ist aber nicht nur der Eulenbesuch an sich, sondern auch das, wofür er steht. „Es wird überall gebaut – aber die Natur ist trotzdem noch im Einklang.“

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