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Ein Abendmarkt für den Duisburger Süden: Diese Ideen gibt es

Händler für einen Abendmarkt im Duisburger Süden zu finden, könnte schwierig werden, fürchtet Duisburg Kontor. Das hat verschiedene Gründe.

Händler für einen Abendmarkt im Duisburger Süden zu finden, könnte schwierig werden, fürchtet Duisburg Kontor. Das hat verschiedene Gründe.

Foto: Julia Tillmann / FUNKE Foto Services

Duisburg-Süd.  Politiker stimmen für einen Abendmarkt im Duisburger Süden. Jetzt muss Duisburg Kontor prüfen, ob’s funktioniert. Diese Ideen gibt es schon:

Ein Abendmarkt für den Duisburger Süden ist in greifbare Nähe gerückt: Die Bezirksvertretung Süd votierte in ihrer jüngsten Sitzung bei nur einer Gegenstimme für den Antrag von CDU und Junges Duisburg. Die Idee wird damit jetzt Oberbürgermeister Sören Link und Duisburg Kontor zur Prüfung vorgelegt. Unterdessen werden die Pläne für den Abendmarkt konkreter.

„Der Buchholzer Markt gibt das gegebenenfalls her“, sagt Manfred Helten (CDU). „Der Dienstag ist schwach, aber der Freitag brummt.“ Einen Feierabendmarkt im Süden würde er zunächst einmal im Monat einführen, am nachfrageschwächeren Dienstag: in der Hoffnung, dass diejenigen, die vormittags nicht auf den Markt können, abends Zeit für Äpfel und Zucchini haben. Duisburg Kontor hingegen dürfte einen anderen Wochentag favorisieren: „Wochenmärkte funktionieren regulär ab donnerstags beginnend gut“, sagt Sprecher Patrick Kötteritzsch.

Events und Themenabende sollen Kunden auf den Abendmarkt locken

Egal, an welchem Tag: Mit Ständen allein soll es auf dem Abendmarkt nicht getan sein. Manfred Helten plädiert für Events: „Damit man die Leute lockt.“ Weiter schwebt ihm vor, das erst vor kurzem eröffnete Weinlokal auf der anderen Straßenseite mit einzubeziehen. Seine stellvertretende Fraktionsvorsitzende Angelika Kleinefeldt regt Themenabende an. Events und ein attraktives Angebot soll Menschen auch von außerhalb Buchholz’ zum Feierabendmarkt ziehen: Die Straßenbahn, erinnert Helten, hält schließlich ganz in der Nähe.

Zustimmung für den Abendmarkt kommt in der Bezirksvertretung auch vom inzwischen parteilosen Norbert Broda: „Ich halte den Ansatz für logisch und sinnvoll“, sagt er und regt an, Zahlen abzufragen um herauszufinden, „wo es sich wirklich lohnt“.

Ein Wochenmarkt braucht viele Kunden, damit er wirtschaftlich ist

Auch Ratsfrau Britta Söntgerath (parteilos), die dem Gremium als beratendes Mitglied angehört, lobt den Antrag von CDU und Junges Duisburg. „Die Idee ist wunderbar“, findet sie. „Das würde sehr gut zum Einzelhandelskonzept passen.“ Allerdings gibt sie, die auch Mitglied im Aufsichtsrat von Duisburg-Kontor ist, zu bedenken: „Es braucht eine große Frequenz, bis sich Märkte tragen können.“

Söntgerath weist auch auf einen anderen Aspekt hin, der sich als problematisch erweisen könnte: „Für die Landwirte ist es sehr schwierig, einen Abendmarkt zu bedienen“, schließlich seien sie schon seit früh morgens auf den Beinen. Das ist auch das Argument von Deniz Edis (Linke), die als einzige gegen den Antrag für einen Abendmarkt stimmte: „Während Sie Feierabend machen, würden andere noch lange, lange arbeiten. Ich finde das nicht zumutbar für die Bauern und ihre Angestellten, die wahrscheinlich schon um 4 Uhr aufstehen.“

Das sagt Duisburg Kontor zu einem Abendmarkt für Duisburg-Süd

Ob sich ein Abendmarkt im Duisburger Süden rechnen würde, ob sich Buchholz als Standort lohnen kann, das kann ohne weitere Analysen auch Duisburg Kontor noch nicht sagen. „Das Potenzial ist momentan schwer einzuschätzen“, sagt Sprecher Patrick Kötteritzsch. Zu prüfen seien im Vorfeld unter anderem Veranstaltungszeit und -ort, das Marktumfeld mit der bisherigen Frequenz, die Parkplatzsituation und insbesondere die Bereitschaft marktrelevanter Händler und Schausteller.

In diesem Punkt könnte es schwierig werden: Händler zu gewinnen, ist für Duisburg Kontor laut Kötteritzsch ohnehin nicht einfach. Das liegt an langen Arbeitszeiten und dem Risiko verderblicher Ware sowie am Geld: Händler müssen „in modernde Marktwagen investieren, um im Wettbewerb mit stationären Kettenläden wie Edeka und Rewe bestehen zu können“. Noch schwieriger gestaltet sich die Händlerakquise bei einem Abendmarkt statt für einen Vormittagsmarkt: „Ein früher Arbeitsbeginn beim Einkauf auf dem Großmarkt macht lange Arbeitszeiten erforderlich, was zu Problemen bei Lenkzeiten für Fahrer führen kann.“ Und noch etwas schreckt die Händler ab, was Abendmärkte betrifft: „Die Umsatzaussichten sind aufgrund der Erfahrungen in anderen Städten eher gering.“ Der Grund: mangelnde Kaufkraft.

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