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Duisburgerin gewinnt mit ihrem Food Blog einen Preis

In ihrem Element: Blog-Betreiberin Karoline Hatt von „Hattgekocht“ in ihrer Küche.

Foto: Ute Gabriel

In ihrem Element: Blog-Betreiberin Karoline Hatt von „Hattgekocht“ in ihrer Küche. Foto: Ute Gabriel

Duisburg-Rahm.  Für Karoline Hatt gehören Kochlöffel und Kamera zusammen: Sie bloggt über ihre Kochkünste. Dafür hat sie jetzt einen Preis bekommen.

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Karoline Hatt schwingt den Kochtopf von rechts nach links. Dann setzt sie ihn wieder auf der Herdplatte ab. Die gerade frisch geknackten Walnüsse verbreiten beim Rösten einen köstlichen Duft. Derweil knetet die 27-Jährige den Nudelteig. „Heute gibt es eine Herbst-Pasta: selbstgemachte Bandnudeln in Sahnesauce mit Speck, Walnüssen und Granatapfel“, erzählt Hatt und wischt sich das Mehl von der Nase. Sie liebt es, nach Feierabend hinter dem Herd zu stehen und Gerichte auszuprobieren. Sie liebt es, ihre Erfahrungen und Rezepte im Internet zu teilen und Fotos vom Essen zu machen, die schon beim Hinschauen das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Karoline Hatt ist in der Koch-Szene im Internet aktiv. Sie ist Foodbloggerin.

Hattgekocht gehört zu Deutschlands besten zehn Foodblogs

Ende 2014 hat sie mit ihrem Blog „Hattgekocht“ angefangen. Seitdem hat sich viel getan. Mittlerweile verdient die Journalistin Geld mit ihrer Leidenschaft. Hattgekocht zählt zu den zehn besten Foodblogs in Deutschland.Dieses Jahr belegte sie sogar den zweiten Platz beim Österreichischen Food Blog Award – das ist der größte deutschsprachige Wettbewerb. Sie trat in der Kategorie „kulinarische Schätze“ an. Hatt erzählt: „Man musste sich mit einem Rezept bewerben, das eine Geschichte hat. Eine Jury aus Köchen, Food-Journalisten, Fotografen und Bloggern hat eine Auswahl getroffen.“ Hatt schickte ihr Rezept „Allgäuer Krautkrapfen“ ein – mit passender Geschichte.

„Ich habe noch nie eine Tiefkühlpizza gegessen“

Karolines Vater Michael kommt aus dem Allgäu. „Dort wurde immer ordentlich gegessen: Brotzeit, Kässpatzen, Kaiserschmarrn. Die Arbeit auf dem Bauernhof war hart. Man musste sich stärken. Von ihm habe ich viel gelernt. Er ist meine größte Inspirationsquelle und mein größter Kritiker“, erklärt die Bloggerin den Grund für ihrer Leidenschaft. Bei Familie Hatt wurde immer gekocht. „Ich habe noch nie eine Tiefkühlpizza gegessen. Selbstgemacht schmeckt am besten.“

In ihrem Blog wandelt Karoline Hatt klassische Rezepte ab: Versunkener Apfelkuchen mit Marzipan und Granatapfel, zweierlei Zwiebelkuchen vom Blech und Bulgur-Auflauf mit Tomaten und Ricotta. „Ich achte darauf, dass meine Gerichte saisonal sind und die Zutaten zur Jahreszeit passen.“

Am Wochenende gab es eine Ausnahme. Karoline Hatt brutzelte vorab das Weihnachtsessen, und die Familie durfte probeessen. „Die freuen sich natürlich, wenn es was zum Testen gibt. Die feiern das total.“

<<< EIN REZEPT ZUM NACHKOCHEN

• Für den Nudelteig:
400g Mehl, 4 Eier, 1 Eigelb, einen halben Tl Kurkuma, Prise Salz

• Für die Sauce:
2 El Olivenöl,1 El Butter, 150g durchwachsener Speck,1 rote Zwiebel, halber Becher saure Sahne, 1 Becher Schlagsahne, 300 ml Cidre,1 El Aprikosenmarmelade, Abrieb von einer Bio-Zitrone, Salz und Pfeffer, 1 halbe frische rote Chili, 1 Kaffeetasse Nudelwasser, Kerne von einem Granatapfel, 100g Walnüsse (in der Pfanne leicht geröstet), 150 g grüne und rote Trauben.

• Zubereitung:
Alle Zutaten für den Nudelteig mit einer Küchenmaschine oder per Hand zu einem homogenen Teig verkneten. In Frischhaltefolie einwickeln und etwa eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

In der Zwischenzeit geht es mit der Sauce weiter: In einem großen Topf Butter und Olivenöl leicht erhitzen und die Speckwürfel darin leicht anbraten. Die zerkleinerten Zwiebeln hinzugeben und anschwitzen. Anschließend die Aprikosenmarmelade untermischen und mit dem Cidre ablöschen. Schmand und Schlagsahne unterrühren, die Chilischote hinzugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Erst gegen Ende wird die Zitronenschale untergemischt und die Hitze stark reduziert.

So bereiten Sie die Nudeln selbst zu

Jetzt geht es an die Nudeln: Zunächst das Nudelwasser mit Salz zum Kochen bringen. Um den Teig dann mit der Nudelmaschine zu walzen, muss er geviertelt werden. Jedes Stück mit den Handflächen zu einem platten, ovalen Fladen formen und die Walze der Nudelmaschine mit Mehl bestäuben. Die Nudelmaschine auf den größten Walzenabstand einstellen und anschließend den Teig durch die Maschine drehen. Danach das flache Stück zweimal zur Mitte hin falten. Mit der schmaleren Seite erneut durch die Walze drehen. Den Vorgang dreimal widerholen, damit der Teig schön geschmeidig wird. Jetzt den Walzenabstand verringern und von Stufe zu Stufe vorarbeiten. Wenn die Nudelplatten zu lang werden, einfach mit einem Messer halbieren. Immer wieder mit Mehl bestäuben.

Am Ende sollten die Platten eine Stärke von circa zwei bis drei Millimetern haben. Diesen Vorgang mit den anderen drei Teigstücken wiederholen. Am Ende dann durch die Nudelschneidewalze drehen und ins Wasser geben. Für zwei Minuten kochen und direkt in die Soße geben.

Den Vorgang mit allen Platten wiederholen. Am Ende noch eine Kaffeetasse Nudelwasser zu der Soße geben und vermischen. Am Tisch dann mit zerstoßenen Walnüsse, geviertelten Weintrauben und den Granatapfelkernen garnieren und anschließend genießen.

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