Wirtschaftsförderung

Duisburger Süden soll jährlichen Wirtschaftsgipfel bekommen

Für Teile des Gewerbegebiets Großenbaum-Süd hatte die Verwaltung Wohn-Pläne. Nachdem sich Widerstand von den Firmen regte, lehnte der Rat 2017 die Pläne ab: Das Gewerbegebiet bleibt erhalten.

Foto: Hans Blossey/Archiv

Für Teile des Gewerbegebiets Großenbaum-Süd hatte die Verwaltung Wohn-Pläne. Nachdem sich Widerstand von den Firmen regte, lehnte der Rat 2017 die Pläne ab: Das Gewerbegebiet bleibt erhalten. Foto: Hans Blossey/Archiv

Duisburg-Süd.   Der Wirtschaftsgipfel soll Wirtschaft, Politik und Verwaltung miteinander ins Gespräch bringen. IHK und GfW kündigen Unterstützung an.

Einmal im Jahr sollen künftig Firmen aus dem Duisburger Süden zu Gesprächen zusammenkommen mit Politik und Verwaltung: Der Wirtschaftsgipfel Duisburg-Süd soll den Stadtbezirk „zum Vorreiter und wirtschaftlichen Trendsetter in Duisburg“ machen.

Das sieht ein Prüfauftrag von Junges Duisburg vor, den die Mitglieder der Bezirksvertretung Süd einstimmig verabschiedet haben. Seinen Antrag begründet Frederik Engeln (Junges Duisburg) mit zwei Beispielen aus den beiden vergangenen Jahren: „Das Sterben von einem Werbering nach dem anderen ist bedenklich.“ 2016 hatte sich der Verein Atrium Huckingen aufgelöst; auch um den – weiterhin aktiven – Buchholzer Werbering gibt es immer wieder Schließungsgerüchte.

Gewerbegebiet sollte Platz machen für Wohnen am Rahmer See

Das andere Beispiel ist jünger und größer: Bei der Diskussion um die verkehrliche Anbindung des Gewerbegebiets Großenbaum-Süd sei „an den Gewerbetreibenden vorbei geplant“ worden. Für einen Teil des Gewerbegebiets gab es Wohnbebauungspläne; entstehen sollte „Wohnen am Rahmer See“. Im Zuge dessen gab es Hickhack um die Südtangente. Die Wohnpläne lehnte der Rat der Stadt letztlich ab; das Gewerbegebiet bleibt bestehen und wird über die Südtangente direkt an die Autobahn A 524 angeschlossen.

Der Wirtschaftsgipfel Duisburg-Süd soll die Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung an einen Tisch bringen. Und zwar nicht nur zum Reden, sondern durchaus für Ergebnisse: Gegenwärtige und künftige Probleme könnten schneller angepackt werden, erhoffen sich die Politiker. „Es müssen gemeinsame Antworten auf die Fragen der Zukunft wie Digitalisierung, moderne Infrastruktur, Personalentwicklung und Demografie gefunden werden“, heißt es im Antrag.

IHK bietet Referenten für Info-Veranstaltungen an

Unterstützung für die Idee von mehr Austausch und Vernetzung signalisiert die IHK Niederrhein. Zu Themen wie Digitalisierung sei man „gerne bereit“, Referenten zu stellen, sagt der Geschäftsbereichsleiter Mittelstand, Michael Rüscher, auf Anfrage der Südredaktion. Allerdings findet er das Wort Gipfel eine Nummer zu groß. „Gipfel klingt nach einer globalen Veranstaltung, und die Themen im Antrag sind auch sehr global“, meint er. Interessanter und speziell für den Duisburger Süden wichtig seien eher Themen, die vor Ort spielen: Umgehungsstraßen, der Baubeginn von Projekten, Hochwasserschutz oder Breitbandausbau.

GfW: Wirtschaftsförderung funktioniert auch für Stadtteile

Auch die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW) begrüßt den Vorstoß aus dem Duisburger Süden. „Wirtschaftsförderung kann auch auf mikrolokaler Ebene, also begrenzt auf Stadtteile, funktionieren“, sagt GfW-Sprecherin Annegret Angerhausen-Reuter auf Anfrage der Südredaktion. „Wir begrüßen es, wenn es auch im Duisburger Süden zu regelmäßigen Zusammentreffen der Gewerbetreibenden mit Vertretern aus Politik und Verwaltung kommt.“ In anderen Stadtteilen habe sich so etwas bereits als erfolgreich bewiesen. Die GfW bietet an, als Moderator und Organisator „gerne die Federführung“ zu übernehmen. Dabei solle auch der Bezirksmanager mit einbezogen werden.

<<< BEZIRK MITTE SCHON SEIT 2005 VERNETZT

Im Stadtbezirk Mitte gibt es seit dem Jahr 2005 Interessengemeinschaften von Gewerbegebieten, die als Schnittstelle zwischen Verwaltung und Betrieben dienen. Unterstützt werden sie – zum Beispiel die IG Kaßlerfeld und die IG Neumühl – durch die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und das zuständige Bezirksamt. Beide sind Mitglieder in den entsprechenden Vereinen.

Die Interessengemeinschaften sprechen zum Beispiel mit, wenn es um öffentliche Baumaßnahmen geht, und setzen sich dafür ein, Unfallschwerpunkte sicherer zu gestalten. Auch die Attraktivität der Firmenstandorte zu steigern, ist ein Ziel der IGs. Außerdem sorgen sie unter anderem für einheitliche Beschilderungen in den Gewerbegebieten sowie für mehr Sicherheit und Sauberkeit.

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