Hilfe für Syrien

Duisburger spenden Kistenweise für Menschen in Syrien

Die Initiatoren der Spendensammlung für Syrien: Friedel Mentzen, Pfarrer Roland Winkelmann und Horst Ambaum (v.l.)

Die Initiatoren der Spendensammlung für Syrien: Friedel Mentzen, Pfarrer Roland Winkelmann und Horst Ambaum (v.l.)

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Süd.  Viele Duisburger sind dem Aufruf einiger Ehrenamtler gefolgt und haben Kleidung und Spielzeug für Menschen in Syrien gespendet. So geht’s weiter.

Horst Ambaum und Friedel Mentzen sind überwältigt und überglücklich. Die Teilnahme an ihrer Hilfsaktion für Menschen in Syrien ist ein voller Erfolg. Bereits eine Woche nach ihrem Aufruf stapeln sich die Kartons mit Kleidung und Spielsachen in der leerstehenden Kirche Maria Himmelfahrt an der Mündelheimer Straße. Noch die ganze Woche, bis zum 14. Februar, können noch Sachen für das Krisengebiet gespendet werden. Dann schippert der erste Container in den Mittleren Osten.

„Das ist wirklich phänomenal“, sagt Ambaum, der ebenso wie Mentzen Mitarbeiter der Caritas beziehungsweise Diakonie war. „Wir haben so viele Sachen erhalten, das ist schon wirklich beeindruckend, wie groß die Hilfsbereitschaft ist“, sagt er.

Auch Schirmherr Pfarrer Roland Winkelmann ist voller Freude. „Mich beeindruckt das sehr“, sagt er. Jeden Tag zwischen 12 und 18 Uhr halten Autos vor der Kirche, voll beladen mit Kleidung, Spielzeug oder Hilfsmitteln, etwa für Senioren. In der Kirche wuseln ehrenamtliche Helfer umher, sortieren und verpacken, unter ihnen finden sich Duisburger, aber auch Geflüchtete aus Syrien.

Neben weiteren Sachspenden sind auch Geldspenden erwünscht

Ruth Stoppelkamp ist eine der Helferinnen. „Ich finde es enorm wichtig, dass wir von hier aus helfen. Ich komme hier vorbei, wann immer ich es einrichten kann und helfe dabei, die vielen Sachen zu sortieren“, sagt sie.

Die Schwestern Abeer und Noor Al-Kheder, 20 und 19 Jahre alt, sind auch dabei, packen kräftig mit an. Und nehmen auch immer wieder einen Stift in die Hand. „Wir beschriften die Kartons auf Arabisch, damit die Menschen in Syrien wissen, was in den Kartons ist“, sagen die beiden jungen Frauen, die bereits seit vier Jahren in Deutschland leben.

„Wir denken, dass die Menschen dort alles gebrauchen können, was wir entbehren können“

Kleidung für Frauen und Männer, aber auch vieles für Kinder ist bisher in der Kirche abgegeben worden. „Außerdem haben wir uns sehr über Rollatoren und Krücken gefreut“, sagt Ambaum. Er hofft, dass die Spendenbereitschaft nicht nachlässt. „Wir denken, dass die Menschen dort alles gebrauchen können, was wir entbehren können, im Moment ist es dort bitterkalt, also brauchen wir besonders warme Kleidung“, weiß er.

Doch nicht nur weitere Sachspenden sind willkommen. „Geldspenden würden uns auch weiter bringen. Schließlich kosten die Umzugskartons Geld, und auch die Container müssen ja gemietet werden“, sagt er. 1400 Euro koste es, einen solchen nach Syrien bringen zu lassen. „Wir verschicken alles per Schiff. Zuerst geht es nach Rotterdam und von dort aus weiter bis in die Türkei und schließlich nach Syrien“, erklärt er.

Die ersten 100 Umzugskartons sind bereits nach der ersten Woche gefüllt

400 Umzugskartons haben die fleißigen Helfer bestellt, die ersten 100 sind bereits jetzt, nach einer Woche prall gefüllt. Ursprünglich war die Aktion bis Ende Februar geplant. Doch spätestens am Freitag wird der Container voll sein, dann ist erst einmal Schluss.

Bis dahin gibt es noch viel zu sortieren. Deshalb würden sich die Ehrenamtlichen, die in der Kirche arbeiten, über weitere Unterstützung freuen. „Ein paar mehr helfende Hände könnten nicht schaden“, ist sich Ruth Stoppelkamp sicher. „Jeder kann kommen, wann er möchte, und so lange bleiben, wie er will. Wir sind jeden Tag hier“, sagt Horst Ambaum. Nur eines sei wichtig: „Es ist in der Kirche mindestens so kalt wie draußen, also sollte man sich besser warm einpacken“, sagt er.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben