Bürokratie

Duisburg: Warum Serm seit 1975 kein Ortsteil mehr ist

Dorfmittelpunkt in Duisburg-Serm: die Kirche Herz Jesu. Ein eigener Stadtteil ist Serm allerdings seit der kommunalen Neugliederung 1975 nicht mehr.

Dorfmittelpunkt in Duisburg-Serm: die Kirche Herz Jesu. Ein eigener Stadtteil ist Serm allerdings seit der kommunalen Neugliederung 1975 nicht mehr.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Duisburg.  1975 war für die Sermer ein trauriges Jahr: Seitdem ist ihr Dorf kein Duisburger Stadtteil mehr. Was die Gründe sind, und warum es Hoffnung gibt.

Ausgerechnet in jenem Jahr, als die Stadt Duisburg mehr Stadtteile bekam, verlor Serm seinen Status als, wie es korrekterweise heißen muss, Ortsteil. Bis 1975 bestand Duisburg aus 33 Ortsteilen. Dann kam die kommunale Gebietsreform. Dadurch wuchs die Zahl der Ortsteile zwar auf 46; Walsum und einige linksrheinische Gebiete wurden eingemeindet.

Serm aber gehörte zu den Verlierern der neuen Ordnung: Weil Mündelheim, Ehingen und Serm zu klein waren, wurden sie kurzerhand zusammengefasst. Damit blieb Mündelheim Stadtteil – zu dem offiziell seitdem auch Ehingen und Serm gehören.

Für die Einteilung in Stadtteile entscheidend ist die Einwohnerzahl

„Entscheidend für die Einteilung in die neuen 46 Ortsteile war die Einwohnerzahl“, erklärt Stadtsprecher Jörn Esser. „Ehingen, Serm und Mündelheim waren zu klein, um weiterhin als statistische Bezirke (Ortsteile) gelten zu können.“ Denn die Ortsteile sollen nicht zu große Unterschiede aufweisen.

Duisburgs kleinster Stadtteil ist heute Ungelsheim: Dort leben 3017 Menschen (Stichtag 31. Dezember 2019). In Serm gibt es 2306 Einwohner.

Trotzdem dürfen die Sermer hoffen, ihr geliebtes Dorf vielleicht eines Tages doch wieder Stadtteil nennen zu dürfen: Wenn neue Wohngebiete erschlossen werden, könnte die Einwohnerzahl wachsen – und dann könnte eines Tages auch Serm wieder genug Einwohner haben, um als eigener Stadtteil zu gelten. Auch ganz offiziell.

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