Verkehr

Druchter Weg in Großenbaum soll zur Fahrradstraße werden

Auf Fahrradstraßen – hier in Essen – haben Fahrräder Vorrang vor motorisiertem Verkehr.

Foto: Kerstin Kokoska/Archiv

Auf Fahrradstraßen – hier in Essen – haben Fahrräder Vorrang vor motorisiertem Verkehr.

Duisburg-Großenbaum.   Auf 1,4 Kilometern sollen Fahrräder künftig Vorrang vor Pkw haben. Allerdings muss die Straße erst saniert werden. Das könnte teuer werden.

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Sollte der Druchter Weg zur Fahrradstraße werden, wird das teuer. Denn die Straße ist zu schlecht, muss also erstmal saniert werden – und anschließend ausgebaut.

Die Bezirksvertretung Süd hatte die Umwidmung im Jahr 2016 auf Antrag von SPD und Grünen mehrheitlich beschlossen. Danach sollen Saarner Straße, Lintorfer Waldweg und Druchter Weg von der Brücke über den Dickelsbach bis zur Stadtgrenze Mülheim zu Fahrradstraßen umgewidmet werden. Schwerpunktmäßig untersucht hat die Verwaltung seitdem den Druchter Weg. Auf Fahrradstraßen haben Fahrräder Vorrang, und es gilt eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 30 km/h.

Der Druchter Weg gilt als nicht verkehrssicher

Der Druchter Weg ist zurzeit laut Verwaltung zu kaputt, um ihn in eine Fahrradstraße umzuwidmen. Er „besteht in Teilen aus einer Häufung von Schlaglöchern und Schadstellen“, heißt es in einer Vorlage. Er müsste daher zunächst saniert werden – und das unabhängig von der Frage der Fahrradstraße. Denn als verkehrssicher gilt er aktuell offenbar nicht; die Vorlage spricht von „dringendem Handlungsbedarf“, eine neue Fahrbahndecke oder einen neuen Querschnitt herzustellen.

Auch nach einer Sanierung wäre er allerdings zu schmal für eine Fahrradstraße: Die sollen zwischen 4 Meter und 4,60 Meter breit sein, plus einem Sicherheitsabstand von 75 Zentimetern zu parkenden Autos. Eine geringere Breite reicht nicht aus, damit Pkw Radfahrer mit genügend Sicherheitsabstand überholen können; eine breitere Fahrbahn lädt zu Geschwindigkeitsübertretungen ein.

Die Fahrbahn müsste um zwei Meter verbreitert werden

Der Druchter Weg misst auf der betroffenen Länge von 1,4 Kilometern zurzeit zwischen 3,40 und 3,65 Meter. Dazu kommt noch, dass auf dem Druchter Weg auf dem Weg zum Naturistenparadies (LBN) viele Wohnwagen fahren. Der Druchter Weg müsste als Fahrradstraße also darauf ausgelegt sein, dass Wohnwagen, Pkw und Fahrradfahrer an einander vorbei fahren können. Dazu müsste sein Querschnitt 4,70 Meter messen – und das würde bedeuten: Die Fahrbahn müsste um etwa zwei Meter verbreitert werden (inklusive Sicherheitsabständen). Das wäre „kostenintensiv“, so die Vorlage. Genaueres kann die Stadt noch nicht sagen. Es wären nicht die einzigen Kosten: Denn der Druchter Weg müsste wohl in den Waldbereich hin ausgeweitet werden. Die Flächen im Wald gehören aber nicht der Stadt.

Von preiswert bis teuer: Diese Möglichkeiten gibt es

Ein möglicher Ausbau wird zurzeit zwischen Straßenbaubehörde und Verkehrsplanung abgestimmt. Drei Möglichkeiten sind dabei denkbar:

- die Billigste: Der Druchter Weg wird so ausgebaut, dass nur an Ausweichstellen Autos an Fahrradfahrern vorbeifahren können.

- die Mittlere: Auf der gesamten Strecke wird zumindest das sichere Überholen von Radfahrern ermöglicht.

- die Teuerste: Der Druchter Weg wird so ausgebaut, dass er auf der gesamten Strecke den Anforderungen einer Fahrradstraße gerecht wird.

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