Bebauung

Diskussionen um Neubaugebiet Angerbogen II

Auf der linken Bildseite liegt der Angerbogen I, rechts, auf der anderen Seite der Düsseldorfer Landstraße, soll der Angerbogen II entstehen. Der Bürgerverein Huckingen kritisiert den drohenden Verlust eines Naherholungsgebiets.

Auf der linken Bildseite liegt der Angerbogen I, rechts, auf der anderen Seite der Düsseldorfer Landstraße, soll der Angerbogen II entstehen. Der Bürgerverein Huckingen kritisiert den drohenden Verlust eines Naherholungsgebiets.

Foto: Hans Blossey

Huckingen.   Der Bürgerverein Huckingen und die Grünen lehnen das Bauprojekt ab. Die Stadt will einkommensstarke Bevölkerungsschichten an Duisburg binden.

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Der Diskussionsbedarf ist offensichtlich hoch. Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr treffen sich heute die Mitglieder der Bezirksvertretung Süd, um schwerpunktmäßig über die anstehenden Bauprojekte im Duisburger Süden zu sprechen.

Von besonderem Interesse ist dabei die immer wieder kontrovers geführte Debatte um die Bebauung der Fläche „Am Alten Angerbach“. Die Planungsphase war von Protesten und Einwänden begleitet, besonders aktiv zeigte sich dabei der Huckinger Bürgerverein, der per Online-Petition 2820 Unterschriften einsammelte und diese dem städtischen Baudezernenten Tum übergeben hatte.

Die Mehrheit der Bezirksvertreter ist für das Bauprojekt

Politisch scheint das Thema längst „durch“, die städtischen Planungen finden bei der breiten Mehrheit der Bezirksvertreter Zustimmung. Nur die Grünen positionieren sich ähnlich wie der Huckinger Bürgerverein und lehnen das Bauprojekt ebenso ab.

Aktuell sind im Neubaugebiet „Angerbogen II“ 138 Doppelhaushälften, 89 Einfamilienhäuser, 10 Mehrfamilienhäuser und 26 Stadthäuser geplant. Die Vermarktung liegt bei der Gebag, rund 370 Interessenten soll es jetzt schon geben. Für die Stadt bedeutet die Besiedlung dieser Fläche den baumäßigen Abschluss der Gesamtentwicklung des Bereichs Angerbogen.

138 Doppelhaushälften und 89 Einfamilienhäuser

„Toscana-Villen“ soll es laut Gebag- Geschäftsführer Bernd Wortmeyer dort nicht geben, eine reine Reihenhaussiedlung aber auch nicht. Für eine architektonische Vielfalt soll nicht nur die Struktur der unterschiedlichen Wohneinheiten, sondern auch eine Vielzahl von frei und individuell planbaren Haustypen sorgen.

Das beeindruckt die Projekt-Gegner aber keineswegs. Rolf Peters vom Huckinger Bürgerverein nennt in einem Schreiben an diese Zeitung noch einmal die Gründe für die Ablehnung. Dabei stellt er in den Fokus, dass mit der Bebauung des Areals östlich der U-Bahntrasse ein „von der Bevölkerung intensiv genutzter Erholungsraum“ sowie ein „klimatischer Ausgleichsraum“, der bisher für die Zufuhr von Frisch- und Kaltluft im Duisburger Süden Sorge trägt, zerstört werden.

Erholungsraum für die Bevölkerung fällt weg

Weiter sieht der Vorsitzende des Bürgervereins die Besiedlung eines überschwemmungsgefährdeten Gebietes und die Zerstörung von Biotopen kritisch. Das alles geschehe, um auf Kosten der Landschaft im Duisburger Süden Erlöse für die Stadt zu erzielen. Das ist bei Quadratmeterpreisen von 400 bis 700 Euro auch mit Sicherheit der Fall. Aus Sicht der Stadtplaner ist es aber notwendig, in Duisburg attraktive Wohnangebote zu schaffen, um langfristig auch einkommensstarke Bevölkerungsschichten an die Stadt zu binden.

Nach anfänglicher Skepsis steht auch Bezirksvertreter Frederik Engeln (Junges Duisburg) voll hinter dem Bauprojekt. Er zeigte sich erfreut, dass man auf Argumente aus der Politik eingegangen ist, die geplante Bebauung reduziert und auch strukturelle Veränderungen vorgenommen habe. Engeln sieht keine „Überforderungen der infrastrukturellen Leistungsfähigkeit Huckingens“ und bezeichnet die überarbeitete Bauplanung als „die Grundlage für ein modernes und attraktives Wohnen im Duisburger Süden“.

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