Bundesfreiwilligendienst

Dieser Duisburger arbeitet freiwillig ein Jahr im Kinderdorf

Merlin Stürwald hat sich nach seinem Abitur für einen Bundesfreiwilligendienst im Kinderdorf Duisburg entschieden. Dort arbeitet er seit September.

Merlin Stürwald hat sich nach seinem Abitur für einen Bundesfreiwilligendienst im Kinderdorf Duisburg entschieden. Dort arbeitet er seit September.

Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Großenbaum.   Merlin Stürwald hat sich nach dem Abi für den Bundesfreiwilligendienst im Kinderdorf Duisburg entschieden. Jetzt will der 20-Jährige verlängern.

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Work&Travel in Australien oder lieber direkt studieren? Für Merlin Stürwald kam beides nicht infrage. Der 20-Jährige absolviert zur Zeit einen Bundesfreiwilligendienst im Kinderdorf Duisburg. Sein Abitur machte er auf der Gesamtschule Walsum. Seit September fährt er nun fünfmal in der Woche von Röttgersbach im Duisburger Norden nach Großenbaum. Die Redaktion hat mit ihm über seine Motivation gesprochen.

Warum haben Sie sich für einen Bundesfreiwilligendienst entschieden?

Ich wusste nach der Schule nicht genau, was ich machen will. Da fand ich ein soziales Jahr, wo ich mich ein bisschen orientieren kann, ganz passend. Dazu habe ich mir überlegt, etwas mit Kindern zu machen.

Was sind Ihre Aufgaben im Kinderdorf?

Ich helfe im Haushalt mit, unternehme etwas mit den Kindern, unterstütze sie bei den Hausaufgaben und begleite sie durch den Alltag. Manchmal fahre ich auch mit dem Auto los, bringe die Kinder zu ihren Terminen und mache Besorgungen. Meine Arbeitszeiten sind montags bis freitags von 12 bis 20 Uhr.

Nehmen die Kinder Sie als Autoritätsperson wahr?

Das war am Anfang schwierig, da kannte ich die Kinder nicht und sie mich nicht. Es war nicht direkt klar, ob sie auf mich hören müssen. Aber mittlerweile klappt das ganz gut. Die Kinder wissen, dass sie auf mich hören sollen, und wenn sie es nicht tun, kann ich mich immer noch an die Erzieher wenden.

Zu Freiwilligendiensten gehören ja auch immer Seminare.

Genau, davon hatte ich schon drei von fünf. Die waren in Kürten, Bielefeld und in Altenkirchen. Da trifft man eine Woche lang auf andere Freiwillige und erarbeitet gemeinsam Projekte, in meinem Fall stammt die Hälfte aus dem Ausland. Wir müssen dort auch selber kochen, das hilft dabei, selbstständiger zu werden.

Wie waren Ihre Erfahrungen?

Bei dem ersten Seminar wäre ich lieber arbeiten gegangen, das Haus in Kürten war nicht so schön, und es gab viele Kleinigkeiten, durch die ich mich nicht so wohlgefühlt habe. Beim zweiten Mal war das schon besser.

Was macht der Freiwilligendienst mit Ihnen?

Es macht mir sehr viel Spaß, hier zu arbeiten. Ich merke auch, dass ich abends ganz anders drauf bin. Während der Schule kam ich müde nach Hause, jetzt bin ich viel ausgeglichener. Durch die Kinder bin ich auch in einer fröhlicheren Umgebung, das wirkt sich auch positiv auf einen selbst aus.

Was war ein Höhepunkt in Ihrem bisherigen Dienst?

Die Nachtdienste fand ich schon ganz interessant, die habe ich zweimal am Wochenende begleitet. Da bringt man die Kinder abends ins Bett, weckt sie morgens und frühstückt mit ihnen.

Können Sie sich vorstellen, weiter mit Kindern zu arbeiten?

Durchaus. Ich denke, ich kann Dinge für mich behalten und gebe Ratschläge, das liegt mir. Ich überlege, noch ein halbes Jahr an den Freiwilligendienst dran zu hängen.

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