Ausstellung

Diese Kunstwerke gab’s nur drei Stunden lang zu sehen

Es war die erste gemeinsame Ausstellung von Birgit Hares, Gudrun Bartsch, Johanna Pullen und Heike Bachert.

Es war die erste gemeinsame Ausstellung von Birgit Hares, Gudrun Bartsch, Johanna Pullen und Heike Bachert.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg-Buchholz.   Vier Künstlerinnen haben sehr unterschiedliche Werke im Tanzstudio Shaping Motion ausgestellt. Besonders die kleinen Werke kamen dabei groß raus.

Eine allzu lange Laufzeit hatte die erste gemeinsame Ausstellung von Johanna Pullen, Birgit Hares, Heike Bachert und Gudrun Bartsch nun wirklich nicht. Gerade mal für drei Stunden wurde am Sonntagnachmittag der Tanz- und Trainingsraum des „Shaping Motion“-Studios an der Düsseldorfer Landstraße zur Kunsthalle.

Die Räumlichkeiten sind den Ausstellerinnen nicht unbekannt, einige von ihnen nehmen dort regelmäßig an Tanzkursen teil. Der starke Besucherzuspruch bereits kurz nach der Eröffnung zeigte, dass das vielfältige Angebot der befreundeten Künstlerinnen neugierig machte. Auf diese Weise erfuhr auch der künstlerisch eher mäßig informierte Teil des ansonsten fachkundigen Publikums, was sich hinter Begriffen wie „Pebble Art“ und „Tiny People Art“ verbirgt.

Tiny People Art: Kleine Leute fällen Buntstifte

Heike Bacherts „Tiny People“ waren dabei ein echter Hingucker. Ihre Winzlinge, zumeist kleine Modelleisenbahn-Spielfiguren, baut sie in absurde Alltagssituationen ein. „Jedes Bild erzählt eine kleine Geschichte“, erläutert die Schöpferin der pfiffigen Kleinskulpturen. So gibt es Szenen zu sehen, bei denen kleine Leute Buntstifte fällen oder in einer Bürste die Borsten mit einem winzigen Rasenmäher bearbeiten.

Charakterpuppen von Reisen inspiriert

Gudrun Bartsch mag es da schon eine Nummer größer und stellt ihre „Charakterpuppen“ aus. Köpfe, Arme und Beine hat sie aus Holzmodellbaumehl modelliert, den Rumpf aus textilem Material angefertigt. „Die Frau dort habe ich auf Sri Lanka getroffen“, erklärt sie mit Blick auf eine traditionell gekleidete Puppe. Auch der afrikanische Junge, dem die Puppenkünstlerin auf einer ihrer vielen Reisen begegnet ist, hat seinen Platz in der Sammlung gefunden. Gudrun Bartsch: „Zu vielen dieser Menschen habe ich einen persönlichen Bezug, die Gesichter haben sich mir eingeprägt.“

Steine und Holzstücke werden bei Pebble Art zu Kunst

An Birgit Hares’ Stand wird schnell klar, was unter „Pebble Art“ zu verstehen ist: Aus kleinen Steinen und Holzstücken fertigt die Künstlerin ansprechende Werke. „Ich lass’ mich von dem Material inspirieren, schaue, was man damit machen kann.“ Das Ergebnis ihrer Arbeit erstaunt. Zu sehen ist unter anderem eine aus Steinen („Die finde ich am Rhein oder an der Ruhr“) zusammengesetzte elegante Frau mit Hund oder auch eine putzige kleine Osterhasen-Serie.

Makrofotografie deckt den Kosmos in Baumrinde auf

Johanna Pullen nutzt ihren Fotoapparat, um sich künstlerisch auszudrücken. Dabei hat sie sich auf die Makrofotografie fokussiert. „Man muss genau hinschauen, um Dinge wahrzunehmen, die andere so nicht sehen.“ Bei ihren fototechnischen Experimenten ist sie oft selber überrascht, welcher kleine Kosmos sich in einem Stück Baumrinde oder auch in einer simplen Verpackungsfolie verbergen kann.

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