Bundesliga

Diese Frau sorgt dafür, dass der Fußball im Fernsehen läuft

Martina Holz war am Wochenende für das Spiel der Zweiten Fußballbundesliga zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Bochum verantwortlich.

Martina Holz war am Wochenende für das Spiel der Zweiten Fußballbundesliga zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Bochum verantwortlich.

Foto: Udo Gottschalk

Duisburg-Mündelheim.   Unterwegs mit Martina Holz, Produktionsleiterin bei Sportcast – der Firma, von der ARD, ZDF und Sky die Bilder aus der Bundesliga bekommen.

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Ohne ihr Handzeichen wird kein Bundesligaspiel angepfiffen. Erst danach rollt der Ball, und das Live-Spiel geht über den Sender. Jedenfalls dort, wo Martina Holz das Sagen hat. Die Mündelheimerin ist Produktionsleiterin bei „Sportcast“. Das Kölner Unternehmen überträgt die Spiele der 1. und 2. Bundesliga, die des DFB-Pokals und Freundschaftspartien der Nationalelf. Auch wenn die TV-Zuschauer den Eindruck haben, dass ARD, ZDF und Sky in Eigenregie die Spiele zeigen: Produziert werden die Sportübertragungen jeweils von Sportcast.

Seit der Unternehmensgründung im Jahr 2006 ist Martina Holz dabei. Am Samstag war der Weg zu ihrem Arbeitsplatz nicht so weit: Sie war verantwortlich für die Übertragung des Ruhrgebiets-Derbys zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Bochum. Pünktlich um 13 Uhr zeigt Martina Holz Schiedsrichter Christian Dingert in der MSV-Arena an, dass die Zweitliga-Begegnung starten kann.

60 Menschen braucht es für die Live-Übertragung

Seit acht Uhr morgens ist sie bereits im Einsatz. So früh checkt sie noch mal alle Abläufe, spricht mit den Technikern, hat die Kamerapositionen im Auge und kümmert sich einfach um alles, was für eine Übertragung nötig ist. Die beiden Hightech-Übertragungswagen sind von externen Dienstleistern angemietet, genau wie das technische Personal und die Kameraleute. Rund 60 Mann stark ist das Aufgebot am Samstag.

„Bei Spielen der ersten Bundesliga sind 100 Leute im Einsatz, und das zeitgleich in jedem Stadion“, erläutert Holz. Beim MSV-Spiel waren acht Kameras im Einsatz. Erstligaspiele werden von 20 Kameras übertragen. Dabei geht man auf Nummer sicher: Zusätzlich zur Satelliten-Übertragung wird das Spiel auch noch per Glasfaserkabel an die Sender geschickt. Im Monitorwagen laufen die Bilder der acht Kameras zusammen; der Bildregisseur entscheidet, welche Einstellung gesendet wird.

Martina Holz wird in dieser Saison schwerpunktmäßig in Duisburg, Leverkusen und Düsseldorf eingesetzt. „Zum Glück nicht mehr wie vor einigen Jahren in Leipzig, das war schon aufwändig“, freut sie sich über die ortsnahen Einsatzorte. Bei all dem Gewusel vor dem Spiel bleibt die Produktions-Verantwortliche gelassen, hat für jeden ein nettes Wort, begrüßt Neuankömmlinge und greift immer wieder zum Handy. Sky-Reporter Ulli Potofski, der für den Bezahlsender das Spiel kommentierte, ließ sich auch auf ein Schwätzchen „bei der Frau, die dafür sorgt, dass alles läuft“ blicken.

Ein Arbeitstag dauert auch mal zwölf Stunden

Mit dem Start der neuen Fußball-Saison beginnt auch für Martina Holz eine intensive Arbeitsphase. Bei Spielen der Ersten Liga kann so ein Arbeitstag schon mal zwölf Stunden dauern, an den langen Fußballwochenenden ist es oft mit einem Spiel nicht getan. Auch wenn es bei der Arbeit im Innenraum ab und an auch mal eine Bierdusche geben kann, macht der TV-Expertin ihre Arbeit unglaublich viel Spaß: „Man hat mit vielen Menschen zu tun, jeder hat seine Aufgabe, trotz der Anspannung bleiben alle nett und freundlich.“

Wenn alles geklappt hat, atmet Martina Holz kräftig durch: „Ich brauche schon eine gewisse Zeit, um wieder runterzukommen.“ Das gelingt ihr am besten, wenn sie mit ihrem Mann ein Radtour im Duisburger Süden macht: „Das ist total entspannend. Manchmal trinken wir ein Bierchen im Aschlöksken und genießen anschließend den Sonnenuntergang am Rhein.“

<<< DAS IST DIE SPORTCAST GMBH

Die Sportcast GmbH mit Sitz in Köln ist eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Fußball Liga, in deren Auftrag sie seit der Saison 2006/07 alle Spiele der 1. und 2. Bundesliga sowie der Relegation und des Supercups für die Rechteinhaber produziert.

Sportcast überträgt nicht nur live, das Unternehmen beliefert auch die TV-Sender, die aus dem Material Kurzberichte zum Beispiel für Sportschau oder das Sportstudio zusammenstellen.

Kommentiert werden diese Zusammenfassungen beim jeweiligen Sender. Für die Stadion-Interviews sind Mitarbeiter der Fernsehsender mit eigenen tragbaren Kameras vor Ort.

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