ÖPNV

Diese Änderungen bringt der Nahverkehrsplan für den Süden

Wer im Duisburger Süden mit Bus und Bahn unterwegs ist, muss sich auf einige Änderungen einstellen. Derzeit wird der der neue Nahverkehrsplan von der Politik beraten. Danach sollen die Buslinien 940, 941, 942 und 946 in ihrer bisherigen Form wegfallen.

Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services

Wer im Duisburger Süden mit Bus und Bahn unterwegs ist, muss sich auf einige Änderungen einstellen. Derzeit wird der der neue Nahverkehrsplan von der Politik beraten. Danach sollen die Buslinien 940, 941, 942 und 946 in ihrer bisherigen Form wegfallen. Foto: Ute Gabriel / FUNKE Foto Services

Duisburg-Süd.  Entwurf für den neuen Duisburger Nahverkehrsplan sieht Wegfall der bisherigen vier Buslinien im Süden vor. Drei neue Linien sollen sie ersetzen.

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11.000 zusätzliche Bus-Kilometer pro Jahr sieht der neue Nahverkehrsplan der Stadt Duisburg für den Bezirk Süd vor – verbunden ist das aber mit einer erheblichen Umstellung für die ÖPNV-Nutzer. Denn sämtliche bisherigen reinen Südlinien sollen entfallen. Stattdessen verkehren ab dann die neuen Linien Süd 1, Süd 2 und Süd 3 – und zwar auf neuen Streckenverläufen. Zusätzlich sollen Taxibusse das Liniennetz ergänzen.

Diese Süd-Linien entfallen

Konkret bedeutet das: Die Buslinien 940, 941, 942 und 946 wird es in ihrer bisherigen Form nicht mehr geben. Die Änderungen werden zwischen 2018 und 2020 umgesetzt. Bei 1 .085.000 Kilometer minus durch den Wegfall der alten Linien und 1.096.000 Kilometer plus durch die neuen Südlinien ergibt sich zwar ein Wegeplus – damit verrechnet werden müssen aber die Kilometer, die dadurch gestrichen werden, dass die 944 nicht mehr im Süden fahren soll. Nach Angaben der Stadt beträgt die Leistung der Linie 944 aktuell 307.000 Kilometer pro Jahr auf dem gesamten Linienweg von Duisburg-Mitte bis Süd.

Diese Ziele hat der neue Plan

Mit den Änderungen will die Stadt im Duisburger Süden im Wesentlichen drei Ziele erreichen:

  • Wo die Nachfrage groß ist, soll der ÖPNV gestärkt werden. Das betrifft zum Beispiel die Strecken, die Kinder auf dem Schulweg mit dem Bus zurücklegen.
  • Außerdem will die Stadt Busse sparen; etwa, indem sie auf zu wenig genutzte Strecken verzichtet. Manche Strecken nutzen zwischen Montag und Freitag weniger als 1000 Menschen pro Tag; auf einzelnen Abschnitten fahren sogar weniger als 400 – zum Vergleich: Die stadtweit am stärksten nachgefragte Linie ist die 921 mit mehr als 8000 Fahrgästen.
  • Drittens hat die Stadt eine Versorgungslücke in Süd-Huckingen ausgemacht, die sie schließen will – 800 Menschen, die bisher keinen Anschluss an den ÖPNV hatten, sollen ihn bekommen.

Von diesen Änderungen verspricht sich die Stadt eine um vier Prozent höhere Nachfrage im öffentlichen Nahverkehr des Südens.

Änderungen bei 903 und 944

Andere Strecken und Fahrpläne gibt es auch auf einigen Linien, die bislang zwar nicht ausschließlich, aber auch im Süden verkehren:

  • Die Buslinie 944 entfällt im Süden.
  • Die Straßenbahn 903 fährt zwar nicht anders, da schienengebunden, ihre ersten Fahrten beginnen am Wochenende künftig aber etwas später. Hintergrund ist, dass das Nachtnetz – also die NE-Linien — am Wochenende ausgebaut werden soll.
  • Keine Änderungen im Süden gibt es hingegen auf der 928 und der 934.

Taxibusse

Taxibusse sollen die Lücken schließen, die der übliche Linienverkehr lässt; vorrangig nachts. Im Duisburger Süden soll die Taxibuslinie TB10 Bissingheim erschließen, die TB11 fährt vom Mannesmann Tor 2 bis zum Ehinger Berg. Die Taxibusse sollen mindestens stündlich fahren. Wer sie nutzen will, muss die Fahrt aber vorher per Telefon anmelden.

Der neue Plan in seinen Eckdaten

Dem neuen Nahverkehrsplan liegen unter anderem folgende Eckdaten zugrunde, die die Nutzung des ÖPNV beeinflussen:

  • 1410 Einwohner pro Quadratkilometer leben im Duisburger Süden. Damit ist der Bezirk ist zwar flächenmäßig der größte der Stadt, aber auch einer derjenigen, die am dünnsten besiedelt sind – weniger Einwohner pro km2 leben nur im Bezirk Homberg/Ruhrort/Baerl.
  • 7,6 Prozent seiner Einwohner verliert der Duisburger Süden laut städtischer Prognose bis zum Jahr 2025. Stadtweit beträgt der Bevölkerungsschwund nur 4,9 Prozent.
  • 2 der wichtigsten 25 Arbeitgeber sind im Süden angesiedelt: HKM und Shimadzu Europa.
  • 1 Freizeitziel, das Menschen eventuell mit Bus und Bahn ansteuern, sieht die Stadt im Süden: die Sechs-Seen-Platte.
  • 13 Prozent aller Wege legen die Menschen im Bezirk Süd mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück – das ist der drittniedrigste Wert unter allen Bezirken. Den Spitzenplatz belegt der Bezirk Meiderich/Beeck mit 23 Prozent.
  • 2 von vier sogenannten großen Potentialflächen, die die Stadt aufzählt, befinden sich im Süden: Wedau-Süd, wo 3000 Wohneinheiten und ein Nahversorgungszentrum entstehen sollen, und der Angerbogen II – hier werden auf 60 Hektar neue Häuser gebaut. Es kommen also auch Menschen hinzu, die in Zukunft den Nahverkehr vor Ort nutzen werden.

>>> SO WERDEN DIE BÜRGER BETEILIGT

Der Entwurf der Verwaltung für den neuen Nahverkehrsplan geht noch durch die Öffentlichkeitsbeteiligung: In ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag, 1. Juni, berät die Bezirksvertretung die entsprechende Vorlage.

Aufgrund der Öffentlichkeitsbeteiligung findet die Sitzung ausnahmsweise statt im Bertolt-Brecht-Berufskolleg, Am Ziegelkamp 28. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr, die Bürgerbeteiligung um 18 Uhr. Die finale Entscheidung trifft der Rat in seiner Sitzung am 3. Juli.

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