Arbeitsmarkt

Die Übernahmegarantie bis 2025 lockt viele Bewerber

Zwei von 180: Pascal Ziemann und Emre Durmus (von links) absolvieren eine Ausbildung zum Elektroniker bei HKM.

Zwei von 180: Pascal Ziemann und Emre Durmus (von links) absolvieren eine Ausbildung zum Elektroniker bei HKM.

Foto: Christoph Wojtyczka

Duisburg-Hüttenheim.   HKM wirbt um qualifizierten Nachwuchs. Zur Zeit lernen 180 Auszubildende im Alter von 16 bis 30 Jahren beim Stahlunternehmen

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Qualifizierte Auszubildende händeringend gesucht! „Uns geht es da nicht anders als vielen anderen Betrieben. Der Markt hat sich in den letzten Jahren zugunsten der Bewerber verändert“, sagt Roswitha Becker, Leiterin des Bereichs Erstausbildung bei HKM. 180 junge Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren bildet das Stahlunternehmen im Duisburger Süden derzeit aus. Der Bedarf wird bestehen bleiben, denn in den kommenden Jahren gehen zahlreiche Mitarbeiter in Rente. Deshalb wirbt man aktiv um Nachwuchs. Vanessa Geers, im Bereich Ausbildung fürs Recruiting (Anwerbung) zuständig, ist auf Ausbildungsmessen und Informationstouren in Schulen unterwegs ist.

Schichtarbeit, Krise der Stahlbranche – das sind Argumente, die viele zunächst abschrecken. Doch es gibt ein Pfund, mit dem HKM gegenüber Mitbewerbern wuchern kann: die Übernahmegarantie für Auszubildende bis zum Jahr 2025.

Zunächst hat er sich bei einer Bank beworben

Für Oguzhan Gül war das ein schlagkräftiges Argument. Er schließt demnächst seine Ausbildung als Verfahrensmechaniker ab. Der 30jährige hat sein Lehramtsstudium Physik und Geschichte abgebrochen, danach in verschiedenen Jobs Geld verdient. Doch irgendwann wurde ihm klar, dass er ohne Ausbildung keine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt hat. Zunächst bemühte er sich um eine Ausbildung bei der Bank. „Das hat zum Glück nicht geklappt“, denkt Gül an den drohenden Stellenabbau bei Geldinstituten. Irgendwann ist der junge Mann auf HKM gestoßen. „Nicht übers Arbeitsamt. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass man mir da überhaupt nicht geholfen hat“, sagt der Duisburger. Die Probleme der europäischen Stahlhersteller sieht er gelassen: „Ich glaube fest daran, dass es hier erst mal weitergeht“.

Als Auszubildender verdient Gül 650 €, später dann mit Schichtzuschlägen über 2000 €. Der Vater eines zweijährigen Sohnes ist froh über die Schichtarbeit bei HKM, wegen der Bezahlung.

Zuviel Theorie im Elektrotechnik-Studium

Andere potenzielle Bewerber sehen dies eher kritisch. Denen erklärt Vanessa Geers dann, dass es sehr verschiedene Arbeitszeitmodelle bei HKM gibt, und Schichtdienst nicht zwangsläufig Nachtarbeit bedeutet.

Die Zahl der Studienabbrecher unter den Auszubildenden steigt kontinuierlich, so Geers. Auch Emre Durmus (26) hat nach drei Semestern Elektrotechnik festgestellt, dass zuviel Theorie nicht sein Ding ist. Er bewarb sich bei HKM und macht nun eine Ausbildung als Elektroniker. Nach Abschluss rechnet er sich gute Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten aus. „Im Nachhinein denke ich, es ist sinnvoller, erst mal eine Ausbildung zu machen und danach eventuell ein Studium aufzusatteln“, meint Durmus.

Keine Chance mit unentschuldigten Fehlstunden

Immer wieder klagen Ausbildungsbetriebe über schlecht qualifizierte Bewerber. Auch Vanessa Geers bestätigt, dass „die Qualität nachgelassen hat“. Vor allem im Bereich Mathematik hapert es. Weshalb sie bei ihren Besuchen in Schulen Schülern den Tipp gibt, Dreisatz und Prozentrechnen zu üben.

Zunächst bewerben sich die Interessenten online. Wer für geeignet gehalten wird, absolviert danach einen Bewerbungstermin. Neben den Noten ist das Sozialverhalten ein wichtiges Kriterium. Dazu gehört auch Zuverlässigkeit. Stehen unentschuldigte Fehlstunden auf dem Zeugnis, scheidet der Kandidat von vornherein aus.

>>>> BETRIEB IM PRAKTIKUM KENNENLERNEN

Über Ausbildungsmöglichkeiten bei HKM kann man sich auf www.hkm.de/karriere/berufsausbildung informieren.

Es gibt auch die Möglichkeit, beim Praktikum verschiedene Bereiche des Unternehmens – Metall, Elektro, IT, kaufmännisch – kennenzulernen.

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