Kirche

Die leerstehende Kirche endlich mit neuem Leben füllen

Beim Konzert von TonArt im Jahr 2014 war der schöne Innenraum der Kirche noch einmal gut gefüllt

Beim Konzert von TonArt im Jahr 2014 war der schöne Innenraum der Kirche noch einmal gut gefüllt

Foto: Herbert Höltgen

Duisburg-Hüttenheim.  Christian Schaller will St. Maria Himmelfahrt an der Mündelheimer Straße neu beleben. Gotteshaus wird seit 2007 nicht genutzt. Investor gesucht.

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Seit 2007 steht die Kirche Maria Himmelfahrt in Hüttenheim leer. Der Kölner Architekt Christian Schaller plant dort nun eine Senioreneinrichtung. Sein Vater erbaute das Gotteshaus 1958.

Im Januar 2008 feierte die Hüttenheimer Gemeinde ihre letzte Messe. Doch zukünftig könnte eine neue Idee das seit 2007 denkmalgeschützte Gotteshaus wieder mit Leben füllen: Das Kölner Architektenbüro Schaller & Partner plant, das Gebäude an der Mündelheimer Straße in eine Senioreneinrichtung einzubinden.

„Wir befinden uns aber noch in der Vorerkundungsphase“, sagt Roland Winkelmann, Pfarrer der Pfarrei St. Judas Thaddäus. Denn zuerst müsse man auf das bereits beauftragte Wertgutachten für das Kirchengelände warten. jetzt danach könne man sich dann auf die Suche nach einem möglichen Investor machen.

Caritas hat bereits abgelehnt

Dies sollte allerdings keine allzu großen Schwierigkeiten bereiten: „Vor einiger Zeit haben wir die Planungen mit einem holländischen Investor wieder aufgegriffen“, berichtet Architekt Christian Schaller.

Dass sich ein Kölner Architektenbüro mit der Kirchengestaltung auseinandersetzt, hat eine besondere Geschichte: Fritz Schaller, der verstorbene Vater Christian Schallers, baute im Jahre 1958 einst das Gotteshaus mit dem hohen Baldachin. 2010 suchten das Bistum Essen und die Stadt Duisburg dann für Maria Himmelfahrt Vorschläge, wie die Kirche weiterhin nachgenutzt werden kann – ohne, dass die alten Funktionen verloren gehen.

Auch eine offene Markthalle war schon mal geplant

Schaller, dem das Erbe seines Vaters sehr am Herzen liegt, wurde daraufhin mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die von Fördergeldern des Landes NRW finanziert wurde. Von kommerziellen bis kulturellen Vorschlägen testete man die Ideen etwa auf die Übereinstimmung mit dem Denkmalschutz. „Wir haben auch witzige Konzepte eingereicht. Zum Beispiel, eine offene Markthalle zu errichten. Der Baldachin hätte sich dafür ja angeboten“, erinnert sich Christian Schaller. Doch dieser Vorschlag ließ sich mit dem Denkmalschutz nicht vereinbaren. Als beste Lösung hingegen stellte sich die Senioreneinrichtung heraus. Was jetzt noch fehlte, ist der Investor.

„Danach ist aber erstmal sehr lange nichts geschehen. Im vergangenen Jahr fragte ich mich dann, was aus dem Vorhaben geworden ist und wir haben selbst nach einem Investor geschaut“, erzählt der Architekt.

Derzeit müsse noch ein passender Betreiber für das Seniorenstift gesucht werden. In der Diskussion stand etwa die „Caritas“, die direkt neben der Kirche ein Begegnungszentrum hat. Der Verband habe aber abgelehnt.

Raum für Konzerte

Erste konkrete Vorstellungen hat Christian Schaller schon: Natürlich soll der kirchliche Aspekt berücksichtigt werden. Er könne sich zum Beispiel einen großen Raum vorstellen, der für Chor- oder Konzertaufführungen genutzt wird. Im Vordergrund stehe allerdings die Senioreneinrichtung.

Der Kölner erinnert sich an eine ganz andere Idee eines weiteren Investors: die Kirche einfach abzureißen. Doch das lehnt Christian Schaller strikt ab. „Abreißen wär’ schade“.

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