Religion

Die Evangelische Allianz Duisburg-Süd hat sich aufgelöst

Über den Verbleib der Wera-Gemeinde in der Evangelischen Allianz Duisburg-Süd gab es keine einheitliche Meinung.

Über den Verbleib der Wera-Gemeinde in der Evangelischen Allianz Duisburg-Süd gab es keine einheitliche Meinung.

Foto: Leskovar/Archiv

Duisburg-Süd.   Die Evangelische Allianz Duisburg-Süd gibt es nicht mehr. Grund für das Ende ist die unterschiedliche Haltung in der Allianz zur Wera-Gemeinde.

Die Allianzgebetswoche Mitte Januar war vorerst die letzte große Veranstaltung der Evangelischen Allianz Duisburg-Süd. In einer zusätzlich einberufenen Sitzung wurde in der vergangenen Woche die Auflösung der Allianz beschlossen. „Es macht keinen Sinn mehr als Allianz zusammen zu bleiben, wenn es keine einheitliche Meinung über das Vorgehen gegenüber der Wera-Gemeinde gibt“, sagt Pfarrer Jürgen Muthmann, Vorsitzender der Evangelischen Allianz Duisburg-Süd.

Pfarrer Jürgen Muthmann betont jedoch, dass die Auflösung keine Entscheidung für oder gegen die Wera-Gemeinde sei, sondern Grund für die Auflösung die inneren Strukturen in der Allianz Duisburg-Süd seien. „Die Einheit steht an erster Stelle und wenn es keine Einheit gibt, macht eine weitere Zusammenarbeit zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn. Die unterschiedlichen Meinungen wären nicht zu entschärfen gewesen.“

Auflösung war schon im Februar Thema

Der Beschluss, die Arbeit der Allianz ruhen zu lassen, stand schon in der letzten Sitzung Ende Februar im Raum. In der Sitzung wollten die Mitglieder darüber debattieren, ob das Wera-Forum um die Familie Epp, dem gut 400 Russland-Deutsche angehören, aus der Vereinigung ausgeschlossen wird oder nicht.

Schon Ende vergangenen Jahres hatte die Evangelische Auferstehungsgemeinde die Mitgliedschaft in der Evangelischen Allianz Duisburg-Süd ruhen lassen. Aussagen von ehemaligen Mitgliedern der Wera-Gemeinde hatten die Auferstehungsgemeinde um Pfarrer Rainer Kaspers erneut daran zweifeln lassen, dass es sich bei der Wera-Gemeinde um eine Freikirche im Sinne der Allianz handelt, sondern vielmehr um eine christliche Sekte.

Kein Streit zwischen den Mitgliedern

„Für mich ist die Auflösung der Allianz Duisburg-Süd nur eine logische Konsequenz“, bewertet Pfarrer Rainer Kaspers den Beschluss. „Es ist ein tiefer Riss durch die landeskirchlichen Gemeinden und den evangelischen Freikirchen entstanden. Es fehlt einfach eine gemeinsame Basis, bei der Leitung und bei der Struktur. Es kann einfach nicht sein, dass wir mit einer Gemeinde mit sektenähnlichen Strukturen gemeinsam an einem Tisch sitzen.“

Pfarrer Jürgen Muthmann betont, dass es beim Auflösungsbeschluss keinen Streit zwischen den Mitgliedern gegeben habe. „Alles andere als eine Auflösung hätte einfach nicht der Realität entsprochen“, sagt Pfarrer Jürgen Muthmann, der die Auflösung selbst vorgeschlagen hat. Denn auch die Evangelische Gemeinde Wanheimerort von Pfarrer Muthmann, der CVJM Duisburg und die Freikirchliche Evangelische Gemeinde Juliusstraße in Stadtmitte wären bei einer Nichtauflösung aus der Allianz ausgetreten. „Übrig geblieben wäre eine Rumpf-Allianz.“

Für die Zukunft setzt Muthmann auf Gespräche zwischen allen Beteiligten. „Es kann sein, dass wir noch einmal einen gemeinsamen Weg finden.Dafür sind sicher einige Gespräche notwendig.“

„Es ist wichtig, dass der Gesprächsfaden nicht abreißt“, sagt auch Pfarrer Rainer Kaspers. „Aber im Duisburger Süden müssen wir dafür nun neue Wege suchen.“

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