Sternsinger

Die Sternsinger verteilen bis Mitte Januar ihren Segen

Viele Könige: Die Sternsinger der Gemeinde St Judas Thaddäus ziehen seit Donnerstag von Tür zu Tür.

Viele Könige: Die Sternsinger der Gemeinde St Judas Thaddäus ziehen seit Donnerstag von Tür zu Tür.

Foto: Fabian Strauch

Duisburg- Süd.   Seit Donnerstag sind die Sternsinger unterwegs. Den Segen gibt es mit Kreide oder Klebestreifen – mitunter auch zum selber Kleben.

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Die Buchholzer sind die ersten im Duisburger Süden. Bereits seit Donnerstag ziehen die Sternsinger der Gemeinde Judas Thaddäus durch den Stadtteil, um den Segen über die Haus- oder Wohnungstüren zu schreiben. 1500 Haushalte besuchen die Jungen und Mädchen bis zum Samstag. Diejenigen Buchholzer, die ihren Besuch wünschen, haben sich zuvor in Listen eingetragen.

Buchholzer haben sich in Listen eingetragen

Die Listen haben einen organisatorischen Hintergrund. „Der Gemeindebezirk ist so groß, dass die Kinder nicht überall klingeln können“, sagt Gemeindereferentin Renate Heeg. Es ist also nicht so, dass zunehmend mehr Menschen keinen Segen der Sternsinger wollen. Oder den Kindern gar die Tür vor der Nase zuschlagen. „Im Gegenteil. Die Nachfrage ist groß. Und die Kinder werden sehr herzlich aufgenommen“, sagt Renate Heeg, die die Sternsinger-Aktion in Buchholz seit Jahren organisiert.

Manchmal gibt’s sogar einen heißen Kakao zum Aufwärmen und neben der Spende fast immer Süßigkeiten für die Sternsinger. „Wir bekommen jedes Jahr soviel Süßes, dass wir vieles davon weitergeben können“, so Heeg. Jeder der Sternsinger erhält zum Schluss eine große Tüte voll mit Naschereien. Der Rest geht ans Kinderheim, ans Frauenhaus oder an bedürftige Menschen in der Gemeinde, die sich ansonsten keine Tafel Schokolade leisten können. Im Schnitt wurde der Inhalt von zehn großen Kartons in den letzten Jahren verteilt.

Das Motto der Sternsinger-Aktion 2018 lautet: Gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit. In einem Vorbereitungstreffen haben sich die Buchholzer Kinder damit auseinander gesetzt. Sie haben eine Menge über Indien und die Lebensbedingungen dort erfahren. Und gleichzeitig haben sie indisches Essen gekocht und gekostet.

150 Kinder sind in Buchholz unterwegs

Rund 150 Kinder sind im Stadtteil unterwegs, jeweils in Gruppen zu dritt oder viert plus einem erwachsenen Begleiter. Die Kronen basteln die Kinder selbst, die Gewänder stammen aus dem Fundus der Gemeinde. „Zum Glück sind wir gut ausgestattet“, so Heeg. Nur für die 13- bis 14-jährigen Jungs, mittlerweile stattliche Kerle von knapp zwei Metern, wird’s langsam eng. Da fallen die Gewänder der Könige mitunter arg kurz aus.

Der jüngste Buchholzer Sternsinger geht in die erste Klasse. Die meisten sind Kommunionkinder. Und außerdem beteiligt sind fast alle Messdiener. Am liebsten mögen die Buchholzer, wenn der Segen traditionell mit Kreide über die Tür geschrieben wird. Die Klebebänder sind aber mitunter praktischer. Wenn der Türrahmen aus weißem Lack gearbeitet ist, kann man die weiße Kreide schlecht erkennen. Oder wenn die Sternsinger einen Bewohner, der sich auf der Liste eingetragen hat, nicht antreffen. Dann werfen sie einen Klebestreifen mit dem Segen in dessen Briefkasten – zum selber kleben.

37 Gruppen laufen in Großenbaum von Tür zu Tür

Die Sternsinger in Großenbaum und Rahm klingeln nach wie vor an jeder Haustür im Stadtteil. 37 Gruppen sind allein in der Gemeinde St. Franziskus in Großenbaum unterwegs. „Wir sind zum Glück sehr gut aufgestellt. Wir haben immer genug Sternsinger und Begleiter“, sagt Claudia Hönscheid, die seit Jahren die Aktion ehrenamtlich in Großenbaum organisiert. Die Sternsinger dort und in Rahm sind erst am Wochenende 13./14. Januar unterwegs. „Wir haben uns bewusst für den späten Termin außerhalb der Schulferien entschieden“, so Hönscheid. Dann sind alle wieder aus dem Weihnachtsferien zurück.

Obwohl die Sternsinger-Aktion ursprünglich eine Idee der katholischen Kirche ist, werden überall im Lande auch Protestanten besucht. Dietrich Köhler-Miggel zum Beispiel, Pfarrer von St. Judas-Thaddäus, trägt sich jedes Jahr in die Liste ein.

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