Eisenbahn

Der Kugelwasserturm soll bald unter Denkmalschutz stehen

Der Kugelwasserturm auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs bleibt ein Hingucker. Er soll unter Denkmalschutz gestellt werden.  Prägnant ist nicht nur die Kugel, sondern auch das stählerne Fachwerkgerüst.

Foto: du001207

Der Kugelwasserturm auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs bleibt ein Hingucker. Er soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Prägnant ist nicht nur die Kugel, sondern auch das stählerne Fachwerkgerüst. Foto: du001207

Duisburg-Wedau.   Der Kugelwasserturm auf dem Gelände des Rangierbahnhofs bleibt ein Hingucker. Früher wurden die 600 000 Liter Wasser für Dampfloks vorgehalten

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Mit seinen 33,50 Metern Höhe wird er im Neubaugebiet 6-Seen-Wedau weithin zu sehen sein: Der Kugelwasserturm auf Höhe des Entenfangs soll unter Denkmalschutz gestellt werden. In Westfalen gilt er als einer der letzten seiner Art – und als einer der größten.

Zwei Wassertürme stehen auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs; einer steht schon unter Denkmalschutz. Beide dienten in der Zeit, als die Eisenbahnen noch mit Dampfkraft fuhren, als Wasservorratsbehälter. 600 000 Liter immerhin fasste der Kugelwasserturm – so viel wie ein 25-Meter-Schwimmbecken. Gebaut wurden Wasserhochbehälter dieser Art von Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 1920er Jahre, heute sind sie selten geworden, besonders im Bahn-Kontext. „Als Bahnwasserbehälter ist der Kugelwasserturm Wedau bedeutendes Zeugnis für die industriegeschichtliche Epoche der dampfgetriebenen Eisenbahn“, begründet die Verwaltung den geplanten Denkmalschutz. Zumal der Wedauer Kugelwasserturm noch eine Besonderheit aufweist: Er steht frei.

Eine besondere Konstruktion

Prägnant ist dabei nicht nur die Kugel, sondern auch die Konstruktion, auf der sie ruht: Ein stählernes Fachwerkgerüst, das sich vom sechseckigen Bodengrundriss bis zu einem Auflagering für die Kugel erhebt – und das als genietete Konstruktion. Zwei Galerien führen um die Kugel herum, eine direkt unterhalb, die andere etwa auf Höhe ihres Meridians. Für die Denkmalschützer sind besonders die Geländer dieser Galerien bedeutsam: Deren sogenannte Bauzier verorten den Turm sichtbar im späten Historismus, also im ausgehenden 19. bis beginnenden 20. Jahrhundert. Später verschwanden die Stahlhochbehälter wieder aus der Ingenieurskunst: Ihnen folgte die Stahlbetonweise; sie sparte Material und Kosten.

Gründe genug, den Kugelwasserturm unter Denkmalschutz zu stellen und so für die Zukunft auch im Rahmen des Bauprojekts 6-Seen-Wedau zu erhalten, findet die Verwaltung, die für die Zukunft „eine angemessene Nutzung“ andeutet. Bisherige Ideen sehen eine Ausstellung zur Entstehung des Gebiets vor; zu Füßen des Wasserturms könnten in einigen Jahren Kinder spielen – auf einem Wasserspielplatz.

Vorlage für Modellbau

Einige Nummern kleiner ist der Kugelwasserturm übrigens schon längst nicht mehr wegzudenkende Geschichte: Er diente einst als Vorlage für ein Eisenbahnmodell der Firma Kibri. Auf Modelleisenbahnlandschaften zeigt er also auch in Zukunft das Gesicht von Industrialisierung und Dampfloks. Im Maßstab 1:87.

Über den Denkmalschutz des Kugelwasserturms entscheidet die Bezirksvertretung Süd in ihrer Sitzung am Donnerstag, 17. Mai, ab 17 Uhr im Bezirksamt, Sittardsberger Allee 14. Zuhörer sind zu der öffentlichen Sitzung willkommen.

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Einer der größten Verschiebebahnhöfe im Kaiserreich

Der ehemalige Rangierbahnhof in Wedau wurde um das Jahr 1900 konzipiert. Zunächst musste das sumpfige Gelände mit Kies aufgeschüttet werden. 1911 hatte der Bahnhof einen Umfang von 23 Gleisen und vier Kilometern Länge erreicht. Er war einer der größten Verschiebebahnhöfe im Deutschen Kaiserreich.

Im Jahr 1913 wurde er voll in Betrieb genommen. Gleichzeitig bekamen die ersten Wohnungen der Gartenstadt Wedau ihre ersten Bewohner.

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