Soziales

Der Diakonieladen im Duisburger Süden sucht Nachwuchs

Wilma Koch (links), Brigitte Meffert (Mitte) und Erika Wynksi (rechts) arbeiten seit drei Jahren ehrenamtlich im Diakonieladen

Foto: Lars Heidrich

Wilma Koch (links), Brigitte Meffert (Mitte) und Erika Wynksi (rechts) arbeiten seit drei Jahren ehrenamtlich im Diakonieladen Foto: Lars Heidrich

Duisburg-Huckingen.  Im Diakonieladen Huckingen gibt es Second-Hand-Ware zum kleinen Preis. Die sechs ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen wünschen sich Verstärkung.

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Der Kleiderladen auf der Angerhauser Straße 91 ist ein richtiges Einkaufsparadies: Handtaschen, Hosen, Oberteile, Mäntel, Schuhe, Bettwäsche und Handtücher sind in dem kleinem Lädchen neben der Evangelischen Auferstehungsgemeinde zu finden. „Hier findet man gut Erhaltenes für wenig Geld“, erklärt Wilma Koch, die seit drei Jahren ehrenamtlich im Diakonieladen arbeitet. Die Nachfrage nach den guten Dingen im Lädchen ist groß – so groß, dass sich Wilma Koch und die anderen Mitarbeiterinnen Verstärkung wünschen.

„Das Günstigste erhält man hier für 50 Cent, das Teuerste für maximal zehn Euro“, erzählt Koch. Preise, die die Besucher staunen lassen. Doch sie sind nicht verwunderlich, zieht man die Armutsgefährdung in Duisburg in Betracht: Jeder Vierte ist hier laut dem Statistischen Bundesamt von Armut bedroht.

Hannah kauft Mütze, Bettwäsche, Markentasche – für 7 Euro

Eine der Kundinnen des Diakonieladens ist Hannah. Jeden Donnerstag fährt sie gemeinsam mit zwei Freundinnen von Serm nach Huckingen, um ein bisschen einkaufen zu gehen. Dieses Mal sind eine Mütze, Bettwäsche und sogar eine Markentasche unter ihrem Einkauf – und das alles für nur sieben Euro. „Das ist hier eine tolle Möglichkeit, vor allem, wenn man nur ein sehr begrenztes Budget zur Verfügung hat“, sagt die Pflegekraft aus Polen, „und besonders der Service ist hier super. Man fühlt sich wie in einem richtigen Fachgeschäft.“

Als erster Diakonieladen im Duisburger Süden wurde der Kleiderladen 1983 in Huckingen eröffnet. „Anlässlich der vielen Einwanderer aus Kasachstan in den 80er Jahren rief die Gemeinde den Diakonieladen ins Leben“, berichtet die ehrenamtliche Mitarbeiterin Erika Wynski, „erst nach und nach zogen die anderen Gemeinden nach.“

Jeden Montag und Donnerstag öffnet der Laden heute von 15 bis 17 Uhr seine Tore. „Bei den Leuten kommt der Kleiderladen sehr gut an“, erzählt Wilma Koch, „sehr viele hilfsbedürftige Leute kommen hier einkaufen.“

Der Diakonieladen bekommt viele Spenden

Auch über mangelnde Spenden kann sich der Diakonieladen nicht beklagen. „Viele Menschen kommen hier hin, um ihre Sachen abzugeben“, berichtet die ehrenamtliche Mitarbeiterin. Beinahe jeden Tag bringen die Menschen Säcke an Spenden. Doch der Bedarf ist in letzter Zeit zurück gegangen. Textil-Discounter stellen eine große Konkurrenz für den Diakonieladen dar. Auch die Scham vieler Menschen, Second-Hand-Klamotten einzukaufen, verringere die Nachfrage. Aber auch die Sachen, die im Lädchen nicht mehr verkauft werden, finden Verwendung. „Alle Sachen, die hier keinen Käufer mehr finden, spenden wir Bethel oder Immersatt“, erklärt Wilma Koch.

Seit drei Jahren arbeiten die drei Rentnerinnen um Wilma Koch im Team zusammen. Über einen Aufruf in der Diakoniezeitschrift kamen die Damen zu ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im Kleiderladen. Nun sucht die fröhliche Truppe nach weiterer Verstärkung für ihr Team. „Dann wäre man einfach unabhängiger und könnte auch mal spontan in den Urlaub fahren“, erklärt Wilma Koch. Anforderungen haben die Damen an den Nachwuchs keine. „Er muss einfach ins Team passen“, antwortet das Donnerstagsteam einstimmig.

<<< IM DIAKONIELADEN MITARBEITEN

Im Diakonieladen kann man jeweils montags und donnerstags von 15 bis 17 Uhr für zwei Stunden die Woche auf ehrenamtlicher Basis arbeiten.

Wer sich für die Mitarbeit im Diakonieladen interessiert, kann sich entweder persönlich im Laden (Angerhauser Straße 91) oder unter 0203/780636 melden.

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