Gastronomie

Das Dorffräulein serviert auch Fleischpflanzerl

Andrea Wojahn freut sich auf Gäste. Nach Karneval eröffnet sie ihr Café Dorffräulein.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Andrea Wojahn freut sich auf Gäste. Nach Karneval eröffnet sie ihr Café Dorffräulein. Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Duisburg-Serm.   Sermerin verwirklicht ihren Lebenstraum und eröffnet ein Café mit Dorfladen. Einige Gerichte und die Einrichtung sind bayerisch angehaucht.

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Hinter dem Café Dorffräulein steckt Andrea Wojahn. Andrea Wojahn ist quasi das Dorffräulein. Denn das winzige Café an der Sermer Dorfstraße ist ein Ein-Frau-Betrieb. Andrea Wojahn backt, schmiert köstliche Brötchen und serviert. Am Donnerstag, 15. Februar, zum ersten Mal für Kunden. Dann ist nämlich Eröffnung.

Ein Fräulein ist sie streng genommen nicht - eher eine gestandene Frau, die nun ihren Lebenstraum verwirklicht: ein eigenes Café. Dabei ist sie einem Prinzip treu geblieben: Sie wollte ein Café schaffen, in dem sie selber gerne zu Gast wäre: gemütlich, aber nicht altbacken. Mit frischen Blumen auf den Tischen, gutem Kaffee und Tee und selbst gebackenem Kuchen.

Eigentlich ist sie Sekretärin von Beruf

Eigentlich ist Andrea Wojahn Sekretärin von Beruf. Aber Gastronomie war immer schon ihr Steckenpferd, sie hat jahrelang nebenbei gekellnert. „Der Kontakt zu anderen Menschen macht mir Spaß“, sagt die Sermerin.

Sie wohnt quasi nebenan, zwei Häuser weiter. Als die Schneiderin, die das kleine Ladenlokal zuvor gemietet hatte, nach Wittlaer ging, bewarb sich Andrea Wojahn beim Vermieter. Der war von ihrem Konzept überzeugt. „In Serm gibt es zwar Kneipen und ein Stehcafé, aber es fehlt ein Treffpunkt, wo man sich mal tagsüber gemütlich bei einer Tasse Kaffee hinsetzen kann“, hatte die Dorfbewohnerin schon länger festgestellt.

Wenn man mal eine Briefmarke braucht

Ihr Café soll außerdem die Funktion eines Dorfladens übernehmen. „Ich verkaufe auch Briefmarken oder eine Packung Milch. Wenn man mal was vergessen hat, hier im Dorf kriegt man das ja sonst nicht“, so Andrea Wojahn.

Die Mutter zweier erwachsener Söhne ist im Dorf gut vernetzt. Sie war jahrelang bei den jecken Sermerellas aktiv, ist Stammgast beim Sermer Dorffest, das Ehepaar Wojahns ist mit dem Karnevalsprinzen befreundet.

Das Café ist im modernen Landhausstil eingerichtet

Bevor sie ihren Laden eröffnete, ging die Sermerin auf Kaffeehaus-Tour, um zu schauen, was die Konkurrenz gut oder schlecht macht. Mit ihrer Lieblings-Nachbarin Hanne Koth startet sie ein Probe-Backen, lud Freundinnen zur Verkostung ein.

Das Café ist bayerisch angehaucht. Denn Andrea Wojahns mag die Berge - das sieht man auf den ersten Blick. Sie serviert im bayerischen Jankerl, das Café ist im modernen Landhausstil eingerichtet: rot-karierte Vorhänge, helle, rustikale Tische, ein paar stilisierte Hirsche, die dezent im Raum verteilt sind. Zu essen gibt es neben Hildes Schmandkuchen und Oma Hannis Apfelkuchen auch Fleischpflanzerl, hierzulande also Frikadellen bekannt, und Leberkäs-Semmeln.

Im Rentenalter nach Bayern

„Mein Mann hat zwei Jahre in München gearbeitet, da haben wir die Gegend kennen- und lieben gelernt“, liefert die neue Café-Besitzerin die Erklärung. Am liebsten würden die Wojahns als Rentner nach Bayern übersiedeln. Bis dahin muss sich die Sermerin mit dem Bergpanorama auf einem der Gemälde begnügen, das sie im Café aufgehängt hat.

Noch ein Frage zum Schluss: Wie ist sie eigentlich auf den Namen Dorffräulein gekommen? „Ich war mal im Café Wildes Fräulein in Hamburg, das hat mir gut gefallen“, so Andrea Wojahn. Und da sie nun mal nicht in der Hansestadt, sondern auf dem Dorf wohnt, hat sie einfach das Dorffräulein daraus gemacht.

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