Öffentlicher Nahverkehr

Bürgervereine protestieren zusammen gegen neue Süd-Buslinien

Die bisherigen Buslinien des Duisburger Südens wie die 934 sollen nach dem Entwurf der Verwaltung für den neuen Nahverkehrsplan entfallen. Drei neue Linien sollen die alten vier ersetzen.

Foto: Lars Fröhlich/Archiv

Die bisherigen Buslinien des Duisburger Südens wie die 934 sollen nach dem Entwurf der Verwaltung für den neuen Nahverkehrsplan entfallen. Drei neue Linien sollen die alten vier ersetzen. Foto: Lars Fröhlich/Archiv

Duisburg-Süd.   Die Stadt will den Nahverkehr im Duisburger Süden stark verändern. Dagegen wehren sich fünf Bürgervereine – und erarbeiten einen eigenen Entwurf.

Gegen den neuen Nahverkehrsentwurf der Verwaltung formiert sich Protest: Fünf von zehn Stadtteilen des Duisburger Südens protestieren gegen die dort enthaltenen Pläne, die derzeitigen vier Buslinien durch drei neue zu ersetzen. Kurz vor der Sondersitzung der Bezirksvertretung zum Thema fassen die Bürgervereine aus Ehingen, Hüttenheim, Mündelheim, Serm und Ungelsheim ihre Bedenken klar zusammen. Ihr Tenor: Ihre Stadtteile würden durch den neuen ÖPNV-Entwurf abgehängt. Das wollen sie verhindern.

„Unsere Stadtteile liegen zwar in der Peripherie, sind aber trotzdem Teil dieser Stadt und dürfen nicht isoliert werden“, fordert Ercan Idik stellvertretend für die fünf Bürgervereine. Daher lehnen die Vereine die für den Bezirk Süd geplanten Änderungen ab – und haben selber einen Plan entwickelt, der ihre Belange berücksichtigt.

Einkaufszentren und Arbeitsplätze weiterhin anfahren

„Der ÖPNV muss gewährleisten, dass Arbeitsplätze, Schulen, Nahversorgungszentren, Ärzte und Krankenhäuser erreicht werden können“, sagt Idik. Außerdem müsse eine regionale und überregionale Anbindung sichergestellt sein. Der neue ÖPNV-Entwurf erfülle diese Anforderungen nicht. Deshalb haben die Bürgervereine eine eigene Liste mit Forderungen entworfen, die sie in der Sondersitzung der Bezirksvertretung vorstellen wollen. Die Bürgervereine fordern unter anderem, Folgendes müsse erreichbar bleiben:

• die Arbeitsplätze in Hüttenheim und Uerdingen (mit großen Arbeitgebern wie HKM und Bayer)

• die Schulen in Großenbaum, Huckingen, der Stadtmitte, in Krefeld und Kaiserswerth

• die Einkaufszentren an der Mündelheimer Straße und am Angerbogen

• das Malteser-Krankenhaus St. Anna und das Ärztezentrum Sittardsberg

• Anbindung an U 79 und S-Bahn

Bus-Verbindung nach Krefeld soll erhalten bleiben

Zusätzlich haben die einzelnen Bürgervereine folgende Wünsche für ihre jeweiligen Stadtteile formuliert:

• Mündelheim braucht weiterhin eine Verbindung nach Krefeld.

• Serm muss weiterhin an die Schulen angebunden bleiben.

• Ungelsheim ist auf die Anbindung an die Nahversorgung angewiesen.

• Die Bedürfnisse von Hüttenheim und Ehingen sind grundlegend: Sie wollen überhaupt an das Netz des öffentlichen Nahverkehrs angeschlossen bleiben.

Bezirksvertretung berät in einer Sondersitzung

In den Stadtteilen der fünf Bürgervereine leben gut 12 500 Menschen. Ercan Idik geht davon aus, dass sich der Protest der bislang fünf Vereine noch auf den gesamten Duisburger Süden ausweiten wird. „Ich weiß, dass die Wedauer und die Rahmer ähnliche Probleme haben.“

Die Bezirksvertretung berät über den ÖPNV-Entwurf in einer Sondersitzung am Dienstag, 20. Juni, ab 17 Uhr im Bezirksamt Süd, Sittardsberger Allee 14. Die Sitzung ist öffentlich.

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