Gastronomie

Bürgerverein: Pächter hinterließ Chaos in Rheinlustterrassen

Einmal mehr stehen die Rheinlustterrassen an der Wanheimer Rheinpromenade vor einer ungewissen Zukunft, nachdem der letzte Pächter mit einer Neueröffnung der Gaststätte gescheitert ist.

Einmal mehr stehen die Rheinlustterrassen an der Wanheimer Rheinpromenade vor einer ungewissen Zukunft, nachdem der letzte Pächter mit einer Neueröffnung der Gaststätte gescheitert ist.

Foto: Hans Blossey

Wanheim.   Nachdem die Neueröffnung des Lokals am Rheinufer am Einspruch eines Nachbarn gescheitert ist, soll es wenigstens für die Vereine nutzbar bleiben.

Die unendliche Geschichte „Rheinlustterrassen“ ist um ein Kapitel reicher. Nachdem der letzte Pächter Davide Cazzetta das Lokal verlassen hat, ist die Ruhe im Umfeld der Wanheimer Traditionsgaststätte eingekehrt, die sich der immer wieder gegen die Inbetriebnahme der Gaststätte wehrende Nachbar gewünscht hat.

Saal für Treffen der Vereine

Aufgeben wollen die Wanheimer trotz aller Probleme dennoch nicht, wie Theo Küpper vom Bürgerverein deutlich macht: „Auch wenn derzeit der Betrieb einer Gaststätte nicht möglich ist, wollen wir dafür sorgen, dass wenigstens die Wanheimer Vereine den Saal für ihre Treffen nutzen können, sonst gibt es ja keine andere Möglichkeit im Stadtteil.“

Zu den Vereinen, die als Nutzer infrage kommen, gehören neben dem Bürgerverein der Sängerbund Wanheim, die SPD-Senioren und andere Gruppierungen. Die Trägergemeinschaft Wanheimer Vereine, die die Rheinlustterrassen unter ihren Fittichen hat – Eigentümer ist die Stadttochter IMD -- war im letzten Jahr froh, mit Davide Cazzetta einen neuen Pächter gefunden zu haben.

Schließung des Lokals war ein Schlag ins Kontor

Und Cazetta machte sich auch direkt voller Tatendrang an die Arbeit. In kurzer Zeit wurde aus der eher biederen Gaststätte ein schicker „Italiener“. Kurz nach der Eröffnung des „BistroRante da Roccos“ war aber dann schon wieder Schluss. Der klagefreudige Nachbar hatte mit seinem Einspruch Erfolg.

Die vorgenommenen Veränderungen waren nicht vom Baurecht abgesichert, zudem war die Konzession noch gar nicht erteilt. „Cazzetta hat trotz unserer Warnungen eröffnet“, stellt Theo Küpper klar. Die schnelle Schließung des Lokals war nicht nur für den neuen Pächter bitter, auch für die Trägergemeinschaft und die Wanheimer Bürger war das „ein Schlag ins Kontor“.

Was danach folgte, setzte aus Sicht des Bürgervereins dem Ganzen die Krone auf. „Cazzetta kam seinen Verpflichtungen nicht nach, zahlte weder Pacht noch Miete für die zur Gaststätte gehörenden Wohnung, die Rechnungen für Strom und Gas blieben unbeachtet im Briefkasten“, berichtete Küpper.

Schlüssel lag auf der Theke

Der neue Pächter des stillgelegten Lokals hatte sich kurzerhand aus dem Staub gemacht. Daraufhin kündigte die Trägergemeinschaft den Pachtvertrag fristlos. Dem vereinbarten Übergabetermin blieb Cazzetta fern. Theo Küpper: „Da lag nur der Schlüssel auf der Theke.“ Auch wenn der Kurzzeit-Gastronom sein Interieur mitgenommen hat, von einer besenreinen Übergabe konnte keine Rede sein. „Das war ein einziges Chaos, so muss eine Messi-Wohnung aussehen“, schüttelte der Bürgervereinsvorsitzende den Kopf. Ungespülte Gläser, umherliegende Flaschen, verdorbene Lebensmittel und vieles mehr bedeuteten jede Menge Aufräumarbeit.

Freiwillige Helfer gesucht für das Haus

Jetzt gilt es, die Rheinlustterrassen wenigstens betriebsbereit zu halten. Dazu werden freiwillige Helfer benötigt, die die Außenanlagen pflegen und auch im Haus für Sauberkeit sorgen. „Ich hoffe da auf die Solidarität der Wanheimer, das können wir Alten von der Trägergemeinschaft nicht alles leisten“, appelliert Küpper.

Langfristig sei schon daran gedacht, die Rheinlustterrassen wieder als öffentliche Gaststätte zu etablieren, erläuterte das Wanheimer Urgestein: „Aber diesmal erst, wenn rechtlich alles in trockenen Tüchern ist, da gehen wir kein Risiko mehr ein.“

>>> Trägergemeinschaft investierte in Lärmschutz

In den vergangenen Jahren hatte die Trägergemeinschaft nach eigenen Angaben über 30 000 Euro (Material und Arbeitsleistung) in den Brandschutz investiert. Investiert wurde auch in Lärmschutz, etwa durch Installierung von Schalldämpfern für die Lüftungen.

Zudem wurde auf dem Parkplatz an der Wanheimer Straße extra ein Taxi-Parkplatz eingerichtet, um die Belästigung der Nachbarschaft durch Autolärm vor ihren Wohnhäusern so gering wie möglich zu halten.

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