Sommer

Blaualgen: Baden im Entenfang bleibt wohl dauerhaft verboten

Idyllisch gelegen ist dieser kleine Strand am Entenfang. Im Sand liegen ist kein Problem – nur ins Wasser springen sollten Mensch und Tier am See zwischen Duisburg und Mülheim nicht. Blaualgen können beiden gefährlich werden.

Idyllisch gelegen ist dieser kleine Strand am Entenfang. Im Sand liegen ist kein Problem – nur ins Wasser springen sollten Mensch und Tier am See zwischen Duisburg und Mülheim nicht. Blaualgen können beiden gefährlich werden.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Duisburg/Mülheim.  Baden im Entenfang ist wegen Blaualgen für Mensch und Tier gefährlich. Der See kann sich nicht von alleine erholen – aber saniert wird er nicht.

Der Entenfang direkt an der Stadtgrenze zwischen Duisburg und Mülheim wird ganz sicher auch in diesem Sommer kein Badesee werden. Vor kurzem hat das Gesundheitsamt der Stadt Mülheim noch einmal ausdrücklich davor gewarnt, dort ins Wasser zu gehen. Denn: Es gibt dort Blaualgentoxine, und die können gefährlich werden.

Fachleute sprechen von Cyanobakterien. „Deren Konzentration ist bei heißen Temperaturen besonders hoch“, erklärt Dr. Frank Pisani vom Mülheimer Gesundheitsamt. Mögliche Folgen sind Hautreizungen, Bindehautentzündung, Erbrechen, Durchfall oder Gliederschmerzen. Nicht nur für Menschen ist es riskant, inmitten von Blaualgen zu baden: „Viele Leute lassen ihre Hunde im Entenfang schwimmen“, so Pisani. Auch Tiere können krank werden, wenn sie das Wasser trinken.

Baden im Entenfang seit 2010 offiziell verboten

Die Belastung mit Blaualgen ist ein bekanntes Problem im Entenfang, das Badeverbot gilt dort bereits seit 2010. Der kleine See, in den zwei Bäche fließen, gehört allerdings nicht der Stadt, sondern befindet sich in Privatbesitz der Gräflich von Spee’schen Gutsverwaltung. Unter anderem durch den nahe gelegenen Campingplatz herrscht dort lebhafter Freizeitbetrieb, am Ufer gibt es auch einen Kiosk.

Gesundheitsamt testet regelmäßig die Wasserqualität

Das Gesundheitsamt entnimmt in den Sommermonaten alle zwei Wochen Wasserproben. Die Konzentration der Blaualgentoxine schwanke innerhalb des Sees stark, erläutert Dr. Frank Pisani, je nachdem, an welcher Stelle und bei welchen Witterungsverhältnissen man misst. „Es gab aber in den letzten Jahren keine einzige Probe, in der wir nichts gefunden haben.“

Das Badeverbot muss daher längerfristig aufrechterhalten werden, teilt die Stadt Mülheim mit. Um den See als Badesee nutzen zu können, müsste er grundlegend saniert werden. „Es ist nicht davon auszugehen, dass er sich auf natürliche Weise regeneriert.“ Das Gesundheitsamt appelliert daher an die Eigenverantwortung aller, die rund um den Entenfang unterwegs sind, aufs Planschen oder Schwimmen zu verzichten.

See liegt teilweise im Naturschutzgebiet

Offizielles Badegewässer war der Entenfang noch nie. Auch durch fäkale Kolibakterien sei der See zeitweise stark belastet, erläutert Ulrike Bresa, Leiterin der Unteren Wasserbehörde im Mülheimer Umweltamt. „Dies hängt vor allem mit der geringen Wassertiefe zusammen.“ An der Stelle, wo Rottbach und Wambach einströmen, liegt der Entenfang im Naturschutzgebiet.„Wir haben im Sommer gelegentlich Rundgänge gemacht und die Leute über das Badeverbot informiert“, so Bresa. „Die meisten hören sich das dann freundlich an. Aber bei Hitze ist der Leidensdruck zu groß.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben