Stadtentwicklung

Bissingheimer kritisieren Pläne für neuen Stadtteil

Die neue Fußgängerbrücke ist den Bissingheimern zu weit weg vom Stadtteil-Zentrum.

Die neue Fußgängerbrücke ist den Bissingheimern zu weit weg vom Stadtteil-Zentrum.

Foto: Hans Blossey

Bissingheim.  Anwohner äußern viel Kritik an den Plänen für bis zu 3000 Wohneinheiten. Fußgängerbrücke, Nahverkehrskonzept und Altlasten sorgen für Ärger.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Resonanz war groß bei der Diskussionsveranstaltung der Grünen im Duisburger Süden zum geplanten Bauprojekt auf dem ehemaligen Bahnareal zwischen Wedau und Bissingheim: Als Michael Kleine- Möllhoff – Fraktionschef der Süd-Grünen – die von den Bahn-Planern bereits den Bezirksvertretern vorgelegte Rahmenplanung präsentierte, war der Raum bis auf den letzten Platz besetzt. Die Besucher brachten zahlreiche Kritikpunkte mit.

Kleine-Möllhoff bemängelte, dass das städtebauliche Mega-Projekt mit großer Eile vorangetrieben wird. Für die Mandatsträger sei es kaum möglich, in so kurzer Zeit die Planungen seriös zu bewerten: „Bereits am 31. Mai soll in der Bezirksvertretung über den vorgelegten Rahmenplan entschieden werden, am 20. Juni berät dann der Rat der Stadt.“ Auch wenn die Bürgerbeteiligung im Rahmen der Aufstellung eines späteren detaillierten Bebauungsplans greift, befürchtet Kleine-Möllhoff, dass bis dahin „viele Dinge nicht mehr veränderbar“ sein werden. Dass speziell die Bissingheimer die bisherige Planung so nicht akzeptieren wollen, wurde am Mittwochabend mehr als deutlich.

Kritik an der Lage der geplanten Fußgängerbrücke

Nicht einverstanden sind die Bissingheimer mit der Lage der neuen Fußgängerbrücke, die Bissingheim an den neuen Stadtteil anbinden soll. Ursprünglich war sie auf Höhe des bisherigen Bahnhaltepunkts geplant, nun soll sie ein ganzes Stück weiter nördlich auf Höhe des Feuerwehr-Gerätehauses gebaut werden. Die von der Bahnentwicklungsgesellschaft (BEG) gelieferte Begründung, dass die Brücke wegen der dicht beieinander liegenden Gleise dort nicht realisierbar sei, kann Grünen-Politiker Sebastian Ritter nicht nachvollziehen: „Wenn man eine Brücke über den Öresund bauen kann, wird das an der zuerst vorgesehenen Stelle wohl auch möglich sein.“ Auch für Jürgen Peter ergibt die Brücke „nur an der ursprünglich geplanten Stelle einen Sinn“.

Zudem vermisst er, auch weil 2018 der Wegfall des zwischen Bissingheim und dem Hauptbahnhof verkehrenden Entenfang-Express droht, ein ausgewogenes Konzept für den öffentlichen Nahverkehr: „Alles scheint nur auf den Autoverkehr ausgerichtet zu sein, auch der geplante Nahversorger im Norden des Neubaugebietes ist viel zu weit weg und nur mit dem Pkw erreichbar.“ Durch die fehlende Anbindung an den neuen Stadtteil und die geplante hohe Lärmschutzwand befürchten viele Bissingheimer, in Zukunft „isoliert und abgeschnitten“ zu sein.

Anwohner sorgen sich um Altlasten auf dem Gelände

Ein großes Thema waren auch die Altlasten auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs. Martina Fix hat eine klare Meinung dazu: „Der hoch belastete Schotter und das ausgehobene Erdreich wird für den Bau des 15 Meter hohen Lärmschutzwalls verwendet. Damit spart man sich bequem die Entsorgung.“ Dagmar Schock macht sich Sorgen um die Staubemission während der langen Bauzeit: „Was ist mit den dann entstehenden Stäuben, die ebenfalls hoch belastet sind? bei Westwind ist Bissingheim stark betroffen.“

Auf der Veranstaltung wurde deutlich, dass es noch viel Gesprächsbedarf von Seiten der Anwohner gibt. Dazu wird Anfang Juli Gelegenheit sein, wenn BEG-Geschäftsführer Thomas Lennertz und Duisburgs Planungsdezernent Carsten Tum zu einer Bürgerversammlung zum selben Thema einladen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben