Weihnachtsmarkt

Besondere Handwerksstücke aus der Blindenwarenmanufaktur

Daniela Wenzel verkauft verschiedene Bürsten auf dem Weihnachtsmarkt in der Blindenmanufaktur Kaniss in Neudorf.

Foto: Tanja Pickartz

Daniela Wenzel verkauft verschiedene Bürsten auf dem Weihnachtsmarkt in der Blindenmanufaktur Kaniss in Neudorf. Foto: Tanja Pickartz

Neudorf.  Der hauseigene Weihnachtsmarkt der Blindenwarenmanufaktur Kaniss hat am Samstag geöffnet. Wer mag, kann unter anderem MSV-Besen erstehen.

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Glühwein, Weihnachtsdekoration und Handwerksarbeiten sind von einem Weihnachtsmarkt nicht weg zu denken. Um all diese Aspekte zu erfüllen, begannen die Aufbauarbeiten für den hauseigenen Weihnachtsmarkt der Blindenwarenmanufaktur Kaniss bereits am Mittwoch. Auf dem Hof vor der Werkstatt an der Kommandantenstraße stellten die Mitarbeiter geschmückte Ständen, Stehtische und Heizstrahler auf. Ein paar Hindernisse wie eine kaputte Lichterkette waren nicht zu vermeiden, aber als der Markt am Samstag öffnete, waren alle Fehler behoben. Fünf Stände präsentierten die Arbeiten der acht blinden Mitarbeiter, und das zum ersten Mal im Rahmen eines eigenen Weihnachtsmarktes.

Auf Besen spezialisiert

Die Werkstatt hat sich vor allem auf Besen spezialisiert, egal welche Form, ob mit normalen braunen Bürsten oder passend zum MSV in Weiß und Blau. Aber auch selbstgemachte Handtücher und Socken gibt es zu kaufen. „Wir wollten einfach selbst mal einen Weihnachtsmarkt machen“, sagt Beate Rausch-Kaniss, Tochter der Firmeneigentümer Rosemarie und Jochen Kaniss. Sie ist glücklich mit dem Ergebnis. Der Markt soll auf den Betrieb aufmerksam machen, aber natürlich geht es auch darum zu zeigen, was alles hergestellt wird. „Die Blinden sind sehr stolz darauf, zu zeigen, was sie selbst geleistet haben.“ Passend dazu können die Besucher drei Arbeitern über die Schulter gucken, die in der Werkstatt gerade an neuen Besen werkeln.

„Man sieht, dass die Leute beschäftigt sind, dass finde ich wichtig“, sagt Edith Hummerich. Sie ist bereits seit längerem Kundin der Manufaktur und freut sich über den Weihnachtsmarkt und das Angebot. „Die handgemachten Sachen sind einfach wunderschön“, findet sie.

Auch Barbara Zimmermann und Kristin Claußen sind beeindruckt vom Markt und der Arbeit der Blinden. „Ich wusste gar nicht, dass es hier so etwas gibt. Ich werde gleich auf jeden Fall noch etwas kaufen“, nehmen sie sich vor.

Rausch-Kaniss steht selbst mit den Gästen zusammen an Stehtischen und spricht über die Arbeit, die hier geleistet wird. Die von den Blinden hergestellte Ware trägt das Blindenlogo: zwei Hände, die zur Sonne greifen. „Die Blinden brauchen genauso lange für ein Handwerkstück wie sehende Menschen“, sagt sie. Im Betrieb wird auch ausgebildet: Die Blinden erlernen hier den Ausbildungsberuf des Bürsten- und Besenbinders. „Man kann auch gerne unter der Woche vorbeikommen und bei der Arbeit zu gucken“, lädt Rausch-Kaniss Besucher ein.

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