Entenfangexpress

Bahn hängt eigene Ausbildungswerkstatt in Wedau ab

Bernd Piplack, der stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins Bissingheim/Wedau, und Vorsitzender Wolfgang Gebhard (v. li.)  schlagen vor, den Fahrplan der Buslinie 928 zu ändern.

Bernd Piplack, der stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins Bissingheim/Wedau, und Vorsitzender Wolfgang Gebhard (v. li.) schlagen vor, den Fahrplan der Buslinie 928 zu ändern.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Wedau  Nach der Stilllegung des Entenfangexpress bleiben die Azubis der Deutschen Bahn auf der Strecke. Keine Anbindung zur Ausbildungswerkstatt.

. Rund 100 Auszubildende werden in der Ausbildungswerkstatt ganz in der Nähe des Entenfangs für ihren künftigen Beruf fit gemacht. Das Schulungs- und Trainingszentrum am südlichen Ende der Masurenallee liegt zwar durchaus idyllisch, wird aber in Zukunft für die Auszubildenden bedeutend schwerer zu erreichen sein.

Das demonstrierten am Montag Bernd Piplack und Wolfgang Gebhard vom Bürgerverein Wedau-Bissingheim und Ausbildungsleiter Armin Rodenbach im Rahmen eines Pressetermins. Knackpunkt ist der beschlossene Wegfall der Bahnlinie RB 37, die eher unter der Bezeichnung „Entenfangexpress“ bekannt ist. Danach wird es einen Haltepunkt Entenfang nicht mehr geben, die Strecke der Buslinie 928 wird zwar so modifiziert, dass die bisherigen Haltepunkte der Bahn zwischen Bissingheim und der Innenstadt angefahren werden, allerdings wird die bisherige Endhaltestelle Entenfang nicht mehr bedient.

Fahrplanwechsel im Dezember

In Kraft treten wird das neue Konzept mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019. Im wahrsten Sinne „auf der Strecke“ bleiben dabei ausgerechnet die Auszubildenden der Bahn. „Ein sehr hoher Anteil unserer jungen Mitarbeiter ist auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, viele davon sind noch minderjährig und können ihren Ausbildungsplatz anders nicht erreichen“, schildert Armin Rodenbach die Probleme, vor denen die Bahn-Azubis demnächst stehen werden.

Bernd Piplack schilderte, welchen Weg die künftigen Bahn-Mitarbeiter dann auf sich nehmen müssen: „Die Buslinie endet am Dorfplatz, von dort aus müssen die jungen Leute über die im späteren Verlauf unbeleuchtete Bissingheimer Straße bis zu ihrem Ausbildungsplatz laufen.“ Und das sind bis zum DB-Ausbildungszentrum südlich der Entenfangbrücke immerhin gut zwei Kilometer, dabei geht es zu Fuß nur über die Straße, einen Gehweg gibt es da nicht.

Bürgerverein schlägt Fahrplanänderung vor

Nicht nur Bernd Piplack hält diesen Zustand für unzumutbar. Der Bürgerverein schlägt vor, den Fahrplan der Buslinie 928 so zu ändern, dass auch die Ausbildungswerkstatt in Intervallen angefahren wird. Oder mindestens zu Beginn und zum Ende der täglichen Ausbildungszeit. Bernd Piplack: „Da müssen doch Lösungen zu finden sein.“ Dabei verweist er auf den aktuellen Schienenersatzverkehr. Wegen Baumaßnahmen auf der Strecke zum Hauptbahnhof verkehrt derzeit eine Buslinie zwischen der Endhaltestelle Entenfang und dem Hauptbahnhof. „Das klappt doch, der Bus kann zudem an der Endstation in Höhe der Fahrradbrücke prima wenden.“ Dass eine praktikable Lösung gefunden werden muss, zeigt auch der Umstand, dass demnächst vermehrt externe Unternehmen das Trainingszentrum der Bahn nutzen werden. „Die Teilnehmer werden in Hotels in der Innenstadt untergebracht und täglich auf den Weg zu ihrem Ausbildungsplatz auf den ÖPNV angewiesen sein“, erläutert der zweite Vorsitzende des Wedauer Bürgervereins. Er bezweifelt in diesem Zusammenhang, dass die betroffenen Partnerfirmen der Bahn diesen eher umständlichen täglichen Weg zum Ausbildungsplatz ihren jungen Mitarbeitern zumuten wollen.

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