Duisburg-Serm/Mülheim. . Kreide kann mehr als Schule: Marco Kocks hat sich auf den Trend der Kreidemalerei spezialisiert. Er zeichnet zum Beispiel mit Champagner-Kreide.

Die einen graut es vor Kratzgeräuschen auf der Tafel, andere lieben es zu hören, wie weiche Kreide ihre Spuren hinterlässt. In Marco Kocks’ Fall ist es der Kontrast von Weiß auf Schwarz, der ihn an dem Werkstoff so fasziniert. Der 40-Jährige hat sich als Kreativschaffender auf Kreidekunst spezialisiert. So gestaltet er Tafeln für Cafés, Restaurants oder Privatleute – immer mit dem Blick fürs Schwarz-Weiße. „Kreideglück“ heißt das Ein-Mann-Unternehmen des Sermers, das er in Mülheim-Eppinghofen betreibt.

Nach 15 Jahren im Job mit der Kreide selbstständig gemacht

Eine der Kreidetafeln.
Eine der Kreidetafeln.

In seinem Büro hat Marco Kocks zahlreiche Tafeln, Schilder und Platten an die Wand gepinnt – große, kleine, quadratische oder längliche. Sie alle sind mit weißen Verzierungen und Sprüchen versehen: Ein Kaffeebecher mit Schnörkelschrift umrandet, ein anderes Schild zeigt das Kreideglück-Logo in der Mitte mit Schwalben und Dekor in Vintage-Optik. „Im Gegensatz zu anderen Medien kann man mit Kreide gut schattieren und schraffieren“, findet er.

„Die Motive entwickele ich entweder selbst oder mit dem Kunden zusammen“, erklärt Marco Kocks, der eigentlich gelernter Veranstaltungskaufmann ist. Nach 15 Jahren im Job wollte er sich umorientieren. „Meine Leidenschaft war schon immer das Malen, also fing ich 2012 wieder damit an.“ Immer mehr Leute aus Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis fragten nach den hübschen Kreidetafeln. „2015 habe ich dann schließlich ein Gewerbe angemeldet und es offiziell gemacht.“ Damals war er einer der ersten in Deutschland, die den Trend aufgriffen und sich als Kreidekünstler spezialisierten. „Heute gibt es in dem Bereich noch einige andere“, sagt Kocks, der in Mülheim aufgewachsen ist und heute in Serm wohnt.

Das Motiv malt der Kreidekünstler mit der Hand

Der Großteil seiner Kunden sind Ladeninhaber, die Kreidetafeln für ihr Geschäft in Auftrag geben, viele Privatleute bestellen aber auch Schilder für Hochzeiten oder Geburtstage. Steht das Motiv fest, legt Marco Kocks erst einmal ein Raster über die Tafel – die Grundlage für jede Zeichnung. Entweder auf Schiefertafeln oder auf verschiedene Dekorplatten mit schwarzem, grauem oder grünem Untergrund, die er selbst herstellt. Einen eigenen Kreidelack hat Kocks zudem entwickelt, der wetterfest ist und die Kreide vor dem Abwischen schützt.

Das Motiv malt Kocks per Hand auf den dunklen Untergrund. „Es gibt viele verschiedene Arten von Kreide“, erklärt der 40-Jährige. „Mit der staubfreien Champagnerkreide kann man etwa filigran arbeiten, die herkömmliche Schulkreide ist gut für größere Flächen.“ Dabei sind es nicht nur Tafeln, die er verziert. „Ich male auf alles, was ich finde.“ Auch Flaschen, Kegel oder Koffer lassen sich prima mit schwarzem Lack überziehen und mit Kreide verschönern. Das nächste große Projekt plant Kocks mit einem Autohändler. „Dann werde ich ein ganzes Fahrzeug mit Kreide verzieren.“

<<< AUSSTELLUNG MIT RÖSTEREI-MOTIVEN

Marco Kocks, selbst begeisterter Kaffeetrinker, präsentiert ab März eine Tafel-Ausstellung mit Rösterei-Motiven und Sprüchen rund um den Kaffeegenuss in der Kaffeemanufaktur Ruhr an der Aktienstraße 214.

Die Preise für die Tafeln gibt es auf Anfrage, denn diese sind unterschiedlich, je nach Detailumfang und Größe. Weitere Informationen gibt es im Internet unter kreideglueck.de