Parken

Antrag auf Anwohnerparkzone in Hüttenheimer Siedlung

Die Straße Am Himgesberg ist zugeparkt. Wer keinen Parkplatz mehr findet, stellt sein Auto, wie auf dem Bild zu sehen, halb auf dem Bürgersteig ab. Und das ist verboten. Zusätzlich blockieren DPD-Fahrzeuge freie Parkplächen.

Die Straße Am Himgesberg ist zugeparkt. Wer keinen Parkplatz mehr findet, stellt sein Auto, wie auf dem Bild zu sehen, halb auf dem Bürgersteig ab. Und das ist verboten. Zusätzlich blockieren DPD-Fahrzeuge freie Parkplächen.

Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Hüttenheim.   In der Uhrenturmsiedlung ist ständig alles zugeparkt. Eine Anwohnerparkzone soll das ändern. Unterschriftensammlung läuft bis Mitte September.

Wenn Marc Tonak von der Nachtschicht nach Hause kommt, ist der Familienvater oft genervt. Mitunter eine halbe Stunde kurvt er durch die Uhrenturmsiedlung in Hüttenheim, um einen der begehrten Parkplätze zu bekommen. Oft gibt er jedoch vorzeitig auf und stellt sein Auto in den engen Straßen dann doch nicht regelkonform ab. „Und dann gibt es schnell ein Knöllchen“, weiß seine Frau Jennifer Tonak.

Auf Facebook, mit Handzetteln in den Briefkästen und in der Hüttenheimer Moschee versucht Jennifer Tonak nun Mitstreiter für ihr Vorhaben zu finden: in der Uhrenturmsiedlung eine Bewohnerparkzone einrichten zu lassen.

„Es gibt viel mehr Fahrzeuge als Parkplätze“

„Es gibt hier einfach viel mehr Fahrzeuge als Parkplätze“, beschreibt sie das Problem in der denkmalgeschützten Siedlung. Die Straßen sind so eng, dass das Parken nur in eine Fahrtrichtung erlaubt ist. „Wenn man dann doch mal auf der anderen Straßenseite parkt, müssen die Räder auf dem Bürgersteig stehen, damit überhaupt noch jemand durch die Straßen kommt.“ Und das ist verboten. Der Platz für die Fußgänger auf dem Gehweg ist dann nicht ausreichend.

Sollte aus der Altbausiedlung im Duisburger Süden tatsächlich eine Bewohnerparkzone werden, können Anwohner, die in der Bewohnerparkzone amtlich gemeldet sind, einen Parkausweis beantragen. Der Ausweis kostet jährlich 30,70 Euro.

Ein Parkausweis pro Anwohner – nicht mehr

„Allerdings gibt es für jeden Bewohner auch nur einen Parkausweis“, sagt Jennifer Tonak. Ein für sie entscheidendes Argument. Denn: In der Siedlung werden nicht nur die privaten Fahrzeuge der Anwohner abgestellt. „Viele arbeiten als selbstständige Fahrer bei DPD und haben sich zusätzlich zum eigenen Pkw noch einen Transporter angeschafft, die hier spätestens ab 18 Uhr zusätzlich abgestellt werden“, sagt Jennifer Tonak.

Bis zum 15. September sammelt Jennifer Tonak die Unterschriften, die sie dann bei der Stadt Duisburg einreichen möchte. „Ich habe überall Informationsblätter verteilt: Wer für die Aktion ist, braucht die Zettel nur auszufüllen und bei mir in den Briefkasten zu werfen. Ich reiche dann alles gebündelt ein.“ Auf Facebook hat sie in der Gruppe „Hüttenheim – mittendrin statt nur dabei“ das Formular zum Runterladen bereit gestellt. Und auch in der Moschee liegen Listen aus.

Untersuchungen zu allen Tages- und Nachtzeiten nötig

Um aus einem Wohnquartier eine Bewohnerparkzone zu machen, müssen im Vorfeld umfangreiche Untersuchungen zu allen Tages- und Nachzeiten durchgeführt werden, zudem muss die Notwendigkeit und die Rechtmäßigkeit geprüft werden. „Wenn das alles gemacht wurde, muss ein sogenanntes Parkraumkonzept erarbeitet werden“, erklärt Stadtsprecher Jörn Esser. Das beinhaltet die Berücksichtigung des Gemeingebrauchs, also das Nutzungsrecht der Allgemeinheit. Zudem muss der vorhandene Parkdruck, also die fehlenden Parkplätze, geprüft und die örtlichen Gegebenheiten genau berücksichtigt werden.

Dabei sind mögliche Auswirkungen auf angrenzende Wohnquartiere zu beachten und Maßnahmen sowohl für die Parkraumsituation der Bewohner als auch der Fremdparker zu erarbeiten. „Danach wird das abschließend abgestimmte Parkraumkonzept der zuständigen Bezirksvertretung zur Beschlussfassung vorgelegt“, sagt Jörn Esser. Im Anschluss könne das Parkraumkonzept umgesetzt und die Bewohnerparkzone eingerichtet werden. Bis dahin geht in Hüttenheim vorläufig das muntere Kreisen bei der Parkplatzsuche durch die Uhrenturmsiedlung weiter.

<<< PARKAUSWEISE FÜR ANWOHNER

Zur Beantragung eines Anwohnerparkausweises wird der Personalausweis oder der Reisepass in Verbindung mit einer Meldebestätigung sowie der Kraftfahrzeugschein benötigt.

In Duisburg gibt es derzeit in Neudorf und in Duissern jeweils zwei Bewohnerparkzonen.

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