Schule

An dieser Schule gibt’s Virtual Reality im Unterricht

Gruppenarbeit mit Virtual Reality: Eine Schülerin beschreibt, was sie durch die Brille sieht, die andere macht Notizen in einer Mindmap. Am Ende schreiben sie daraus einen Aufsatz.

Gruppenarbeit mit Virtual Reality: Eine Schülerin beschreibt, was sie durch die Brille sieht, die andere macht Notizen in einer Mindmap. Am Ende schreiben sie daraus einen Aufsatz.

Foto: Jörg Schimmel

Duisburg-Huckingen.   Sekundarschule Am Biegerpark richtet 3D-Lernwelt ein. Virtual Reality und Augmented Reality bereichern den Unterricht – und das ohne viel Geld.

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Zur Schule gehen müssen sie auch weiterhin, die Schüler der Sekundarschule Am Biegerpark. Der Weg in den Klassenraum bleibt analog. Im Klassenraum aber wird es künftig deutlich digitaler zugehen. Virtual Reality, Augmented Reality: Der neue Schulleiter Pavle Madzirov meint es ernst mit der Digitalisierung. Kaum zwei Wochen offiziell im Amt, hat er schon die neue 3D-Lernwelt eingerichtet, „die ist deutschlandweit einzigartig“. Und sie soll erst der Anfang sein.

Die Schüler finden Unterricht mit Virtual Reality „cool“

Kern des Ganzen ist ein Raum, der erstmal nach nicht viel aussieht. Wie sollte er auch: ist ja alles virtuell. Ohne Datenbrille gibt’s da wenig zu gucken. Mit dafür umso mehr. Das erleben gerade Attila und Oualid. Erdkunde ist dran, das Thema: Vulkane. „Sonst kriegen sie einen Text und eine schwarz-weiß-Kopie“, beschreibt Madzirov, wie an Deutschlands Schulen Standardunterricht aussieht. „Hier sind sie live dabei.“ Den Jungs fliegen gerade Gesteinsbrocken einer Eruption um die Ohren. „Cool“, findet Oualid (14). „Es ist, als wäre man in einem Film“, lobt Attila (15).

Schulleiter: „Die 3D-Brille hat uns neun Euro gekostet“

Zu teuer ist eine der häufigsten Reaktionen, wenn es um Virtual Reality an der Schule geht. Kein Argument, findet Madzirov. „Die 3D-Brille hat uns 9 Euro gekostet. Das Teure bringen die Schüler selber mit, weil sie’s haben.“ Nämlich das Handy – gekauft hat die Schule nur Hüllen, die zusammen mit jedem Modell zur Datenbrille werden. Und einen Vulkanausbruch zum unmittelbaren Erlebnis machen.

Herkömmliche Unterrichtsmethoden können diesen Erlebnischarakter nicht bieten. Die virtuelle Realität soll dabei nicht einfach nur cool sein. Die Technik ist Mittel zum Zweck. „Das hebt das Lernen auf ein ganz neues Level“, sagt Madzirov. Er will „Lernerfolge ermöglichen, die ich nicht auf einem Blatt Papier haben kann.“

Augmented Reality lässt ein Herz auf dem Tisch liegen

So wie die Sache mit dem Stent. Ein Klassensatz Tablets ist beantragt. Madzirov führt vor, wie die Jugendlichen damit lernen können: wenige Tipps, und schon liegt ein Herz auf dem Klassentisch. Natürlich nur virtuell: Augmented Reality macht das Modell auf dem Display sichtbar. In einer Form, die mehr leistet als jedes noch so detaillierte Modell aus dem naturwissenschaftlichen Raum: Größer, kleiner, reinzoomen bis in die einzelne Arterie – jedes Detail ist nur einen Fingerwisch entfernt. Wie setzt man einen Stent, und wozu ist er da? Mit Augmented Reality versteht das jedes Kind. „Das hab ich meiner siebenjährigen Tochter gezeigt. Die weiß jetzt, wie das funktioniert.“

Der neue Schulleiter will noch mehr. „An meiner alten Schule hab’ ich alle Tafeln abmontieren lassen. Hier werden die auch nicht mehr lange hängen.“ In seinem Büro hat er die Fenster beschriftet. So weit will er in den Klassenräumen nicht gehen. Aber: Jede Wand soll zur Tafel werden – dank Spezialfarbe. Dafür fehlen allerdings noch Sponsorengelder. Ebenso wie für den 3D-Drucker.

Digitalisierung als Hauptaufgabe der Schule

Weit digitaler also soll die Sekundarschule Am Biegerpark noch werden. Schulleiter Pavle Madzirov ist überzeugt, dass nur dieser Weg die Schüler in die Zukunft führen kann: „Die Digitalisierung halte ich für die Hauptaufgabe, die momentan in der Schule zu bewältigen ist.“ Sie schreite rasant voran – in der realen Welt, aber nicht in der Schule. Madzirov ist angetreten, das zu ändern. Denn ja, natürlich hat so gut wie jeder Schüler ein Handy. Aber sie nutzen das Potenzial nicht aus, findet der Schulleiter. Das des Geräts in ihrer Hosentasche nicht – und damit auch nicht das eigene. „Der Begriff Digital Natives ist total irreführend. Die Schüler können kommunizieren und Entertainment. Aber das reicht nicht für die berufliche Nutzung. Sie werden auf eine hoch komplexe Arbeitswelt stoßen.“ Augmented Reality, Virtual Reality – Madzirov ist überzeugt: „Das ist die Zukunft. Wenn sie das kennen, sind sie darauf vorbereitet.“

<<< DIE 3D-LERNWELT SELBER ERLEBEN

  • Wer die 3D-Lernwelt selber erleben möchte, hat dazu Gelegenheit beim Tag der offenen Tür der Sekundarschule Am Biegerpark.
  • Er findet statt am Samstag, 12. Januar, von 10 bis 14 Uhr, Am Ziegelkamp 7.
  • Interessierte Eltern und Jugendliche können sich dabei unter anderem über die fünf Profile und 29 Arbeitsgemeinschaften an der Schule informieren.
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