Kommunalwahl

6-Seen-Wedau und Rahmerbuschfeld: Das planen die Parteien

Ende August war offizieller Spatenstich beim Neubauprojekt 6-Seen-Wedau in Duisburg.

Ende August war offizieller Spatenstich beim Neubauprojekt 6-Seen-Wedau in Duisburg.

Foto: Tanja Pickartz / FUNKE Foto Services

Duisburg-Süd.  Einkaufen und Verkehr sind Schwerpunkte der Parteien bei 6-Seen-Wedau und Rahmerbuschfeld. Für weitere Neubaugebiete stellen sie eine Forderung.

Während Am Alten Angerbach schon die Erschließung begonnen hat, sind die Neubaugebiete 6-Seen-Wedau und Rahmerbuschfeld zwar schon beschlossen, aber noch in der Planung. Vor der Kommunalwahl haben wir eine Umfrage an die Fraktionen der Bezirksvertretung Süd geschickt. Das sind ihre Antworten zum Thema Wohnen und Bauen.

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Mit welchen Zielen und Forderungen wollen Sie die weitere Entwicklung von 6-Seen-Wedau begleiten?

CDU: Es soll ein lebenswertes Quartier entstehen, von dem auch die Stadtteile Wedau und Bissingheim hinsichtlich Nahversorgung und Infrastruktur (Gastronomie etc.) profitieren. Der Bedarf an Schul- und Kindergartenplätzen muss frühzeitig berücksichtigt werden. Zudem muss die Anbindung an den ÖPNV (Ratinger Weststrecke, DVG-Busnetz) weiter vorangetrieben werden. Der problemlose Zugang zu den Vereinsanlagen muss uneingeschränkt möglich sein.

SPD: Wir werden darauf achten, dass der zugesagte Anteil an Sozialwohnungen errichtet wird. Zudem muss es eine gute Verkehrsführung für Fahrradfahrer geben, und die Ratinger Weststrecke muss das Quartier an die Zentren in Duisburg und Düsseldorf anschließen.

Grüne: Wir stehen dafür, das Bauprojekt bürger- und umweltfreundlich zu gestalten. Wir möchten, dass die Duisburger stärker an der Planung beteiligt werden. Wir sehen kritisch, wie schlecht das Gelände an Bus und Bahn angeschlossen ist. Das führt dazu, dass wir mit zu viel Verkehrsfläche planen müssen, die man ansonsten für Freizeit und Lebensqualität hätte nutzen können. Auch unsere Forderung nach autofreien Quartieren und guten Radverkehrsanlagen bleibt wichtig.

Linke: Die Bürger müssen an der weiteren Entwicklung von 6-Seen-Wedau intensiv beteiligt werden. Wir wollen einen lebendigen Stadtteil mit toller Architektur, der Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten bietet und mit hohen ökologischen Standards auf den Klimawandel reagiert. Wir fordern bis zu 30 Prozent Sozialwohnungen und einen Teil der Siedlung autofrei zu gestalten.

Junges Duisburg: Wir haben uns bereits bei den Planungen für eine südliche Verkehrsanbindung an die A 524 ausgesprochen. Die bereits jetzt auftretenden Verkehrsprobleme zeigen die Notwendigkeit. Des weiteren möchten wir 6-Seen-Wedau mit möglichst vielen Elementen einer echten „Smart-City“ versehen.

Und welche formulieren Sie für das Bauprojekt Rahmerbuschfeld?

CDU: Das Baugebiet muss sich städtebaulich in die aktuelle Bebauung einfügen. Belange der Anwohner müssen in die Planung einfließen. Durch die Neuansiedlung besteht die Chance, die Infrastruktur langfristig und nachhaltig sicherzustellen. Es ist an der Zeit, parallel zur Entwicklung die Schule zu modernisieren, ausreichend Kindergartenplätze zu gewährleisten sowie die seit langem vorgesehene Sporthalle endlich zu bauen.

SPD: Dass es kommt.

Grüne: Wir hätten dem Projekt eines Nahversorgers an der Stelle widerwillig zugestimmt, wenn die Bürger von Rahm einen Supermarkt an der Stelle des Rahmerbuschfelds gewollt hätten. Heute freut uns, dass sich so viele Menschen in Rahm für den Erhalt des Landschaftsschutzgebiets einsetzen.

Linke: Das Rahmerbuschfeld in den jetzigen Ausmaßen mit der Nichteinhaltung der Abstände zum FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat, Anm. d. Red.) ergibt keinen Sinn, weil gerichtlich anfechtbar. Mittlerweile hat der Rat gegen den Willen der Bezirksvertretung weitere Flächen in Rahm bewilligt, so dass der Bedarf an Wohnraum ausreichend gedeckt ist. Die Erfordernis eines Vollversorgers entlang der Angermunder Straße im Bereich Rahmerbuschfeld wird auskunftsgemäß mangels Alternativen an Standorten in Rahm sowie Schließung des jetzigen Nahversorgers Mitte 2021 dennoch begrüßt.

Junges Duisburg: Für uns steht die Sicherung der Lebensmittelnahversorgung in Rahm im Vordergrund. Sofern diese wirklich nicht ohne eine Bebauung des Rahmerbuschfelds möglich ist, gilt es, die Bebauung und damit die Verdichtung so gering wie möglich zu halten.

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Wie steht Ihre Partei zu etwaigen weiteren großen Neubaugebieten im Duisburger Süden?

CDU: Grundsätzlich stehen wir Bauvorhaben auf Bestandsflächen positiv gegenüber. Hier muss jedoch mit Augenmaß abgewogen werden. Durch die neuen Baugebiete wurde bereits viel neues Bauland geschaffen. Der Süden muss weiterhin attraktiv bleiben und die Ausweisung neuer Flächen behutsam erfolgen. Nachverdichtung und auch die Schließung von Baulücken müssen in den Fokus rücken.

SPD: Für uns ist mit den Beschlüssen zu Duisburg 2027 erst einmal die Entwicklung für die nächste Zeit abgeschlossen. Weitere wirklich große Baugebiete sehen wir zurzeit nicht.

Grüne: Wir sind die Partei des Flächenschutzes. Wir setzen bei der Erweiterung des Siedlungsgebiets also voll auf den neuen Stadtteil zwischen Wedau und Bissingheim. Hier findet Flächenrecycling statt, wie wir es uns wünschen. Eben weil wir hier vielen Menschen eine neue Heimat geben können, sehen wir keinen Bedarf an weiteren großen Neubaugebieten im Duisburger Süden.

Linke: Jetzt ist es erst einmal Zeit, die vorhandenen und beantragten Projekte (zum Beispiel Rahm-West/Am Böllert), zielstrebig zum Erfolg zu führen. Die Planungskapazitäten im Dezernat sind schon heute ausgeschöpft. Bevor man weitere Neubaugebiete schafft, sollte man vor allem Baulücken schließen und die Wohnungsbestände mit Vorrang sanieren.

Junges Duisburg: Mit dem Alten Angerbach und 6-Seen-Wedau haben wir wichtige und nötige Projekte auf den Markt gebracht. Für die nahe Zukunft haben wir im Duisburger Süden erst einmal unseren Teil zur Stadtentwicklung beigetragen. Wohnbauflächen müssen immer maßvoll und bedarfsgerecht entwickelt werden.

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