Stadtentwicklung

6-Seen-Wedau: ein Filetstück auch für Gewerbe

Wirtschaftsdezernent Andree Haack hofft auf einen Technologiepark auf dem ehemaligen Bahngelände. 

Wirtschaftsdezernent Andree Haack hofft auf einen Technologiepark auf dem ehemaligen Bahngelände. 

Foto: Hans Blossey

Duisburg-Wedau.   Wirtschaftsdezernent Andree Haack hält Wohnen und Technologiepark für eine ideale Kombination. Belastungen wären geringer als zu Zeiten der Bahn.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es ist das größte Projekt im ganzen Land: 6-Seen-Wedau - mehr als 3000 Wohneinheiten sollen hier entstehen, man geht von knapp 10.000 neuen Bewohnern aus. Aber für die Stadtentwickler hat das Terrain auch Potenzial als Gewerbefläche. Redakteurin Gabriele Beautemps sprach mit Wirtschafts-Dezernent Andree Haack darüber. Für ihn hat das Gebiet hat ein Riesenpotenzial. „Es könnte eine Kraft entwickeln wie der Innenhafen.“

Man spricht bei 6-Seen-Wedau immer von einem Filetstück in Bezug auf Wohnen. Gilt das auch in puncto Gewerbe?

Das Gebiet wird durch die Wedauer Brücke in zwei Teile geteilt: den südlichen Teil, der vornehmlich zu einem Wohnquartier entwickelt wird und den nördlichen Teil, der zu einem Gewerbepark entwickelt werden soll. Und sowohl der südliche als auch der nördliche Teil sind absolute Filetstücke.

Was ist auf dem ehemaligen Bahngelände denkbar?

Auf dem Gelände befinden sich noch einige denkmalgeschützte und denkmalwerte Baustrukturen, die dem Gelände eine individuelle Prägung geben. In Kombination mit der Lage am Wasser und der tollen Anbindung an die Bahn und die Autobahn kann aus diesem Ensemble ein höchst attraktives Technologie-Quartier entstehen.

Gibt es schon Anfragen von Unternehmen?

Erste Anfragen liegen vor, aber zunächst muss der Erwerb der Grundstücke abgeschlossen werden. Hier ist die Stadt gemeinsam mit der Gebag in vielversprechenden Gesprächen mit der Deutschen Bahn.

Warum ist man beim Thema Gewerbe auf dem Gelände noch nicht weiter?

Noch gehört das Gelände der Bahn. Das gesamte Gebiet der 6-Seen-Wedau ist mit etwa 90 Hektar sehr groß und zunächst hat man sich auf die Entwicklung des südlichen Wohnbereichs, rund 60 Hektar, konzentriert. Das alleine ist eine riesige Herausforderung. Die Verwaltung arbeitet mit Hochdruck daran, den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan vorzubereiten. Parallel beginnen nun die ersten konzeptionellen Überlegungen zu den übrigen 30 Hektar – dem Nordbereich.

Noch gibt es keinen Bebauungsplan. Denken Sie, dass ein Gewerbegebiet dort durchsetzbar ist?

Ich sehe keine Gründe, die einer gewerblichen Nutzung im Wege stehen sollten. Die neue Nutzung wird wesentlich ruhiger sein, als die alte Nutzung durch die Bahn. Und ringsherum befinden sich kaum sensible Nutzungen, die durch einen Technologiepark gestört werden könnten.

Welcher zeitliche Rahmen ist denkbar?

Das ist schwer zu sagen und hängt ganz maßgeblich davon ab, wie schnell die Bahn bereit ist, das Grundstück zu verkaufen. Ein Bebauungsplan für die Fläche dürfte etwa rund zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen.


Es muss ein Miteinander zwischen Wohnen und Gewerbe gewährleistet sein. Welche Branchen wären ideal?

Die Universität hat angekündigt, sich eventuell auf dem Gelände zu erweitern. Wenn sie heute über den Campus der Uni fahren oder sich den Technologiepark an den Unis in Bochum oder Dortmund anschauen, dann bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie es in Duisburg mal aussehen könnte. Büros gehören ebenso dazu, wie Forschungseinrichtungen oder Werkstätten – aber alles mit wenig Emissionen.

Ist die Verkehrsanbindung ausreichend für Gewerbe?

Die Verkehrsanbindung ist mit dem Bahn- und Autobahnanschluss ideal. Und Mitarbeiter können in unmittelbarer Nähe auch noch sehr attraktiv und komfortabel wohnen. Beste Standortvoraussetzungen.

Unten Büro, kleine Gewerbe oder Co-Working-Plätze und oben wohnen- wäre das denkbar?

Co-Working wird sicherlich eine Option sein – insbesondere in der alten Wartungshalle könnte ich mir das vorstellen.

Sie haben mal gesagt, dass in Duisburg zu viel genörgelt wird. Gilt das auch für 6-Seen-Wedau?

Nein, absolut nicht. Ich glaube die Duisburger erkennen selbst das Potenzial dieser Fläche. Man braucht nicht so viel Fantasie um zu erahnen, was dort entstehen kann. Das war beim Innenhafen damals schwieriger.

Sehen Sie noch woanders im Süden Potenzial für Neuansiedlung von Gewerbe?

Wir haben einen enormen Bedarf. Dabei wird es aber weniger um echte Freiräume gehen, sondern meistens um Flächenkonversionen – so wie auch bei den Bahnflächen an der Wedau. . In Duisburg ist derzeit viel Bewegung!

<<

Zustimmung und Einwände

Grundsätzlich findet das Projekt 6-Seen-Wedau viel Anklang. Allerdings sehen rund 300 Bürger Nachbesserungsbedarf. Sie haben entsprechende Eingaben gemacht, über die der Rat im Mai entscheiden wird.

Strittige Punkte betreffen den Verkehr, die Höhe der Bebauung, die Gestaltung des Ufers und die ufernahe Bebauung am Masurensee.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben