Kultur

Ausstellung: 30 Jahre homosexuelles Leben in Duisburg

Wulf Thomas,  vom Verein  Homosexuelle Kultur Duisburg und Bezirksbürgermeister Volker Hasper (v. li.), beide bekennende Homosexuelle, haben die Ausstellung im Bezirksamt vorbereitet.

Wulf Thomas, vom Verein Homosexuelle Kultur Duisburg und Bezirksbürgermeister Volker Hasper (v. li.), beide bekennende Homosexuelle, haben die Ausstellung im Bezirksamt vorbereitet.

Foto: Tanja Pickartz

Duisburg-Buchholz.   Neue Ausstellung im Bezirksamt Süd zeigt Programmhefte aus 30 Jahren Queer-Life-Festival. Bezirksbürgermeister Haasper eröffnete die Bilderschau

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Seit mehr als 16 Jahren findet bereits der Christopher Street Day in Duisburg statt. Doch er ist nicht die einzige Veranstaltung, die das Leben und die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender in den Mittelpunkt rückt. Seit 1988 findet auch das Queer-Life-Festival mit zahlreichen Vorträgen, Aufführungen und Partys statt. Einer dieser Programmpunkte ist eine Ausstellung im Bezirksamt Süd. Sie wurde vergangene Woche von Bezirksbürgermeister Volker Haasper, selbst bekennend homosexuell, eröffnet.

Die Bilder zeigen meist Programmhefte der letzten Jahre, aber auch Filmplakate und Ankündigungen zu Theaterstücken mit homosexuellen Darstellern. Design und Schriftart zeugen davon, wie weit die Ausstellung durch die Zeit reist, um Zeugnisse der jahrzehntelangen homosexuellen Kultur in Duisburg offen zu legen. Der Betrachter mag sich, ob die Frankfurter Theatergruppe „Die Tolleranzen“, die 1992 das Stück „Heiße Herzen“ in der VHS aufführte, überhaupt noch existiert. Von einem anderen Plakat lacht Rosa von Praunheim herunter.

Die Ausstellung belebt das Bezirksamt

„Das sollte man unterstützen, um diese Ghettoisierung der homosexuellen Menschen aufzubrechen. Es heißt nicht umsonst: Karneval der Kulturen“, sagt ein Besucher über seine Beweggründe, der Eröffnung beizuwohnen.

Die Ausstellungsstücke hat Haasper zusammen mit zwei Kollegen gesichtet, eingerahmt und in Bilderrahmen aufgehangen. „Das kann interessant werden, wenn drei Schwuppen überlegen, wie was hängt“, scherzt er.

Einem System folgen die Bilder und Plakate nicht: Sie sind nicht nach Jahren sortiert, nicht nach Themen, nicht nach Farben – einfach bunt zusammengewürfelt. Sie hängen zum Teil nicht mal gerade. „Dass es so bunt ist, passt auch prima zur Ausstellung. Sie belebt das Bezirksamt“, findet der Bezirksbürgermeister. „Ich persönlich habe drauf Wert gelegt, dass die Ausstellung hier stattfinden kann. Die Leute werden die Bilder wahrnehmen, aber auch darüber nachdenken, denn anders als bei anderen Ausstellungen, lässt sich auch inhaltlich drüber reden“, glaubt er.

Bis zum 30. November zu sehen

Neben dem Verein Homosexuelle Kultur in Duisburg (HoKuDu) unterstützen auch andere Gruppen die Ausstellung, darunter ehemalige Mitglieder von „Lesben in Duisburg“, ehemalige Angehörige des Schwul/lesbischen/bisexuellen Referats der Universität, die Gruppe SLAM (Schwul/Lesbisch aus Moers) und SPD Queer. Zahlreiche lokale Organisationen und Geschäfte unterstützen die Kulturtage ideell wie finanziell.

Die Ausstellung zu „30 Jahre Queer-Life.Duisburg“ im Bezirksamt Süd, Sittardsberger Allee 14, findet noch bis zum 30. November statt. Informationen zu den Veranstaltungen des Festivals gibt es auf queer-life-duisburg.de

<<

Begriffsklärung: Bi - Trans - Inter und Queer

LSBTIQ steht für Lesbisch/Schwul/Bi/Trans/Inter/Queer und ist ein Sammelbegriff für sämtliche sexuelle Identitäten. Je nach Auslegung eines Geschlechts oder einer sexuellen Orientierung kann er erweitert werden.


Lesbisch: Frauen, die sich von Frauen angezogen fühlen

Schwul: Männer, die sich von Männern angezogen fühlen


Bi: Bisexuelle fühlen sich gleichermaßen zu Männern und Frauen hingezogen.


Trans: Transsexuelle haben das Bedürfnis, ein anderes Geschlecht haben zu wollen

Inter: Intersexuelle lassen sich nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen.


Queer: Queer ist ein Oberbegriff für LSBTI und soll alle weiteren Personen mit einbeziehen. Dazu gehören beispielsweise Bisexuelle, die sich in transsexuelle Partner verlieben.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben