Kultursommer

Steinhof in Huckingen: So funktioniert das Corona-Konzept

Bei der Night of Light am 22. Juni machte auch der Steinhof in Duisburg auf die schwierige Situation für die Kulturbranche aufmerksam, die stark unter den Einschränkungen wegen der Corona-Krise leidet.

Bei der Night of Light am 22. Juni machte auch der Steinhof in Duisburg auf die schwierige Situation für die Kulturbranche aufmerksam, die stark unter den Einschränkungen wegen der Corona-Krise leidet.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Duisburg-Huckingen.  Ausgerechnet Corona haben die Duisburger zu verdanken, dass es im Steinhof statt Sommerpause Kulturevents gibt. Sonntag begann der Kultursommer.

Kultursommer statt Sommerpause heißt es wegen Corona im Steinhof. Am Sonntagabend zeigte die erste Veranstaltung der Reihe im Kulturzentrum, wie Kultur trotz Corona-Krise funktionieren kann. Hannes Benders Auftritt war der erste in der Reihe Kultursommer. Es wurde viel gelacht und wenig an Corona gedacht.

Andreas Koose, der 2. Vorsitzende des Kultur- und Bürgerzentrums im Duisburger Süden, schildert die Situation, die alle geplanten Kulturveranstaltungen ab dem Frühjahr zum Erliegen brachten: „Wir haben seit 14 Wochen null Einnahmen, unsere hauptamtlichen Mitarbeiter befinden sich seitdem in Kurzarbeit, das ist schon für alle sehr schwierig.“

Als Glücksfall erweist sich dabei, dass die beliebte Kleinkunstbühne nach wie vor auf viele ehrenamtliche Helfer zurückgreifen kann, die existenziell vom Kultur-Lockdown nicht betroffen sind. Auch aus diesem Grund konnten die Steinhof-Macher nach den Lockerungen für Indoor-Veranstaltungen schnell reagieren. Und so gibt es einen Kultursommer statt der normalen Sommerpause.

Öffnung nach Corona ist für den Steinhof und die Künstler wichtig

„Das ist für den Steinhof und für die Künstler enorm wichtig“ bekräftigt Vorstandsmitglied Dagmar Kessel. Dabei sind derzeit nennenswerte Einnahmen weder für den Veranstalter noch für die auftretenden Künstler zu erzielen, da die Zuschauerzahl für den 600 Personen fassenden Saal auf 140 Plätze begrenzt ist. Beim Kultursommer-Auftakt mit dem Bochumer Comedian Hennes Bender am Sonntagabend wurde die zugelassene Zahl noch nicht erreicht, die Besucher konnten sich über mangelnde Beinfreiheit nicht beklagen. Andreas Koose: „Das muss sich jetzt alles erstmal herumsprechen, ist auch eine Kopfsache.“

Das Konzept nach den Corona-Richtlinien im Steinhof: Karten können nur im Vorverkauf erworben werden, für Abstände zwischen den Sitzplätzen ist gesorgt, Getränke werden nur in Flaschen unter Wahrung der Abstandsregeln ausgegeben, Mund- und Nasenschutz müssen bis zum nummerierten Sitzplatze getragen werden, Ein- und Ausgänge sind getrennt, und die Besucher müssen sich registrieren (ist auch vorab im Internet möglich).

Hannes Bender trat vor Corona-leerem Saal auf – und freute sich

Der „kleine Mann mit der großen Klappe“ war jedenfalls total froh, am Sonntag endlich „wieder vor richtigen Leuten“ auftreten zu können. Mit seinem aktuellen Programm „Ich hab nur zwei Hände“ stand er zum letzten Mal am 12. März auf der Bühne. „Das ist schon ein tolles Gefühl, die Leute wieder zum Lachen zu bringen.“

Und das gelang dem nur 162 Zentimeter großen Stand-up-Comedian auf Anhieb wieder. Ob er über Urlaub in den ostdeutschen Bundesländern „Da kann man schön braun werden“ sinnierte oder sich über Männer in den Wechseljahren ausließ: „Die schaffen sich viel zu teure Autos oder viel zu junge Frauen an, also alles, was man sich eigentlich nicht leisten kann.“ Auf seinen persönlichen Unternehmensberater hat der Schnellsprecher und frühere Hamlet-Darsteller jedenfalls nicht gehört, der ihm riet: „Sie müssen langsamer sprechen, dann brauchen Sie auch nicht so viel Material.“

Viel Beifall gab’s am Ende für Hennes Bender, der glücklich zugab: „Ich habe das sehr vermisst, toll, dass der Steinhof das ermöglicht hat.“ Der Meinung waren auch die Huckinger Ralph Ahrens und Stephan Fromm, die mit ihren Partnerinnen beim Neustart dabei waren: „Wir sind Stammgäste und heute ganz bewusst dabei. Gut, dass es endlich wieder losgeht.“

<< DAS LÄUFT IM KULTURSOMMER IM STEINHOF

  • Die nächsten Termine im Rahmen des Kultur-Sommers: Sonntag, 5. Juli, 19 Uhr, La Signora (Carmela De Feo) „Meine besten Knaller“.
  • Mittwoch, 8. Juli, 20 Uhr, Matthias Reuter & Wildes Holz, Musikkabarett.
  • Sonntag, 12. Juli, 19 Uhr, René Steinberg & Doc Esser „Lachen ist die beste Medizin“.
  • Mittwoch, 15. Juli, 20 Uhr, Kai Magnus Sting, Vorpremiere „Hömma so isset“.
  • Sonntag, 19. Juli, 19 Uhr, Fatih Çevikkollu, Kabarett „Fatihmorgana“.
  • Die Abendkasse bleibt geschlossen, Karten können im Vorverkauf erworben werden. Info: steinhof-duisburg.de
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