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Starkes Hochwasser nach Tief „Burglind“ in Duisburg-Rahm

Duisburg-Rahm hat es heftig erwischt: Der Rahmer Bach ist Am Thelenbusch über die Ufer getreten.

Foto: Katja Burgsmüller

Duisburg-Rahm hat es heftig erwischt: Der Rahmer Bach ist Am Thelenbusch über die Ufer getreten. Foto: Katja Burgsmüller

Duisburg.   Die Straße Am Thelenbusch in Rahm ist überflutet. Das THW pumpt seit Mittwochabend rund 5000 Liter Wasser pro Minute aus dem Rahmer Bach.

Das Tief „Burglind“ hat in Rahm heftige Spuren hinterlassen. Die Straße Am Thelenbusch in Alt-Rahm ist für den Autoverkehr gesperrt, sie steht komplett unter Wasser. „In dem Ausmaß haben wir das noch nicht erlebt“, sagt Sven Wagner von den Wirtschaftsbetrieben. „Wir sorgen gerade dafür, dass Rahm nicht weiter absäuft.“

Seit Mittwochabend ist das Technische Hilfswerk (THW) an der Angermunder Straße am Ortseingang Rahm im Einsatz und pumpt rund 5000 Liter pro Minute aus dem Rahmer Bach in den Mischwasserkanal der Stadt. „Wir haben es mittlerweile geschafft, dass der Pegel um acht Zentimeter gesunken ist. Jetzt müssen wir noch die Straßen wieder frei bekommen.“

Autos stehen komplett im Wasser

Für die Anwohner Am Thelenbusch ist Hochwasser nach starkem Regen nichts Neues. „Wir haben ein- bis zweimal im Jahr das Wasser bis zum Gartenzaun stehen“, sagt Denise Surmann. „Zum Glück steht unser Haus weit genug von der Straße weg.“ Nasse Füße gibt es aber dennoch. Die Autos stehen komplett im Wasser, der Übergang vom Rahmer Bach zur Straße ist kaum zu erkennen. Eine Holzbrücke, die über den Rahmer Bach führt, ist ebenfalls überflutet und gesperrt, an der anderen staut sich das Wasser an hängengebliebenen Ästen und Schlamm.

„Wir haben am Mittwoch nach dem Sturm Begehungen gemacht und gesehen, dass wir was tun müssen“, sagt Sven Wagner. „Normalerweise geht das Hochwasser immer innerhalb eines halben oder maximal eines Tages zurück“, sagt auch Lina Diefenbacher von den Wirtschaftsbetrieben, Abteilung Hochwasserschutz/Gewässer. „Das war hier aber nicht der Fall.“

Ein Ende des Hochwassers ist vorerst nicht in Sicht

Und ein Ende des Hochwassers am Rahmer Bach ist ohne weitere Maßnahmen auch nicht in Sicht: Weiterer Regen ist angekündigt. „Wir haben zu den Pumpen und den 600 Metern Schlauch, die bereits im Einsatz sind, noch weitere Pumpen und Schläuche angefordert, um an unterschiedlichen Stellen das Wasser abzuleiten“, sagt Wagner, der praktischerweise auch Zugführer beim THW ist. „Außerdem werden wir noch an anderen Stellen versuchen, das Wasser zu stoppen, um den Fluss zu verlangsamen.“

Die Gullydeckel Am Thelenbusch sind schon seit Mittwoch Mittag geöffnet, damit das Wasser besser abfließen kann. Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe sorgen nun in regelmäßigen Abständen dafür, dass die Abflüsse von Blättern und Ästen befreit werden. Zudem wurden Schleusen, die die Bäche untereinander verbinden, geschlossen.

„Die allgemeine Wassersituation ist nach Burglind und den starken Regenfällen angespannt“, sagt Silke Kersken, Sprecherin der Wirtschaftsbetriebe. „Wir bleiben auf jeden Fall so lange vor Ort, bis der Pegel weit genug gesunken ist.“

>> RHEINPEGEL ÜBERSCHREITET ACHT-METER-MARKE

Vater Rhein erhebt sich wieder aus seinem Bett. Von Mittwoch bis Donnerstagmorgen war der Ruhrorter Pegel um 65 Zentimeter bis an die Acht-Meter-Marke gestiegen, die dann gegen Mittag überschritten wurde. Stand später Nachmittag: 8,17 Meter. Am Freitag erwarten die Gewässerkundler vom Wasser- und Schifffahrtsamt einen Wasserstand von 8,68 Metern, am Samstag dürfte der Pegel bis auf neun Meter steigen.

Am Vormittag wurde am Außenhafen das Sperrtor am Marientor geschlossen. Die Schließung ist bei einem Wasserstand ab 8,50 Meter erforderlich, um ein Eindringen der Rheinfluten in die Altstadt und in das U-Bahn-System zu verhindern. Bevor das Tor zwischen Innen- und Außenhafen ausgefahren wird, müssen Taucher die Führungsschienen auf dem Grund des Hafenbeckens überprüfen und gegebenenfalls freilegen, damit die schützende Barriere herausgefahren werden kann. Das sei Donnerstag störungsfrei gelungen, berichtete Silke Kersken von den Wirtschaftsbetrieben.

Wenn der Rhein auf einen Pegelstand von 9,30 an der Messstelle am Ruhrorter Hafenmund anschwillt, ist die Hochwassermarke 1 erreicht, die eine Reihe von Einschränkungen für die Schifffahrt mit sich bringt. So müssen die Schiffe zum Schutz der Ufer in der Strommitte fahren und ihre Geschwindigkeit beschränken. Eine Einstellung des Schiffsverkehrs auf dem Rhein bringt die Hochwassermarke 2 mit sich, die bei einem Pegelstand von 11,30 Meter erreicht wird.

Wegen des Rheinhochwassers werden im Wasserwerk Wittlaer der Stadtwerke Duisburg derzeit geringe Mengen Chlor dem Trinkwasser für die Stadtteile südlich der Ruhr zugegeben. Es handelt sich um eine „reine Vorsichtsmaßnahme“, weil Trinkwasser-Gewinnungsgebiete überspült werden könnten.

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