Kommentar

Stadtgespräch: MSV-Arena, TaM-Theater und Rhein-Ruhr-Halle

WAZ-Redakteur Martin Ahlers kommentiert die drei Duisburger Top-Nachrichten der Woche: den Dachschaden beim MSV, den Abriss der Rhein-Ruhr-Halle und das Theater um das TaM.

WAZ-Redakteur Martin Ahlers kommentiert die drei Duisburger Top-Nachrichten der Woche: den Dachschaden beim MSV, den Abriss der Rhein-Ruhr-Halle und das Theater um das TaM.

Foto: Foto: SE

Dachschaden an der MSV-Arena, „Fake News“ über das TaM, Millionen für Marxloh und den Abriss der Rhein-Ruhr-Halle. Ein Kommentar.

Mit der Schauinsland-Arena, der Rhein-Ruhr-Halle und dem Theater am Marientor bestimmten drei prominente Immobilien die Schlagzeilen dieser Duisburger Woche. Dabei zeigen die Geschichten, die Stadion und TaM schreiben: Manchmal geht’s hinter den Kulissen viel spannender zu als auf der Bühne und dem Fußball-Rasen.

Beim Dachschaden der Arena bleiben noch viele Fragen offen: Wurde schon beim Bau gepfuscht? Ist schlampige Instandhaltung für die massiven Mängel verantwortlich? Wurde bei der Übernahme der Arena durch die Stadt nicht genau hingesehen, wurden Gewährleistungsfristen verpasst?

Fakt ist: Die Schäden haben sich potenziert, nun muss jemand die Zeche bezahlen für die Sanierung, die sich so oder so wohl auf einen zweistelligen Millionenbetrag beläuft. Unwahrscheinlich scheint zumindest derzeit, dass man den Ex-Präsidenten Walter Hellmich noch in Haftung nehmen kann, am Ende würde es dann wohl an der Stadt hängen bleiben.

„Wallace-Weltpremiere abgesagt“ – diese Nachricht war am späten Mittwochabend ein echter Aufreger. Schnell wurde klar: über einen gehackten Zugang in einem Nachrichtenportal wurde diese Falschmeldung lanciert. Wohl von einem flüchtigen Betrüger, der angeblich Geld erpresste von der Autark-Gruppe, die hinter dem Theater am Marientor steht. Die wiederum steht seit langem in der Kritik der Stiftung Warentest, bekam wegen ihres undurchsichtigen Firmengeflechts unlängst die Unseriosität vom Oberlandesgericht Stuttgart bescheinigt. Hass und Eifersucht, Liebe und Lüge, Erpressung und Drohung, Betrug und Verleumdung – am Marientor ist der letzte Akt dieses Dramas sicher noch nicht geschrieben. Immerhin: Bislang sieht’s noch aus, als würde sich auch der Vorhang für „Wallace“ heben.

Das war die beste Nachricht: 50 Millionen Euro fließen nach Marxloh – dank Städtebaufördermitteln von Bund und Land. Nach dem Scheitern des Designer-Outlets kann nun endlich die Rhein-Ruhr-Hallenruine abgerissen werden. Neben Flächenentwicklung will die Stadt in Bildung und Sicherheit investieren. OB Sören Link sieht gar die Chance für eine „fundamentale Änderung der Entwicklung“ in Marxloh.

Doch um die zu erreichen, ist es mit 50 Millionen Euro wohl nicht getan.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben